SpaceX, Starship

Starship erreicht erstmals Erdumlaufbahn – SpaceX setzt Starlink-Satelliten aus

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

SpaceX hat mit dem Starship erstmals eine Erdumlaufbahn erreicht. Der Testflug des bislang größten Raketensystems bringt das Unternehmen seinem Ziel näher, Starlink-Satelliten und später auch Raumfahrzeuge für Mondmissionen zu starten.

  • Das Raketensystem «Starship» von SpaceX startet von Starbase in Texas zu einem Testflug. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa
    Das Raketensystem «Starship» von SpaceX startet von Starbase in Texas zu einem Testflug. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • Es war der 14. Testflug des Starship. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa
    Es war der 14. Testflug des Starship. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • Bei seinem 14. Testflug sollte das Starship mehrfach die Erde umrunden - die Pläne wurden aber geändert. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa
    Bei seinem 14. Testflug sollte das Starship mehrfach die Erde umrunden - die Pläne wurden aber geändert. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa
Das Raketensystem «Starship» von SpaceX startet von Starbase in Texas zu einem Testflug. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa Es war der 14. Testflug des Starship. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa Bei seinem 14. Testflug sollte das Starship mehrfach die Erde umrunden - die Pläne wurden aber geändert. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP/dpa

Das Raketensystem Starship des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX hat bei seinem 14. Testflug erstmals eine Erdumlaufbahn erreicht.

Flug endet nach rund drei Stunden

Die Riesen-Rakete startete von einem Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Texas. Die obere Stufe lenkte in eine Umlaufbahn rund 275 Kilometer über der Erde ein und stürzte etwa drei Stunden später kontrolliert in einem Flammenball in den Pazifik.

Die untere Raketenstufe war zuvor kontrolliert ins Meer nahe dem Startplatz gestürzt. Ursprünglich hatte SpaceX eine rund zehn Stunden dauernde Mission geplant, bei der das Starship etwa sechsmal die Erde umrunden sollte.

Pläne nach dem Start geändert

Nach dem erfolgreichen Einlenken in die Umlaufbahn teilte SpaceX mit, das Starship solle bereits nach rund drei Stunden zur Erde zurückkehren. Einen Grund dafür nannte das Unternehmen zunächst nicht. Zuvor war eines der Triebwerke ausgefallen.

Starlink-Satelliten erstmals ausgesetzt

SpaceX-Gründer Elon Musk bezeichnete den Flug dennoch als erfolgreich. Auch NASA-Chef Jared Isaacman gratulierte dem Unternehmen. Im Rahmen der Mission wurden nach Angaben von SpaceX erstmals Starlink-Satelliten ausgesetzt.

Die V3-Satelliten sollen nach dem Aussetzen ihre Antennen und Solarpaneele entfalten sowie Verbindungen zur Erde und zu anderen Starlink-Satelliten herstellen. Nach Musks Angaben funktionierte dieser Vorgang wie geplant; zuvor war das Aussetzen bei Testflügen mehrfach simuliert worden.

Größer als die Freiheitsstatue

Das Starship ist größer als die Freiheitsstatue und besteht aus zwei wiederverwendbaren Teilen: dem etwa 70 Meter langen Booster Super Heavy und der rund 50 Meter langen oberen Stufe. Beide sollen nach der Rückkehr zur Erde erneut eingesetzt werden können.

Die NASA will mit dem System Astronauten zum Mond schicken. SpaceX verfolgt darüber hinaus das Ziel, eines Tages den Mars zu erreichen. Der erste Starship-Test im April 2023 endete nach wenigen Minuten mit einer Explosion; bei späteren Flügen erreichte die obere Stufe das All und landete kontrolliert im Indischen Ozean.

Meilenstein für ein wiederverwendbares System

Der erfolgreiche Eintritt in eine Erdumlaufbahn markiert für Starship den Übergang von vorwiegend suborbitalen Erprobungen zu einem Einsatzprofil, bei dem Nutzlasten tatsächlich in den Orbit gebracht werden können. Für ein vollständig wiederverwendbares System müssen jedoch weitere Teilziele zuverlässig funktionieren: der kontrollierte Rückflug, die präzise Landung beider Stufen, der Schutz der Nutzlast und eine schnelle Wiederverwendung.

Die Mission verbindet dabei zwei strategische Vorhaben von SpaceX. Starlink-Satelliten sollen künftig in größerer Zahl mit dem eigenen Raketensystem gestartet werden. Zugleich soll Starship als schweres Transportsystem für bemannte und unbemannte Mondmissionen dienen. Die Größe und Wiederverwendbarkeit könnten die Kosten pro Start senken, sofern Wartungsaufwand, Sicherheit und Startfrequenz den Erwartungen entsprechen.

Bedeutung für das Mondprogramm

Für die NASA ist Starship als Bestandteil geplanter Mondmissionen relevant. Der Flugerfolg beseitigt nicht alle technischen Hürden: Für bemannte Einsätze sind unter anderem wiederholte sichere Flüge, Betankung im All, Langzeitbetrieb und eine verlässliche Rückkehr erforderlich. Der aktuelle Test liefert deshalb vor allem einen wichtigen Funktionsnachweis, nicht den Abschluss der Entwicklung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Riesenrakete Starship erreicht erstmals Erdumlaufbahn“ (28.09.2026)

Der Bericht bestätige den erstmaligen Orbitalflug und hebe ihn als wichtigen Zwischenschritt für die Weltraumpläne von SpaceX und der NASA hervor. Er setze einen Schwerpunkt auf die anfängliche Fehleinschätzung eines Unternehmenssprechers zum Triebwerksproblem und ordne den Flug in die früheren, teils spektakulär gescheiterten Tests ein.

n-tv: „Starship erreicht erstmals Orbit - SpaceX-Aktie im Plus“ (28.09.2026)

Der Artikel bestätige den Orbitalflug trotz eines Triebwerksproblems und betone stärker die wirtschaftliche Bedeutung des Meilensteins. Er verweise auf den möglichen Einsatz für Starlink und NASA-Mondmissionen sowie auf die lange Entwicklungszeit und die hohen bisherigen Kosten.

Beide Berichte stellten den Orbitalflug als Fortschritt für das Starship-Programm dar; der eine betone stärker die technische Entwicklung und die Vorgeschichte, der andere die wirtschaftlichen Erwartungen. Offen bleibe, wie zuverlässig die angekündigte Wiederverwendbarkeit und die künftige Einsatzroutine erreicht würden.

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