Schwimmen lernen, Schwimmförderung

Schwimmen lernen: Bund fördert Programm mit 20 Millionen Euro

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 14:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzleramt, Deutscher Schwimm-Verband und DLRG wollen mit einem vierjährigen Programm den Zugang zu Schwimmkursen verbessern. Anträge können Vereine, Kitas und Schwimmschulen bis Ende Januar 2027 stellen.

Schwimmförderung erreicht lokale Anbieter

  • Bundeskanzleramt, DSV und DLRG stellten das Programm in Berlin vor.
  • Anträge können nicht-öffentliche Einrichtungen bis zum 31. Januar 2027 einreichen.
  • Das Geld kann unter anderem für Busfahrten und Schwimmlotsen eingesetzt werden.
Sicher schwimmen zu können, schafft auch Selbstvertrauen, sagt Ronald Rauhe - Bild: Fabian Sommer/dpa

Bund startet Schwimmprogramm über 20 Millionen Euro

Bundeskanzleramt, Deutscher Schwimm-Verband und Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft wollen mit einem neuen Förderprogramm mehr Kindern in Deutschland den Zugang zu Schwimmangeboten ermöglichen. Dafür stehen über vier Jahre insgesamt 20 Millionen Euro bereit, wie Vertreter der drei Partner bei einer Pressekonferenz in Berlin erklärten.

Anträge bis Ende Januar 2027

Nicht-öffentliche Einrichtungen wie Vereine, Kitas und Schwimmschulen können ab sofort Förderanträge stellen. Die Frist endet am 31. Januar 2027.

Das Programm mit dem Namen „Deutschland lernt Schwimmen“ sieht pro Jahr fünf Millionen Euro vor. Die ausführlichen Informationen stellt der Deutsche Schwimm-Verband auf seiner Website bereit.

60 Prozent schwimmen nicht sicher

Nach Schätzungen können rund 40 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Weitere 20 Prozent können gar nicht schwimmen.

Staatsminister für Sport und Ehrenamt Ronald Rauhe sagte, sicheres Schwimmen sei überlebenswichtig und ermögliche Kindern zudem Teilhabe an Klassenfahrten und Ferienangeboten. Als sicher gilt laut DLRG, wenn ein Kind nicht nur über Wasser bleiben, sondern selbstständig 15 Minuten in tiefem Wasser schwimmen kann.

Förderung konzentriert sich auf Vernetzung

Das Modellvorhaben setzt nicht auf den Bau von Schwimmbädern. Im Mittelpunkt stehen eine bessere Vernetzung und Koordination auf lokaler Ebene sowie zusätzliche Unterstützung für Schwimmangebote.

Mit Fördermitteln können Einrichtungen beispielsweise einen Bus mieten, der Kinder zu einer weiter entfernten Schwimmhalle bringt. Auch zusätzliche Kurse von Vereinen sind möglich.

Schwimmlotsen sollen Ehrenamtliche entlasten

Eine weitere Säule sieht hauptamtliche Schwimmlotsen vor. Sie sollen Schulen und Vereine zusammenbringen, freie Kapazitäten ermitteln und die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen unterstützen.

Die dritte Säule betrifft die Ausbildung weiterer qualifizierter Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer. Für diese Ausbildung gilt der aktuelle Förderaufruf allerdings nicht.

Schwimmfähigkeit ist in Deutschland seit Jahren ein relevantes Thema der Gesundheits- und Unfallprävention. Die im Programm genannte Verteilung – 40 Prozent der Grundschulkinder schwimmen am Ende der Grundschule nicht sicher, weitere 20 Prozent gar nicht – verweist auf eine breite Versorgungslücke, die über einzelne Familien oder Vereine hinausgeht.

Schwimmbäder und Wege als zentrale Hürden

Das Fördermodell setzt nicht beim Bau neuer Bäder an, sondern bei der Nutzung vorhandener Angebote. Gerade außerhalb größerer Städte können lange Wege, begrenzte Hallenzeiten und fehlende Kursplätze dazu führen, dass Kinder trotz grundsätzlich vorhandener Schwimmhallen keinen Platz bekommen. Busfahrten und eine bessere Abstimmung zwischen Schulen, Vereinen und Schwimmschulen sollen diese Zugangshürden verringern.

Mit den geplanten Schwimmlotsen nimmt das Programm zudem die Organisation in den Blick. Ehrenamtliche Vereine übernehmen vielerorts wichtige Aufgaben, stoßen aber bei Nachfrage, Personal und Verwaltung an Grenzen. Eine lokale Koordination kann freie Kapazitäten sichtbarer machen und Angebote gezielter mit Schulen und Kitas verbinden.

Vier Jahre für lokale Strukturen

Die Förderung von insgesamt 20 Millionen Euro verteilt sich auf vier Jahre. Damit stehen pro Jahr fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die Wirkung hängt davon ab, ob daraus dauerhaft bessere Kooperationen und zusätzliche Kursplätze entstehen. Die Ausbildung qualifizierter Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer ist als dritte Säule vorgesehen, gehört aber nicht zum aktuellen Förderaufruf.

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