Monarchie, Großbritannien

Harrys und Meghans Rückkehr: Warum - und warum jetzt?

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 06:40 Uhr | dpa.de

Sechs Jahre nach dem krachenden Bruch mit dem Königshaus planen Prinz Harry und Meghan die Rückkehr nach Großbritannien. Der König soll Bescheid wissen. Noch sind aber etliche Fragen offen.

  • In der Nacht meldeten britische Medien die bevorstehende Heimkehr von Harry und Meghan. (Archivbild) - Bild: Joel Carrett/AAP/dpa
    In der Nacht meldeten britische Medien die bevorstehende Heimkehr von Harry und Meghan. (Archivbild) - Bild: Joel Carrett/AAP/dpa
  • Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Harry (r.) und sein Vater Charles, damals Prinz, an einem Tisch. (Archivbild) - Bild: Matt Dunham/AP POOL/dpa
    Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Harry (r.) und sein Vater Charles, damals Prinz, an einem Tisch. (Archivbild) - Bild: Matt Dunham/AP POOL/dpa
  • Harry und Meghan hatten nach dem Abschied schwerwiegende Vorwürfe erhoben. (Archivbild) - Bild: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa
    Harry und Meghan hatten nach dem Abschied schwerwiegende Vorwürfe erhoben. (Archivbild) - Bild: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa
  • Welche Rolle spielen Harry und Meghan künftig im Königshaus? (Archivbild) - Bild: Amy Katz/ZUMA Press Wire/dpa
    Welche Rolle spielen Harry und Meghan künftig im Königshaus? (Archivbild) - Bild: Amy Katz/ZUMA Press Wire/dpa
In der Nacht meldeten britische Medien die bevorstehende Heimkehr von Harry und Meghan. (Archivbild) - Bild: Joel Carrett/AAP/dpa Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Harry (r.) und sein Vater Charles, damals Prinz, an einem Tisch. (Archivbild) - Bild: Matt Dunham/AP POOL/dpa Harry und Meghan hatten nach dem Abschied schwerwiegende Vorwürfe erhoben. (Archivbild) - Bild: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa Welche Rolle spielen Harry und Meghan künftig im Königshaus? (Archivbild) - Bild: Amy Katz/ZUMA Press Wire/dpa

Harry und Meghan kommen nach Hause. Die Nachricht von der bislang nicht offiziell bestätigten Rückkehr des britischen Prinzen mit seiner Ehefrau hat Großbritannien in der Nacht in Aufregung versetzt. Noch in diesem Monat sollen Harry (41) und die frühere US-Schauspielerin (45) mit ihren beiden Kindern Prinz Archie (7) und Prinzessin Lilibet (5) umziehen, wie die Zeitungen «The Telegraph» und «The Sun» zuerst berichteten.

Über sechs Jahre nach dem krachenden und mit gegenseitigen Vorwürfen verbundenen Abschied des Paares aus der Königsfamilie ins kalifornische Montecito scheint eine endgültige Annäherung plötzlich wieder möglich. König Charles III. (77) soll am Sonntag über die Pläne seines jüngeren Sohnes informiert worden sein. Noch aber sind viele Fragen offen. Unter anderem auch, wie lange Harry und Meghan wieder im Vereinigten Königreich leben wollen.

Warum kehren Harry und Meghan nach Großbritannien zurück?

Der Prinz und seine Frau äußerten sich zunächst nicht zu den Berichten, in denen meist sehr früh erwähnt wird, dass die beiden Kinder der Sussexes schon ab September eine britische Schule besuchen sollen. Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte Harry in einem emotionalen BBC-Interview über seinen Wunsch nach einer Versöhnung mit seiner britischen Familie gesprochen - er begründete dies auch mit der im Februar 2024 bekanntgegebenen Krebserkrankung seines Vaters. Das Leben sei kostbar, sagte der Prinz damals.

Es folgte im September 2025 ein Treffen von Harry und dem König in dessen Londoner Wohnsitz Clarence House, das von den britischen Medien enger begleitet wurde als so mancher Staatsbesuch. Im Juli nahm der Prinz dann erstmals seit Jahren wieder Archie und Lilibet mit auf einen Heimatbesuch und zu den Großeltern Charles und Camilla (79). Was dort besprochen wurde, ist nicht bekannt - dem «Telegraph» zufolge soll ein Rückzug nach Großbritannien aber (noch) nicht Thema gewesen sein.

