Salzburger Festspiele: Belgier Peter de Caluwe wird neuer Intendant
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 17:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Salzburger Festspiele haben den belgischen Opernmanager Peter de Caluwe als künftigen Intendanten des renommierten Opern-, Konzert- und Theaterfestivals ausgewählt.
Entscheidung für neuen Festspielchef gefallen
Nach Angaben aus Festspielkreisen ist die Entscheidung zugunsten de Caluwes getroffen worden, zuvor hatte der Sender ORF darüber berichtet. Am Freitag soll die neue Leitung des Festivals offiziell vorgestellt werden. Damit steht innerhalb kurzer Zeit ein neuer Festspielchef fest.
Profil des künftigen Intendanten
Peter de Caluwe, Jahrgang 1963, leitete von 2007 bis 2025 das Opernhaus La Monnaie in Brüssel. Aktuell ist er Geschäftsführer des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2030 im belgischen Löwen. Mit der Berufung des Opernfachmanns setzen die Festspiele auf einen kulturell und organisatorisch erfahrenen Leiter.
Hinterhäusers Abgang im Streit
Eine Neubesetzung wurde notwendig, nachdem der langjährige Intendant Markus Hinterhäuser seinen Posten im März vorzeitig geräumt hatte. Hintergrund war ein Streit mit dem Festspielkuratorium, in dem die Vertreter der öffentlichen Geldgeber zusammengeschlossen sind. Hinterhäusers Qualitäten als Programmgestalter galten als unbestritten, sein Führungsstil hatte jedoch zu Konflikten geführt.
Übergangsintendantin bis zum Start der neuen Ära
Für die Festspielsommer 2026 und 2027 übernimmt die Deutsche Karin Bergmann als Übergangs-Intendantin die Verantwortung. Sie soll die künstlerische und organisatorische Kontinuität sichern, bis der neue Festspielchef seine Arbeit aufnimmt und eigene Akzente setzt.
Signal für Kontinuität und Neuaufstellung
Mit der Auswahl von Peter de Caluwe setzen die Salzburger Festspiele auf einen international erfahrenen Opernmanager, der große Häuser und komplexe Strukturen kennt. Seine lange Amtszeit an der Brüsseler Oper La Monnaie und die aktuelle Verantwortung für das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2030 deuten auf Routine im Umgang mit vielfältigen Kulturakteuren und öffentlichen Geldgebern hin. Für das Festival bedeutet dies eine Entscheidung zugunsten eines Profils, das künstlerische Erfahrung und Verwaltungskompetenz verbindet.
Konflikt um Hinterhäuser und Rolle des Kuratoriums
Der vorzeitige Abgang von Markus Hinterhäuser hat deutlich gemacht, wie eng künstlerische Freiheit und Erwartungen der öffentlichen Geldgeber miteinander verflochten sind. Das Festspielkuratorium vertritt jene Institutionen, die einen wesentlichen Teil der Finanzierung sichern. Dass es zum Streit über Führungsfragen kam, verweist auf Spannungen zwischen Programmgestaltung, Personalführung und Kontrollansprüchen. Vor diesem Hintergrund wird die Person des neuen Intendanten auch daran gemessen werden, ob sie Vertrauen zwischen Kuratorium, Mitarbeitenden und Künstlern stabilisieren kann.
Übergangsphase und Ausblick für Publikum und Stadt
Mit der Übergangsintendantin Karin Bergmann für die Sommer 2026 und 2027 steht eine zweijährige Phase der Konsolidierung bevor, in der laufende Planungen gesichert und zugleich Weichen für die Ära de Caluwe gestellt werden. Für das internationale Publikum und die Gastgeberstadt Salzburg ist Kontinuität bei Programmqualität und wirtschaftlicher Stabilität zentral, da die Festspiele bedeutende touristische und kulturelle Effekte haben. Entscheidend wird sein, wie früh der künftige Intendant mit seinem künstlerischen Profil sichtbar wird und ob es ihm gelingt, das Festival in einer Zeit zunehmenden Wettbewerbs zwischen großen europäischen Kulturinstitutionen weiter zu profilieren.
