Prinzessin Astrid in Oslo beigesetzt: Europas Royals nehmen Abschied
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPrinzessin Astrid von Norwegen ist zwei Wochen nach dem Begräbnis ihres Bruders König Harald V. in Oslo beigesetzt worden.
Norwegische Königsfamilie nur teilweise dabei
An der Trauerfeier in der lokalen Kirche nahmen König Haakon VIII., Königin Mette-Marit, Königin Sonja und Kronprinzessin Ingrid Alexandra teil. Auch Prinzessin Märtha Louise, ihr Mann Durek Verrett und ihre drei Töchter waren anwesend.
Prinz Sverre Magnus fehlte, weil er derzeit in Lissabon studiert. Auch Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Königin Mette-Marit, nahm nicht teil. Er sitzt nach einem Urteil in Untersuchungshaft, die er mit elektronischer Fußfessel zu Hause verbringen darf, und erhält nur ausnahmsweise Ausgang.
Royale Gäste aus Europa
Unter den Gästen waren die schwedische Kronprinzessin Victoria, die belgische Prinzessin Astrid und ihr Mann Prinz Lorenz sowie Prinzessin Margaretha von Liechtenstein und Jean von Luxemburg.
Die Trauerfeier würdigte Astrids scharfen Intellekt, ihre Loyalität und ihren Humor. Gemeindepfarrer Paul Erik Wirgenes erinnerte auch an ihre Tierliebe. Zu Aufenthalten im Sommerhaus seien neben Hunden Papageien, Goldfische, Kaninchen und Wellensittiche mitgenommen worden.
Erinnerungen an eine prägende Persönlichkeit
Eine weitere Anekdote handelte von Astrids Unzufriedenheit mit dem Rührei aus der Schlossküche. Sie sei daraufhin selbst zum Koch gegangen, um ihm zu zeigen, wie ein ordentliches Rührei zubereitet werde.
Der frühere norwegische Ministerpräsident und Ex-Nato-Chef Jens Stoltenberg beschrieb Astrid als Frau mit starker Persönlichkeit, klaren Meinungen, scharfen Repliken, Humor und Warmherzigkeit. Über ihre Beziehung zu Harald sagte er: „Kleiner Bruder ist man sein Leben lang. Sie war da, als er geboren wurde. Sie war da, als er starb. Astrid hat auf Harald aufgepasst.“
Abschied nach langer Krankheit
Astrid war am 11. September im Alter von 94 Jahren gestorben, zwei Tage nach der Beisetzung ihres Bruders am 9. September. Ihre Gesundheit war bereits länger angeschlagen; im Mai war ihr vorübergehend ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.
Bis zuletzt hatte sie royale Pflichten übernommen. Am Todestag und am Tag ihrer Beisetzung wurde die Flagge auf dem Balkon des Königsschlosses in Oslo auf halbmast gesetzt. König Haakon trug den Sarg seiner Tante gemeinsam mit anderen Angehörigen nach der Trauerfeier aus der Kirche.
Trauerwochen der norwegischen Monarchie
Die Beisetzung fällt in eine außergewöhnliche Phase für das norwegische Königshaus. König Harald V. war am 28. August gestorben und am 9. September staatlich beigesetzt worden. Prinzessin Astrid nahm an dieser Trauerfeier noch teil; zwei Tage später starb sie selbst. Damit verlor die Familie innerhalb kurzer Zeit zwei prägende Mitglieder.
Astrid hatte über Jahrzehnte eine besondere Rolle übernommen. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter Kronprinzessin Märtha unterstützte sie ihren Vater und später ihren Bruder bei repräsentativen Aufgaben. Sie war keine regierende Monarchin, galt aber als verlässliche Stütze des Hauses und blieb auch im hohen Alter öffentlich präsent.
Symbolik über Norwegen hinaus
Die Anwesenheit von Royals aus Schweden, Belgien, Liechtenstein und Luxemburg zeigt zugleich die familiäre Vernetzung der europäischen Monarchien. Besonders eng ist die Verbindung nach Schweden, weil Astrids Mutter aus dem schwedischen Königshaus stammte. Solche Trauerfeiern haben deshalb neben der privaten auch eine dynastische und diplomatische Dimension.
Für die norwegische Königsfamilie markiert die Beisetzung einen weiteren Einschnitt während des Übergangs auf König Haakon VIII. Die teilweise Abwesenheit einzelner Angehöriger verweist dabei auf unterschiedliche Lebenssituationen innerhalb der Familie, ohne die öffentliche Bedeutung der Trauerfeier zu mindern.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WEB.DE: „Astrid von Norwegen: Diese Royals reisen zur Trauerfeier nach Oslo“ (22.09.2026)
Der Bericht hebt hervor, dass neben Kronprinzessin Victoria von Schweden auch Prinzessin Astrid und Prinz Lorenz aus Belgien nach Oslo gereist seien. Anders als die dpa-Meldung richte er den Schwerpunkt auf die symbolische Bedeutung der Namensverbindung zwischen der Verstorbenen und der belgischen Königin Astrid; zugleich bestätige er Ort und Datum der Beisetzung sowie die erwartete Anwesenheit zentraler norwegischer Familienmitglieder.
Merkur: „Kronprinzessin Victoria reist zu Tante Astrids Begräbnis“ (22.09.2026)
Der Artikel betone die familiäre Verbindung zwischen dem norwegischen und schwedischen Königshaus und ordne Victorias Teilnahme als besondere Geste ein. Zudem beschreibe er Astrids langjährige Unterstützerrolle für die norwegische Monarchie und ihre angeschlagene Gesundheit; offen geblieben sei vor der Feier, welche weiteren Angehörigen teilnehmen würden.
Beide Berichte bestätigten die erneute Trauerfeier in Oslo und die Teilnahme Victorias, setzten aber unterschiedliche Akzente: WEB.DE betone die internationale Zusammensetzung der Gäste, während Merkur die schwedisch-norwegische Familiengeschichte und Astrids Lebensleistung hervorhebe.