In den Jahren zuvor hatte die Harry-Seite immer wieder durchblicken lassen, dass der Prinz eine Rückkehr in die Heimat auch wegen Sicherheitsbedenken rund um seine Kinder ausschließe. Erst im vergangenen Jahr hatte ein Berufungsgericht seinen Einspruch gegen eine Entscheidung des Innenministeriums abgewiesen, laut der Harry und seine Familie bei Reisen nach Großbritannien nicht mehr automatisch den gleichen Sicherheitsstatus bekommen wie der Rest der Royals.

Welche Rolle Harrys Bruder, Thronfolger Prinz William (44), und dessen Frau Kate (44), bei der Entscheidung zur Rückkehr spielten, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Die beiden Brüder, deren Mutter Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall starb, sollen in den vergangenen Jahren kaum Kontakt gehabt haben. Vor Harrys und Meghans Abschied vor gut sechs Jahren galten die beiden Ehepaare als sogenannte «Fab Four» - als junges und modernes royales Quartett.

Warum kehrten Harry und Meghan Großbritannien den Rücken?

Vor dem großen Bruch mit dem Königshaus Anfang 2020, der in Anlehnung an den Brexit als «Megxit» in die britische Geschichte einging, waren Harry und Meghan unter den royalen Anhängerinnen und Anhängern beliebt. Die Hochzeit des britischen Prinzen mit der US-Schauspielerin im Mai 2018 galt als modernes Märchen, doch hinter der Fassade entfremdeten sich die beiden zunehmend vom Rest der Familie. Über die Hintergründe wurden in den vergangenen Jahren Bücher verfasst.

Genannt wurde zwar immer wieder der Wunsch nach einem selbstbestimmteren Leben, sowohl Harry als auch Meghan erhoben aber in der Folge schwerwiegende Vorwürfe. In einem Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey warf das Paar dem Palast Rassismus und mangelnde Unterstützung vor, in einer Netflix-Dokumentation legten sie nach. Harry machte 2023 in seinen Memoiren intime Details aus dem königlichen Familienleben öffentlich und berichtete auch über seinen Drogenkonsum. In einem jahrelangen Rechtsstreit wehrte sich der Prinz zudem gegen die Berichterstattung in britischen Boulevardmedien.

Vom einstigen Märchen war nichts mehr übrig, wobei die Kritikerinnen und Kritiker immer wieder einen Unterschied zwischen Harry und Meghan machten. Die öffentliche Wahrnehmung von Meghan sei seit Jahren «ziemlich schlecht», sagte zuletzt die Psychologin und Autorin Martina Lackner der Deutschen Presse-Agentur. Nicht zuletzt spiele auch Sexismus eine wesentliche Rolle: Selbstbewusste und erfolgreiche Frauen würden «härter angegangen als Männer, die sich genauso verhalten, einfach weil das nicht dem klassischen Bild einer Frau entspricht, die sich zurücknimmt».

Bei Meghan gebe es zudem ein paar Besonderheiten: Sie war demnach nicht nur die erste nicht weiße Person in der engeren royalen Familie, sondern kam «als Amerikanerin, Schauspielerin und bereits geschieden in eine sehr traditionelle, geschlossene Institution», sagte Lackner. «Sie war Außenseiterin und ist es bis heute geblieben.»

Was bedeutet die Rückkehr für das Königshaus?

Bislang sind die Rollen im britischen Königshaus klar verteilt. König Charles und Königin Camilla führen das Erbe der 2022 gestorbenen Queen Elizabeth II. fort. William und Kate gelten als sehr beliebtes Nachfolgepaar, das die Monarchie in die Zukunft führen soll. Prinzessin Kate wird von vielen royalen Fans zudem als emotionale Nachfolgerin von Diana gesehen, die Großbritannien einst als «Königin der Herzen» verzaubert hatte. Daran wird die Rückkehr der Sussexes auch nichts ändern.

Harry und Meghan werden weiterhin als Privatpersonen leben, wie es in den Medienberichten übereinstimmend heißt. Eine Rückkehr in den Kreis der arbeitenden Royals ist nicht vorgesehen. Auch dass beide plötzlich wieder die Anrede als Königliche Hoheit verwenden, ist unwahrscheinlich.

Laut dem «Telegraph» möchte Meghan ihr - angeblich florierendes - Geschäft mit ihrer eigenen Lifestyle-Marke weiterbetreiben. Harry wiederum hätte künftig wieder mehr Zeit, um sich seinen Stiftungen und Wohltätigkeitsveranstaltungen zu widmen. Geld aus der Staatskasse soll das Paar den Berichten zufolge nicht bekommen. Wohnen möchten sie demnach irgendwo außerhalb von London, die Residenz soll den Berichten zufolge nicht zu den royalen Anwesen gehören.

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