Hamburg, Deutschland

Eugen Block erneuert Beschwerde gegen Vorsitzende Richterin

18.11.2025 - 11:38:27 | dpa.de

Seit vier Monaten läuft der Prozess gegen Christina Block wegen der Entführung ihrer Kinder aus der Obhut ihres Ex-Manns. Jetzt meldet sich der Großvater der Kinder erneut zu Wort.

Eugen Block wirft der Vorsitzenden Richterin im Prozess gegen seine Tochter Christina Befangenheit vor. (Archivbild) - Bild: Markus Scholz/dpa
Eugen Block wirft der Vorsitzenden Richterin im Prozess gegen seine Tochter Christina Befangenheit vor. (Archivbild) - Bild: Markus Scholz/dpa

Im Prozess gegen seine Tochter wegen Kindesentziehung hat der Hamburger Steakhaus-Unternehmer Eugen Block (85) eine neue Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Vorsitzende Richterin eingelegt. Sein Anwalt Gerhard Strate wirft der Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Isabel Hildebrandt vor, ein parallel laufendes Strafverfahren gegen Christina Blocks Ex-Mann Stephan Hensel zu verzögern. Der Vater der beiden an Silvester 2023/24 entführten gemeinsamen Kinder ist ebenfalls wegen Kindesentziehung angeklagt. 

Nach der Trennung der Eltern hatten beide zunächst das gemeinsame Sorgerecht. Nach einem Wochenendbesuch der beiden jüngsten Kinder im August 2021 beim Vater in Dänemark hatte dieser den Sohn und die Tochter einfach bei sich behalten. Darum klagte ihn die Staatsanwaltschaft 2023 wegen Kindesentziehung an. Die Anklage wurde schließlich im April 2024 vom Landgericht zugelassen. Der Prozess soll voraussichtlich vor derselben Strafkammer stattfinden, die derzeit den Prozess gegen Christina Block und sechs Mitangeklagte führt. 

Eugen Block hält die Vorsitzende der Strafkammer für befangen. «Seit anderthalb Jahren lässt die Große Strafkammer 32 die Anklage gegen Stephan Hensel so gut wie unbearbeitet. Und das, obwohl der in der Anklage geschilderte Sachverhalt absolut überschaubar ist», erklärte Strate in einer Pressemitteilung. Es sei nicht akzeptabel, dass die Strafkammer die Entscheidungen zur Übernahme und zur Zulassung der Anklage noch nicht getroffen habe.

Christina Block wird vorgeworfen, den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus der Obhut ihres Ex-Manns erteilt zu haben. Der damals zehnjährige Sohn und die 13-jährige Tochter waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Silvesternacht von einer israelischen Sicherheitsfirma ihrem Vater gewaltsam entzogen und nach Deutschland gebracht worden. Einer der sechs Mitangeklagten, ein in Untersuchungshaft sitzender Israeli (36), hat das Tatgeschehen umfangreich gestanden.

Kritik an Zulassung des Ex-Manns als Nebenkläger

Eugen Blocks Anwalt kritisierte auch die Zulassung von Hensel als Nebenkläger in diesem Verfahren. Zumindest im Zeitraum von der Entführung bis zur Rückkehr der Kinder zum Vater vier Tage später sollen beide Eltern dasselbe Grunddelikt - Entziehung von Minderjährigen - begangen haben. Das mache nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs beide Elternteile ungeeignet, als Nebenkläger aufzutreten.

«Stephan Hensel hätte in dem zurzeit anhängigen Verfahren gegen seine frühere Ehefrau nicht als Nebenkläger zugelassen werden dürfen. Dies liegt eigentlich auf der Hand», erklärte Strate. 

Der Prozess gegen Christina Block soll am Mittwoch mit der Vernehmung von Hensels neuer Ehefrau als Zeugin fortgesetzt werden. Auch Eugen Block ist als Zeuge geladen, ein Termin für seine Aussage ist aber noch nicht bekannt. Er hat angekündigt, von seinem Zeugnisverweigerungsrecht als Vater der Angeklagten Gebrauch zu machen. 

Eine erste Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Richterin hatte das Landgericht Anfang November zurückgewiesen. Zur neuen Beschwerde erklärte eine Gerichtssprecherin, die Strafkammer sei im aktuellen Prozess in besonderem Maße dem Beschleunigungsgebot verpflichtet, weil einer der Angeklagten in Haft sitzt.

de | unterhaltung | 68367993 |

Weitere Meldungen

Anwalt: Mutmaßlicher Block-Entführer will sich nur entlasten. Nach Abschluss der Zeugenaussage wählen die Verteidiger scharfe Worte. An neun Prozesstagen hat der Chef einer Firma ausgesagt, die für die Entführung der Block-Kinder verantwortlich sein soll. (Unterhaltung, 17.06.2026 - 16:13) weiterlesen...

«Die Hope stirbt zuletzt»: Drama um Ostsee-Wal auf der Bühne Die Rettungsversuche für den gestrandeten Wal in der Ostsee haben bundesweit viele Menschen über Wochen bewegt. (Unterhaltung, 17.06.2026 - 15:51) weiterlesen...

Neues Verfahren um Mogelvorwurf gegen Milka-Packung Weniger Schokolade, fast gleiche Verpackung: Warum der Streit um die Milka-Tafel in die nächste Runde geht. (Wirtschaft, 17.06.2026 - 14:29) weiterlesen...

Mutmaßlicher Block-Entführer: Ich war beim Geheimdienst. Der Chef gilt als Drahtzieher. Zum Abschluss seiner Zeugenaussage gibt es die Antwort auf eine Frage, die sich viele lange stellten. Eine Sicherheitsfirma soll die Block-Kinder entführt haben. (Unterhaltung, 17.06.2026 - 13:16) weiterlesen...

Appell an Innenminister: Mehr Schutz vor rechter Gewalt. Der Vorwurf: Sie schauten nicht auf Sicherheitsrisiken für Migranten und ihre Nachkommen. Ein Dachverband, der Menschen mit türkischen Wurzeln vertritt, ist unzufrieden mit den Innenministern. (Politik, 17.06.2026 - 11:27) weiterlesen...

Mutmaßlicher Block-Entführer: Habe niemals Leute manipuliert. Der Chef gilt als Drahtzieher. Als Zeuge berichtet er über seine Vergangenheit beim Geheimdienst. Eine israelische Sicherheitsfirma soll die Block-Kinder im Auftrag der Mutter entführt haben. (Unterhaltung, 17.06.2026 - 10:43) weiterlesen...