Philippinen: Ermittler nehmen Meghans Halbbruder ins Visier
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDatenträger und Ermittlungen in Cebu
- Innenminister Juanito Victor Remulla nannte Thomas Markle Jr. eine Person von Interesse, nicht einen Verdächtigen.
- Die Polizei in Cebu erhielt in der vergangenen Woche einen richterlichen Beschluss zur Untersuchung der Beweismittel.
- Meghan erklärte Ende Oktober, sie sei bereits 2018 über beunruhigende Vorwürfe gegen ihren Vater informiert worden.
Ermittlungen gegen Thomas Markle weiten sich aus
Auf den Philippinen wird im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Thomas Markle nun auch gegen dessen Sohn Thomas Markle Jr. ermittelt. Innenminister Juanito Victor Remulla sagte in Manila, der Halbbruder von Herzogin Meghan könne in die mutmaßlichen Straftaten verwickelt sein, werde aber bislang nur als Person von Interesse betrachtet.
Bei den Ermittlungen seien etwa 7.500 Fotos und ein Video mit Aufnahmen mutmaßlich missbrauchter Minderjähriger sichergestellt worden, erklärte Remulla.
Vier Kisten mit Beweismitteln übergeben
Thomas Markle Jr. habe den Behörden vier Kisten mit Computern, Mobiltelefonen, Festplatten und alten Videokassetten übergeben. Die Polizei in Cebu erhielt den Angaben zufolge in der vergangenen Woche einen richterlichen Beschluss, um die Datenträger und Unterlagen zu untersuchen.
Genaue Einzelheiten dazu, warum der Sohn ins Visier der Ermittler geriet, wurden zunächst nicht genannt. Das sichergestellte Material soll Kinder aus Asien, Lateinamerika und Europa zeigen. Remulla bezeichnete die Aufnahmen als besonders verstörend.
Vorwürfe gegen Meghans Vater
Im Oktober war bekanntgeworden, dass Thomas Markle in seinem früheren Haus in der Provinz Cebu eine große Menge kinderpornografischen Materials zurückgelassen haben soll. Markle, der mittlerweile wieder in den USA lebt, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als kranke Lügen.
Meghan hatte sich nach Bekanntwerden der Berichte zutiefst bestürzt gezeigt. Sie erklärte, sie sei bereits 2018 von britischen Sicherheitsbehörden über beunruhigende und verstörende Vorwürfe gegen ihren Vater informiert worden.
Meghan begründet Kontaktabbruch
Die Ehefrau von Prinz Harry erklärte, ihre Distanz zu ihrem Vater und die Entscheidung, ihm den Kontakt zu ihren Kindern zu verweigern, habe nur einem Grund gedient: deren Schutz. Die weitere Auswertung der Beweismittel soll nun klären, wie das Material entstand und wem es zugeordnet werden kann.
Der Fall verbindet Ermittlungen auf den Philippinen mit einem international sensiblen Vorwurf: Das sichergestellte Material soll Aufnahmen von mutmaßlichem sexuellem Missbrauch Minderjähriger enthalten. Für die philippinischen Behörden steht damit zunächst die forensische Auswertung der Datenträger im Mittelpunkt. Entscheidend sind Herkunft, Entstehungszeit und Verantwortlichkeit für die Dateien.
Die Ermittlungen richten sich nach der dpa-Meldung inzwischen auch auf Thomas Markle Jr. Der Halbbruder Meghans gilt dabei ausdrücklich nur als Person von Interesse. Seine Übergabe von vier Kisten mit Computern, Mobiltelefonen, Festplatten und Videokassetten macht ihn zu einem wichtigen Zeugen und zugleich zu einem möglichen Gegenstand weiterer Befragungen.
Internationale Dimension des Falls
Die Zahl der sichergestellten Dateien verleiht dem Vorgang erhebliches Gewicht. Genannt werden etwa 7.500 Fotos und ein Video mit mutmaßlichen Missbrauchsdarstellungen; die mutmaßlich abgebildeten Kinder sollen aus mehreren Weltregionen stammen. Daraus können sich neben philippinischen Ermittlungen auch Fragen nach grenzüberschreitender Strafverfolgung, Opferschutz und der Sicherung digitaler Beweise ergeben.
Für Meghan und ihre Familie verschärft der Vorgang den bereits bestehenden Bruch mit Thomas Markle. Ihre Erklärung, den Kontakt zum Vater auch zum Schutz ihrer Kinder beendet zu haben, ordnet ihre öffentliche Reaktion ein, ersetzt aber keine strafrechtliche Bewertung. Diese hängt von der Auswertung der Beweismittel und den weiteren Entscheidungen der philippinischen Ermittlungsbehörden ab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: „Philippinische Polizei findet Bilder von Kindesmissbrauch auf Geräten von Meghans Vater“ (04.11.2026)
Der Bericht hebt hervor, dass auf drei Speicherkarten und einem Mobiltelefon Material entdeckt worden sei, die Thomas Markle Jr. übergeben habe. Zugleich betone der philippinische Polizeichef, vorschnelle Schlussfolgerungen zu vermeiden und zunächst Herkunft sowie Verantwortlichkeit zu klären.
n-tv: „Der Tag: Ermittler finden Bilder von Kindesmissbrauch auf Geräten von Meghans Vater“ (04.11.2026)
Der Beitrag stelle den Fund in den Zusammenhang der Vorwürfe gegen Thomas Markle und der Reaktion Meghans. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf den Fund auf den Datenträgern und die Warnung der Polizei vor voreiligen Schlüssen; offen bleibe die strafrechtliche Zuordnung des Materials.
Beide Beiträge bestätigten den Fund auf von Thomas Markle Jr. übergebenen Datenträgern und stellten die laufende Prüfung durch die Behörden heraus. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung von Polizeiwarnung, Familienreaktion und internationalem Hintergrund.
