Schwelm: Defekte Akkus verletzen drei Schulkinder
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 18:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSchwelmer Schule nach Akkudefekt geräumt
- Die Feuerwehr untersuchte ab etwa 9.30 Uhr einen schwefeligen Geruch an einer Grundschule in Schwelm.
- Rund 200 Kinder und etwa 30 Erwachsene waren von der Räumung des Schulgebäudes betroffen.
- Die Gasleitung wurde vorsorglich außer Betrieb genommen, während die Brandmeldeanlage überprüft wurde.
Defekte Akkus lösen Gasalarm an Schwelmer Grundschule aus
In einer Grundschule in Schwelm bei Wuppertal sind mehrere Kinder durch Gase aus defekten Akkus der Brandmeldeanlage leicht verletzt worden. Drei Kinder und eine Lehrkraft wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.
Schwefeliger Geruch löst Einsatz aus
Die Einsatzkräfte wurden während der Unterrichtszeit gegen 9.30 Uhr wegen eines unklaren, schwefeligen Geruchs alarmiert, der Übelkeit verursachte. Zunächst klagte eine Lehrkraft über Kreislaufprobleme und Übelkeit, später meldeten sich auch etwa zehn Schülerinnen und Schüler mit ähnlichen Beschwerden.
Insgesamt sichtete der Rettungsdienst zehn Personen. Einige Betroffene konnten vor Ort behandelt werden.
Lehrer räumen das Gebäude
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatten die Lehrerinnen und Lehrer das Schulgebäude bereits geräumt. Rund 200 Kinder und etwa 30 Erwachsene waren von dem Vorfall betroffen.
Vor dem Gebäude richteten die Einsatzkräfte eine Betreuungsstelle ein. Bis zum Mittag wurden die meisten Schülerinnen und Schüler von ihren Eltern abgeholt.
Feuerwehr findet Ursache in Brandmeldeanlage
Spezialisten der Feuerwehr Wuppertal untersuchten den Vorfall teils mit Atemschutzmasken und einem Spezialgerät. Dabei wurden keine Gefahrstoffe festgestellt.
Bei der Kontrolle der Brandmeldeanlage stellte die Feuerwehr fest, dass Akkus, die Stromausfälle überbrücken sollten, defekt und überhitzt waren. Die Akkus hatten dadurch Gase freigesetzt. Sicherheitshalber wurde die Gasleitung außer Betrieb genommen.
Der Vorfall in Schwelm zeigt, dass technische Komponenten sicherheitsrelevanter Anlagen selbst zur Ursache eines Einsatzes werden können. Akkus in Brandmeldeanlagen überbrücken Stromausfälle und sollen damit die Funktionsfähigkeit der Warntechnik sichern. Überhitzte oder beschädigte Energiespeicher können jedoch Gase freisetzen und Beschwerden wie Übelkeit oder Kreislaufprobleme auslösen.
Für Schulen bedeutet ein unklarer Geruch weiterhin eine akute Gefahrenlage, auch wenn sich später keine gefährlichen Stoffe nachweisen lassen. Die schnelle Räumung des Gebäudes, die medizinische Sichtung und die Betreuung der Kinder außerhalb der Schule begrenzen in solchen Situationen das Risiko. Dass Spezialkräfte die Anlage mit zusätzlicher Ausrüstung kontrollierten, entspricht dem vorsichtigen Vorgehen bei unbekannter Ursache.
Technische Kontrolle im Mittelpunkt
Die festgestellten defekten Akkus machen Wartung und regelmäßige Überprüfung von Notstromkomponenten zu einem zentralen Sicherheitsaspekt. Für Eltern und Schulpersonal ist vor allem relevant, dass die betroffenen Kinder und die Lehrkraft vorsorglich medizinisch versorgt wurden und die Schule geräumt wurde. Die vorübergehende Abschaltung der Gasleitung diente zusätzlich der Absicherung des Gebäudes, obwohl die Feuerwehr keine Gefahrstoffe feststellte.
Die unmittelbare Bedeutung des Einsatzes liegt damit weniger in einer anhaltenden Gefahr als in der Aufklärung der Ursache und der technischen Sicherung der Brandmeldeanlage. Vor einer Rückkehr zum regulären Betrieb müssen die betroffenen Komponenten geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden.
