Slowakei: Eine Tote nach Messerattacke an Schule in Staskov
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin Schüler hat an einer Schule im slowakischen Staskov mit einem scharfen Gegenstand auf Lehrerinnen und Mitschüler eingestochen; eine 61 Jahre alte Frau starb, ein Kind wurde kritisch verletzt.
Kind mit Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht
Nach Angaben der Polizei, über die die Nachrichtenagentur TASR berichtete, erlag die Frau ihren Verletzungen. Das verletzte Kind wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
Eine 44-Jährige erlitt Stichverletzungen im Brustbereich und wurde ebenfalls in eine Klinik geflogen. Zu ihrer Schwere und ihrem Zustand wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht.
Polizei erklärt Lage für unter Kontrolle
Der Zwischenfall ereignete sich an einer Grund- und Mittelschule in Staskov im Bezirk Cadca, rund 185 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bratislava. Die Polizei teilte mit, die Situation sei unter Kontrolle und es drohe niemandem eine unmittelbare Gefahr.
Innenminister Matus Sutaj Estok und Schulminister Tomas Drucker eilten zum Unglücksort. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.
Mutmaßlicher Täter soll achte Klasse besucht haben
Nach Medienberichten besuchte der mutmaßliche Täter eine achte Klasse der Schule und soll ein Messer verwendet haben. Weitere Angaben zum genauen Tathergang, zu einem möglichen Motiv und zu den Hintergründen lagen zunächst nicht vor.
Politische Reaktionen nach der Attacke
Regierungschef Robert Fico zeigte sich beunruhigt. Schulen müssten ein sicherer Ort für Kinder sein, schrieb er bei Facebook. Fico war im Mai 2024 bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt worden.
Präsident Peter Pellegrini sprach den Angehörigen der getöteten Frau sein Beileid aus. Ein solches Ereignis sei eine Warnung für die ganze Gesellschaft, erklärte er. Es brauche mehr Frieden, Respekt und gegenseitige Anerkennung.
Schulort und regionale Bedeutung
Staskov liegt im Bezirk Cadca im Norden der Slowakei, rund 185 Kilometer nordöstlich von Bratislava. Die betroffene Einrichtung vereint Grund- und Mittelschule. Damit betrifft der Angriff einen Ort, an dem jüngere Kinder und Jugendliche gemeinsam lernen.
Nach dem tödlichen Ausgang rücken zunächst die medizinische Versorgung, die Betreuung der Betroffenen und die Aufklärung des Tatablaufs in den Mittelpunkt. Der kritische Zustand eines Kindes zeigt, dass neben dem Todesfall weitere schwere Verletzungen zu bewältigen sind. Für Familien in der Region dürfte insbesondere entscheidend sein, wann die Schule wieder öffnen kann und welche Unterstützung Schüler, Lehrkräfte und Angehörige erhalten.
Offene Fragen zum Motiv
Die Polizei hat die Lage unter Kontrolle gebracht, zugleich sind zentrale Fragen zum Motiv, zum genauen Ablauf und zur verwendeten Tatwaffe offen. Solche Angaben sind für die strafrechtliche Bewertung ebenso wichtig wie für die Sicherheitsprüfung der Schule. Eine belastbare Einordnung des Hintergrunds ist erst möglich, wenn die Ermittler den Ablauf rekonstruiert und Zeugen sowie Betroffene befragt haben.
Politische Reaktionen
Die Reaktionen von Regierungschef Robert Fico und Präsident Peter Pellegrini zeigen die überregionale Tragweite des Ereignisses. Ficos Hinweis auf Schulen als sichere Orte und Pellegrinis Appell an Frieden und Respekt verweisen auf eine politische Debatte, die über den konkreten Tatort hinausreicht. Im Vordergrund stehen nun Schutzkonzepte, psychologische Hilfe und die Frage, wie Schulen Gefahren frühzeitig erkennen können, ohne den Alltag der Einrichtungen zu belasten.
