Sicherheit, Arbeit

Erneuter Angriff auf Sanitäter – Welche Absicherung für Einsatzkräfte wirklich sinnvoll ist

25.02.2026 - 08:54:26 | presseportal.de

Scharbeutz - In München wurde ein Rettungssanitäter am Tegernseer Platz von einem Betrunkenen attackiert, während er einen Notfall versorgte. Der Vorfall reiht sich ein in eine beunruhigende Zahl ähnlicher Übergriffe auf Notfall- und Rettungskräfte. Für viele Einsatzkräfte steigt damit nicht nur das psychische Belastungsgefühl, sondern auch die Frage, wie sie sich rechtlich und finanziell effektiv absichern können.

Wenn Sanitäter im Dienst attackiert werden, steht nicht nur die körperliche Unversehrtheit auf dem Spiel – es geht um Existenz, Gesundheit und langfristige Absicherung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Formen von Absicherung für Rettungsdienstpersonal sinnvoll sind – von rechtlichem Beistand über Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung bis zu psychologischer Unterstützung – und warum reine Diensthaftpflicht allein längst nicht mehr genügt.

Gewalt als verändertes Berufsrisiko

In vielen Regionen berichten Rettungsdienste von zunehmenden Bedrohungen, Provokationen und körperlichen Attacken. Nicht selten behindern aggressive Angehörige oder Schaulustige die Versorgung von Patienten. Alkohol, Drogen und emotionale Ausnahmesituationen verschärfen die Lage zusätzlich, während die Hemmschwelle für respektloses Verhalten sinkt.

Auffällig ist zudem die Dynamik solcher Situationen. Was zunächst beherrschbar wirkt, kann schnell eskalieren. In einzelnen Einsatzgebieten tragen Rettungskräfte inzwischen stichhemmende Westen, weil es wiederholt zu gefährlichen Vorfällen gekommen ist. Das zeigt, dass sich das Gefährdungsprofil des Berufs verschoben hat. Neben klassischen Unfallrisiken treten reale Bedrohungen durch Dritte, die körperliche und psychische Folgen nach sich ziehen können.

Gerade psychische Belastungen bleiben dabei häufig unterschätzt. Bedrohliche Einsätze können zu anhaltenden Stressreaktionen oder posttraumatischen Störungen führen und die Dienstfähigkeit nachhaltig beeinträchtigen.

Rechtliche Absicherung nach einem Übergriff

Nach einer Attacke stellen sich oft komplexe juristische Fragen. Zwar greift bei tätlichen Angriffen das Strafrecht, doch Betroffene müssen ihre Ansprüche selbst durchsetzen. Zudem kann es in unübersichtlichen Lagen zu Gegenanzeigen kommen.

Eine private Rechtsschutzversicherung mit erweitertem Strafrechtsschutz kann sinnvoll sein, weil sie sowohl die Verteidigung als auch die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche abdeckt. Ohne entsprechenden Schutz entsteht schnell ein erhebliches Kostenrisiko.

Unfallfolgen und ergänzende Leistungen

Kommt es zu Verletzungen, greift zunächst die gesetzliche Unfallversicherung. Allerdings deckt sie nicht jede finanzielle Auswirkung vollständig ab. Dauerhafte Beeinträchtigungen oder zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen können Lücken entstehen lassen.

Eine ergänzende private Unfallversicherung kann solche Risiken teilweise auffangen, sofern sie die tatsächlichen Belastungen des Berufs berücksichtigt.

Berufsunfähigkeit und Dienstunfähigkeit differenziert betrachten

Besonders gravierend sind Fälle, in denen Rettungskräfte ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Eine Dienst- oder Berufsunfähigkeit entsteht nicht nur durch schwere Einzelereignisse. Auch wiederholte Belastungen oder psychische Folgen eines Übergriffs können die Einsatzfähigkeit dauerhaft einschränken.

Viele verfügen über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dennoch passen Standardverträge nicht immer zur Einsatzrealität. Für Beamte sind spezielle Dienstunfähigkeitsklauseln bedeutsam, insbesondere wenn sie die Entscheidung des Dienstherrn verbindlich anerkennen. Fehlt diese Regelung, drohen Leistungslücken.

Zudem gewinnen Teildienstunfähigkeitsklauseln an Bedeutung. Sie greifen, wenn der Dienst nur noch eingeschränkt möglich ist. Bereits der Verlust einzelner Fähigkeiten – etwa dauerhafter Schicht- oder Einsatzfähigkeit – kann das berufliche Fortkommen erheblich beeinträchtigen.

Psychologische Unterstützung als Bestandteil der Absicherung

Neben finanziellen Leistungen spielt die Verarbeitung belastender Ereignisse eine wesentliche Rolle. Strukturierte Nachbesprechungen und professionelle Unterstützung helfen, traumatische Erfahrungen einzuordnen. Einige Versicherungsmodelle schließen entsprechende Leistungen ein.

Fazit

Der Angriff in München steht exemplarisch für eine Entwicklung, die Einsatzkräfte zunehmend betrifft. Gewalt im Dienst ist Teil eines veränderten Berufsalltags. Entsprechend muss auch die persönliche Absicherung angepasst werden.

Rechtsschutz, ergänzende Unfallleistungen sowie eine passgenaue Absicherung der Arbeitskraft bilden gemeinsam ein tragfähiges Fundament. Erst wenn diese Bausteine auf die besonderen Anforderungen des Rettungsdienstes abgestimmt sind, entsteht ein Schutz, der der realen Gefährdungslage gerecht wird.

Über Simon Schöffl

Simon Schöffl ist Gründer und Geschäftsführer von RetterFinanz. Er beschäftigt sich seit Jahren mit den finanziellen und absicherungsrelevanten Herausforderungen von Einsatzkräften aus Rettungsdienst, Feuerwehr und vergleichbaren Berufen. Sein Schwerpunkt liegt auf Arbeitskraftabsicherung, Altersvorsorge und strukturiertem Vermögensaufbau unter besonderen dienstlichen Bedingungen. Mehr Informationen unter: https://retterfinanz.de/

Pressekontakt:

Retterfinanz
Ansprechpartner: Merlin Stumpe
Sandkamp 9
23684 Scharbeutz
E-Mail: kontakt@retterfinanz.de
Webseite: https://retterfinanz.de/

Original-Content von: Retterfinanz übermittelt durch news aktuell

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