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Sommerferien 2026: ADAC meldet deutlich mehr Staus trotz hoher Spritpreise

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 02:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Trotz hoher Spritpreise hat der ADAC in den Sommerferien 2026 deutlich mehr Staus als im Vorjahr registriert. Besonders stark betroffen war der Ferienstart in Nordrhein-Westfalen.

Der ADAC zählte in den Sommerferien mehr Staus als vor einem Jahr. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Der ADAC zählte in den Sommerferien mehr Staus als vor einem Jahr. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Während der Sommerferien 2026 hat der ADAC in Deutschland mehr Staus auf Autobahnen und Fernstraßen gezählt als im Jahr zuvor.

Mehr Staus trotz hoher Spritpreise

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs hielten die Rekordpreise an den Tankstellen viele Autofahrer nicht davon ab, sich dem Staurisiko auszusetzen. Über den gesamten Ferienzeitraum registrierte der ADAC 128.849 Staus. Das entspricht einem Anstieg um gut acht Prozent im Vergleich zur Sommerferienzeit 2025.

Die gesamte Staulänge erhöhte sich demnach um rund vier Prozent auf 217.727 Kilometer. Die kumulierte Staudauer legte hingegen nur leicht um etwa ein Prozent auf rund 124.262 Stunden zu. Damit kam es in diesem Sommer zwar häufiger zu Staus, diese fielen im Durchschnitt aber kürzer aus als im Vorjahr.

Ferienstart in NRW als Spitzenzeit

Den höchsten Wert verzeichnete der ADAC am Wochenende vom 17. bis 19. Juli, dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen. In diesem Zeitraum wurden 4.324 Staus registriert. Das bevölkerungsreichste Bundesland blieb damit ein zentraler Brennpunkt des Ferienreiseverkehrs.

Haupt-Stautag war auch 2026 erneut der Freitag. An diesem Wochentag treffen Berufspendler, Wochenendreisende und Urlauber besonders stark aufeinander. Dagegen wurden an den traditionell als Hauptreisetagen geltenden Samstagen und Sonntagen nur etwa die Hälfte der Staus gezählt.

Baustellen als wesentliche Ursache

Als Hauptursache für viele Staus gelten wie schon in den Vorjahren umfangreiche Bauarbeiten auf den Autobahnen. Im Durchschnitt gab es während des Ferienzeitraums nach ADAC-Angaben 1020 Autobahnbaustellen. Diese sorgten vielerorts für verengte Fahrbahnen, Temporeduzierungen und Engpässe, die den Verkehr zusätzlich ausbremsten.

Staus als Spiegel der Reiselust

Die aktuelle Staubilanz des ADAC zeigt, dass die hohen Kraftstoffpreise die Reiselust vieler Menschen in Deutschland nicht wesentlich gebremst haben. Trotz Rekordwerten an den Zapfsäulen ist die Zahl der Staus während der Sommerferien im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Das legt nahe, dass Urlaubsreisen mit dem Auto für viele Haushalte weiterhin erste Wahl sind – sei es aus Flexibilitätsgründen, wegen fehlender attraktiver Alternativen oder weil vorhandene Tickets und Buchungen bereits langfristig geplant waren.

Belastungsprobe für Autobahnen und Ballungsräume

Besonders stark wirkt sich der Reiseverkehr auf ohnehin belastete Knotenpunkte und Ballungsräume aus. Der Ferienstart in Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstem Bundesland markiert erneut den Spitzenwert bei den Stauzahlen, was die zentrale Rolle des westdeutschen Autobahnnetzes für den Transitverkehr innerhalb Deutschlands und Richtung Benelux-Länder unterstreicht. Zugleich zeigt die nur moderat gestiegene Staudauer, dass Verkehrsmanagement, Baustellenkoordination und möglicherweise auch eine veränderte Reiseplanung mit flexibleren An- und Abreisetagen dazu beitragen, dass Autos zwar häufiger, aber im Schnitt etwas kürzer im Stillstand verharren.

Baustellen als strukturelles Problem

Der Hinweis des ADAC auf die zahlreichen Baustellen macht deutlich, dass die Verkehrsprobleme nicht allein auf Urlaubsverkehr und Pendlerströme zurückzuführen sind. Die hohe Zahl an Autobahnbaustellen verweist auf einen grundlegenden Investitions- und Modernisierungsbedarf im Straßennetz. Für Autofahrer bedeutet dies kurzfristig mehr Stau- und Stresspotenzial, langfristig aber die Aussicht auf leistungsfähigere Strecken. Für Leserinnen und Leser ist wichtig: Wer künftig in Hauptreisezeiten unterwegs ist, sollte Baustelleninformationen und Verkehrsmeldungen frühzeitig in die Planung einbeziehen und mit zusätzlichen Fahrzeiten rechnen.

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