Philippe Sands erhält Friedenspreis mit 25.000 Euro
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPreisübergabe in Frankfurt
- Philippe Sands nahm den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse entgegen.
- Der französisch-britische Jurist arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und lehrt als Professor in London.
- Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben.
Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse ist der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden.
Einsatz für Menschenrechte
Sands arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und setzt sich dort unter anderem dafür ein, Umweltzerstörung als internationalen Straftatbestand zu etablieren.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels würdigte ihn im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als engagierten Humanisten. Sands trete trotz wachsender Widerstände für Menschenrechte ein und ringe um Gerechtigkeit und Verständigung.
Verteidigung des Völkerrechts
In der Begründung des Stiftungsrats wird Sands außerdem für seinen Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts gewürdigt.
Der Friedenspreis ehrt Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft oder Kunst, die zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Zu den bekannten Preisträgern der vergangenen Jahre zählt der Autor Salman Rushdie.
Völkerrecht im Mittelpunkt
Die Auszeichnung rückt einen Juristen in den Mittelpunkt, dessen Arbeit an der Schnittstelle von Recht, Politik und Menschenrechten liegt. Sands verbindet wissenschaftliche Tätigkeit mit praktischer Arbeit am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.
Besondere Bedeutung hat sein Einsatz für die internationale Ahndung von Umweltzerstörung. Sollte sich der Ansatz politisch und rechtlich durchsetzen, könnten schwere Schäden an der Umwelt stärker als bislang als Angelegenheit internationaler Strafverfolgung behandelt werden. Der Weg dorthin erfordert allerdings breite staatliche Zustimmung und klare rechtliche Kriterien.
Preis zum Buchmesse-Abschluss
Die Verleihung beendet traditionell die Frankfurter Buchmesse und verbindet literarische Öffentlichkeit mit gesellschaftspolitischen Debatten. Mit 25.000 Euro gehört der Friedenspreis zu den wichtigen deutschen Auszeichnungen für Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft und Kunst.
Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Übergabe anwesend ist, unterstreicht die öffentliche Bedeutung des Preises. Sands tritt damit in eine Reihe international bekannter Preisträger, zu denen in den vergangenen Jahren auch Salman Rushdie gehörte.

