Quecksilberverdacht: DHL-Paketzentrum in Leizen evakuiert
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 04:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach möglichen Vergiftungssymptomen bei einer Paketzustellerin ist ein DHL-Paketzustellzentrum in Leizen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Dienstagnachmittag vorsorglich evakuiert worden.
Mehr als 20 Beschäftigte evakuiert
Polizei und Feuerwehr waren seit dem Nachmittag an dem Standort im Einsatz. Mehr als 20 Mitarbeiter wurden vorsichtshalber aus dem Gebäude gebracht.
Spezialisten der Feuerwehr klären, um welchen Gefahrstoff es sich handeln könnte. Die Symptome könnten auf Quecksilber hindeuten, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Die Ermittlungen zur Ursache und zu den weiteren Umständen dauern an.
Zustellerin in ärztlicher Behandlung
Die 50 Jahre alte Zustellerin hatte sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet und über körperliche Beschwerden geklagt. Welche Symptome sie zeigte, war zunächst nicht bekannt.
Nach ihren Angaben könnten die Beschwerden mit einer Flüssigkeit zusammenhängen, mit der sie am Freitag während ihrer Tätigkeit als Zustellerin in Kontakt gekommen sein soll. Die Frau wird ärztlich behandelt. DHL war zunächst nicht erreichbar.
Quecksilberfund in Neustadt-Glewe
Am Wochenende war in Neustadt-Glewe ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern eine Wohnung nach einem Quecksilberfund geräumt worden. Eine Bewohnerin hatte online Blumen bestellt; in der Lieferung wurde der gefährliche Stoff entdeckt.
Spezialkräfte der Feuerwehr aus Hamburg bestätigten den Verdacht auf Quecksilber. Zwei Bewohnerinnen mussten ärztlich behandelt werden. Ob ein Zusammenhang mit dem Vorfall im DHL-Zentrum besteht, wird geprüft.
Gefahrstoffverdacht in einem Logistikzentrum
Der Vorfall in Leizen zeigt, wie schnell ein möglicher Gefahrstofffund in einem Paketbetrieb weitreichende Schutzmaßnahmen auslösen kann. In solchen Zentren arbeiten viele Menschen auf engem Raum; eine unbekannte Flüssigkeit kann zudem über Verpackungen, Arbeitsflächen oder Kleidung weitergetragen werden. Die vorsorgliche Evakuierung dient deshalb zunächst dazu, Kontakte zu unterbrechen und Einsatzkräften eine kontrollierte Untersuchung zu ermöglichen.
Quecksilber ist bei Raumtemperatur flüssig und kann insbesondere durch Dämpfe gesundheitsschädlich sein. Das Risiko hängt unter anderem von Menge, Konzentration, Dauer und Art des Kontakts ab. Eine ärztliche Behandlung der betroffenen Zustellerin bedeutet daher zunächst vor allem, Beschwerden fachlich abklären und eine mögliche Belastung dokumentieren zu lassen.
Mögliche Verbindung zu Neustadt-Glewe
Der zeitnahe Quecksilberfund in einer Wohnung in Neustadt-Glewe verleiht dem Geschehen zusätzliche Bedeutung. Dort war der Stoff nach Angaben der Polizei in einer Lieferung mit bestellten Blumen entdeckt worden; zwei Bewohnerinnen mussten ärztlich behandelt werden. Ob beide Fälle tatsächlich zusammenhängen, soll geprüft werden. Für die Bevölkerung ist entscheidend, verdächtige Flüssigkeiten oder beschädigte Sendungen nicht zu berühren, Abstand zu halten und Polizei oder Feuerwehr zu verständigen.
