Saggen, Low-Rise-Jeans

Saggen: Junge Leute tragen Hosen wieder auf halbmast

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 05:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Tief sitzende Jeans und Hüfthosen feiern ein Comeback. Modeexpertinnen erklären die Verbindung zu Hip-Hop, Popkultur und dem beschleunigten Trendwechsel.

Mode zwischen Hip-Hop und 2000er-Retro

  • Der Begriff „Saggen“ leitet sich vom englischen „sagging“ für durchhängend oder sackend ab.
  • Sabine Resch führt den Stil auf die Hip-Hop-Kultur der Bronx in den 1990er Jahren zurück.
  • Britney Spears, Paris Hilton und Kate Moss prägten den Aufstieg der Low-Rise-Jeans.
  • Die Hüfte sitzt auf der Hose, der Schritt hängt tief - ursprünglich kommt der Kleidungsstil aus der Hip-Hop-Kultur. - Bild: Katharina Kausche/dpa
  • Bei jungen Frauen sind Hüfthosen - sogenannte Low-Rise-Jeans - wieder angesagt. - Bild: Katharina Kausche/dpa
  • Bereits in den 1990er und 2000er Jahren waren die sogenannten Baggy Pants angesagt. Heute heißt der Trend allerdings «saggen». - Bild: Katharina Kausche/dpa
  • Britney Spears, Paris Hilton oder Kate Moss machten die Hüfthosen in den 2000er Jahren populär. - Bild: Katharina Kausche/dpa
Die Hüfte sitzt auf der Hose, der Schritt hängt tief - ursprünglich kommt der Kleidungsstil aus der Hip-Hop-Kultur. - Bild: Katharina Kausche/dpa Bei jungen Frauen sind Hüfthosen - sogenannte Low-Rise-Jeans - wieder angesagt. - Bild: Katharina Kausche/dpa Bereits in den 1990er und 2000er Jahren waren die sogenannten Baggy Pants angesagt. Heute heißt der Trend allerdings «saggen». - Bild: Katharina Kausche/dpa Britney Spears, Paris Hilton oder Kate Moss machten die Hüfthosen in den 2000er Jahren populär. - Bild: Katharina Kausche/dpa

Tief sitzende Hosen kehren zurück

Junge Leute tragen wieder tief sitzende Jeans, die häufig den Bund der Boxershorts sichtbar machen. Der aktuelle Trend heißt „Saggen“ und erinnert an die Baggy Pants der 1990er und 2000er Jahre.

Vom Hip-Hop-Stil zum Modetrend

Der Begriff geht auf das englische „sagging“ zurück und bezeichnet einen durchhängenden oder sackenden Schnitt. Die Münchner Modejournalistin Sabine Resch erklärt die Ursprünge mit dem Solidaritätsverhalten von Hip-Hop-Anhängern in der Bronx, deren inhaftierten Freunden aus Sicherheitsgründen die Gürtel abgenommen worden seien.

Heute verbreite sich der Stil auch über die Hip-Hop- und Rap-Kultur. Popstars wirkten dabei als Trendsetter für jüngere Menschen.

Kürzere Shirts verändern den Look

Im Vergleich zu früheren Kombinationen mit sehr weiten, langen T-Shirts tragen viele junge Menschen heute kürzere Oberteile. Dadurch rückt der Bund der Unterhose stärker ins Blickfeld, wodurch auch bestimmte Unterwäschemarken wieder an Bedeutung gewinnen können.

Low-Rise-Jeans erinnern an die 2000er

Parallel kehren bei jungen Frauen Hüfthosen zurück. Die sogenannten Low-Rise-Jeans wurden in den 2000er Jahren unter anderem durch Britney Spears, Paris Hilton und Kate Moss populär.

Zusammen mit kurzen Oberteilen kann dabei der Slip sichtbar werden. Auch Bauchtattoos, die früher als „Arschgeweih“ verspottet wurden, verlieren nach Einschätzung der Modejournalistin Diana Weis ihr früheres Stigma.

Retro als Reaktion auf die Gegenwart

Modeexpertinnen erklären die Rückkehr vergangener Stile mit Vertrautheit und Eskapismus. Soziale Medien dienten als umfangreiches Bildarchiv, in dem jüngere Generationen frühere Looks von Popstars und Prominenten wiederentdeckten.

Nach Einschätzung von Resch beschleunigt sich der Rhythmus der Mode. Während es im 20. Jahrhundert zwei bis vier Kollektionen pro Jahr gegeben habe, seien es heute bis zu 16.

Mehrere Trends bestehen gleichzeitig

Der schnelle Wechsel günstiger, trendbezogener Kollektionen wird als Fast Fashion bezeichnet. Dadurch können Menschen ihren Stil häufiger verändern und etwa zwischen Hüfthose und Skinny-Jeans wechseln.

Die Modeprofessorin Weis beschreibt Kleidung deshalb als fluider und weniger eng mit der Identität verbunden als in früheren Jugendkulturen. Resch rät, nicht jeden Trend mitzumachen, nur weil er gerade populär ist.

Der Begriff „Saggen“ beschreibt einen bekannten Modestil in neuer sprachlicher Verpackung: Tief sitzende, weit geschnittene Hosen waren bereits in den 1990er- und 2000er-Jahren verbreitet. Die aktuelle Rückkehr verbindet diesen Look mit kürzeren Oberteilen und macht dadurch den Bund der Unterwäsche sichtbarer.

Die Wiederkehr solcher Trends folgt einem Muster der Modebranche. Vergangene Jahrzehnte liefern leicht zugängliche Vorbilder, die über soziale Netzwerke, Musikvideos und Prominentenbilder neu kombiniert werden. Für jüngere Trägerinnen und Träger ist der Stil nicht zwingend mit den früheren sozialen oder kulturellen Bedeutungen verbunden.

Schneller Wechsel durch digitale Bilderwelten

Soziale Medien verkürzen den Weg von der Inspiration zum Massenphänomen. Zugleich beschleunigt Fast Fashion den Wechsel zwischen unterschiedlichen Schnitten, weil deutlich mehr Kollektionen als früher in kurzer Folge auf den Markt kommen.

Die Folge ist eine größere Gleichzeitigkeit von Trends: Weite Hosen, Low-Rise-Jeans und Skinny-Modelle können nebeneinander bestehen. Für Verbraucher bedeutet das mehr Auswahl, aber auch einen höheren Druck, Kleidung häufiger auszutauschen. Der Trend zu tief sitzenden Hosen ist deshalb weniger eine vollständige Ablösung früherer Schnitte als eine weitere Option im schnell rotierenden Modemarkt.

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