Quecksilber-Verdacht: DHL-Zentrum in Leizen evakuiert
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das DHL-Logistikzentrum im mecklenburgischen Leizen ist wegen des Verdachts auf einen giftigen Gefahrstoff evakuiert worden.
Polizei und Feuerwehr im Einsatz
Eine Mitarbeiterin meldete sich bei der Polizei und berichtete über Symptome, die auf Quecksilber hindeuten könnten, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Substanz soll sich an oder in einem Paket befunden haben.
Spezialisten der Feuerwehr waren seit dem Nachmittag damit beschäftigt, den möglichen Gefahrstoff zu bestimmen. Mehr als 20 Mitarbeiter wurden vorsorglich aus dem Gebäude gebracht.
Arbeit im Logistikzentrum ruht
Der Betrieb in dem DHL-Zentrum im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurde eingestellt. Welche Beschwerden die Mitarbeiterin hatte, war zunächst nicht bekannt.
Polizei und Feuerwehr waren nach Angaben des Sprechers seit dem Nachmittag am Standort im Einsatz. Weitere Angaben zu möglichen Verletzten oder einer Gefahr für die Bevölkerung lagen zunächst nicht vor.
Quecksilberfund am Wochenende
Am Wochenende war ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern eine Wohnung nach einem Quecksilberfund geräumt worden. Eine Bewohnerin hatte online Blumen bestellt; in der Lieferung wurde der gefährliche Stoff entdeckt.
Spezialkräfte der Feuerwehr aus Hamburg bestätigten den Verdacht auf Quecksilber. Zwei Bewohnerinnen mussten ärztlich behandelt werden.
Warum Quecksilber in Paketen besonders problematisch ist
Quecksilber ist bei Raumtemperatur flüssig und kann bereits durch Verschütten in Innenräumen zum Gefahrstoff werden. Entscheidend für das Gesundheitsrisiko ist vor allem, ob sich Dämpfe bilden und eingeatmet werden. Eine längere oder stärkere Belastung kann unter anderem das Nervensystem, die Nieren, die Lunge und das Immunsystem schädigen.
In einem Logistikzentrum treffen viele Sendungen, Arbeitsplätze und Fördertechnik auf engem Raum zusammen. Bei einem unbekannten Stoff ist deshalb nicht nur der mögliche Inhalt eines einzelnen Pakets relevant: Auch Verpackungsreste, kontaminierte Oberflächen oder eine Verteilung über Arbeitsbereiche müssen ausgeschlossen werden. Die vorsorgliche Räumung ermöglicht es Einsatzkräften, Messungen vorzunehmen und den Stoff fachgerecht zu sichern.
Bedeutung für Beschäftigte und Versand
Für die Beschäftigten steht zunächst die medizinische Abklärung möglicher Symptome im Vordergrund. Ob tatsächlich Quecksilber freigesetzt wurde, in welcher Menge und wie der Stoff in die Sendung gelangte, sind Fragen für Gefahrstoffexperten und Ermittler. Der Vorfall folgt auf einen Quecksilberfund in einer Wohnung in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem zwei Bewohnerinnen behandelt wurden.
Für den Paketversand zeigt sich damit die Bedeutung korrekter Gefahrgutangaben und sicherer Verpackung. Quecksilber gehört nicht in den normalen Versandweg. Sollten sich Hinweise auf eine vorsätzliche oder fahrlässige Aufgabe ergeben, könnten neben den unmittelbaren Einsatzmaßnahmen auch Ermittlungen zur Herkunft und zum Transportweg folgen.
