Ostro??ka: Neun Verletzte bei Messerattacke an Berufsschule
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 16:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einer Messerattacke in einem Berufsschulzentrum im polnischen Ostro??ka sind mindestens neun Menschen verletzt worden, darunter fünf Schüler, zwei Lehrer und zwei Passanten.
Mutmaßlicher Täter festgenommen
Nach Angaben der Polizei wurde ein 19-Jähriger als mutmaßlicher Täter festgenommen. Die Verletzten, darunter zwei Schwerverletzte, kamen mit Krankenwagen und Rettungshubschraubern in Krankenhäuser.
Der Angriff ereignete sich in Ostro??ka in der Woiwodschaft Masowien, knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau. Augenzeugen berichteten von einem Mann mit einem Messer und von Hilferufen. Einige Schüler hätten sich in Klassenzimmern verbarrikadiert.
Passanten auf der Flucht verletzt
Nach dem Angriff soll der Mann das Schulgelände verlassen und auf der Flucht zwei unbeteiligte Passanten verletzt haben. Rund eine halbe Stunde später sei er nach einer Fahndung am Stadtrand festgenommen worden.
Der Verdächtige habe sich ebenfalls verletzt und werde medizinisch versorgt, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Zum Motiv werde ermittelt. Sein Rucksack wurde sichergestellt und sollte von Experten auf mögliche Sprengstoffspuren untersucht werden.
Schule bleibt geschlossen
Nach Angaben des Woiwoden von Masowien, Mariusz Frankowski, ist der mutmaßliche Täter polnischer Staatsbürger. Medienberichte über eine andere Herkunft wies er zurück. Der Mann soll selbst Schüler der Berufsschule sein und wegen eines früheren Drogenbesitzes polizeibekannt gewesen sein.
Der Bürgermeister von Ostro??ka, Pawel Niewiadomski, erklärte die Lage für unter Kontrolle und kündigte psychologische Unterstützung für Schüler und Lehrer an. Das Berufsschulzentrum bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Die Stadt mit rund 48.000 Einwohnern liegt in Masowien.
Sicherheitslage an Schulen
Der Angriff in Ostro??ka trifft eine Berufsschule, also einen Ort, an dem Jugendliche und Lehrkräfte den Alltag in Werkstätten, Fachräumen und Klassenräumen teilen. Dass nach der Attacke mehrere Schüler Schutz in Räumen suchten und das Gelände vorübergehend geschlossen wird, zeigt die unmittelbare Bedeutung klarer Notfallabläufe: Alarmierung, Erste Hilfe, Evakuierung und die schnelle Information von Eltern müssen ineinandergreifen.
Bei einem solchen Ereignis beschränkt sich die Bewältigung nicht auf die medizinische Versorgung der Verletzten. Mitschüler, Lehrkräfte und Augenzeugen können auch nach dem Ende des Polizeieinsatzes unter Angst, Schlafproblemen oder Schuldgefühlen leiden. Das angekündigte psychologische Unterstützungsangebot soll deshalb nicht nur den direkt Verletzten zugutekommen, sondern der gesamten Schulgemeinschaft.
Offene Ermittlungen und Folgen
Das Motiv des 19-Jährigen ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Angaben zu seiner möglichen Verbindung zur Schule, zu einer früheren polizeilichen Auffälligkeit und zur Untersuchung seines Rucksacks gehören damit in unterschiedliche Prüfbereiche: Strafverfolgung, Gefahrenabwehr und die Frage, wie die Schule den Alltag künftig sicher organisiert. Für die Stadt stehen zunächst die Versorgung der Betroffenen, die Betreuung der Schüler und eine verlässliche Kommunikation im Mittelpunkt.
