Oktoberfest: Mitarbeiter nach Unfall an Schiffsschaukel reanimiert
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 15:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAm letzten Tag des Oktoberfests ist ein 47 Jahre alter Mitarbeiter einer historischen Schiffsschaukel auf der Oidn Wiesn schwer verletzt worden und musste vor Ort reanimiert werden.
Fahrgeschäft außer Betrieb
Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 10.15 Uhr. Der Mitarbeiter wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht; am Nachmittag lagen zunächst keine neuen Informationen zu seinem Gesundheitszustand vor.
Nach Angaben der Polizei bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Fahrgäste. Der Betrieb der Schiffsschaukel wurde eingestellt, der Bereich abgesperrt.
Verletzung an der Halswirbelsäule
Der 47-Jährige wurde bei dem Unfall im Bereich der Halswirbelsäule von der Schiffsschaukel getroffen, sagte Julian Tanzer von der Aicher-Ambulanz. Mehrere Rettungskräfte hätten ihn etwa zwei Minuten nach dem Unfall versorgt.
Ein Kriseninterventionsteam betreute Zeugen. Die Kriminalpolizei befragte nach Angaben der Polizei Zeugen und wollte mögliche Videoaufnahmen auswerten; die Ermittlungen sollten voraussichtlich mehrere Tage dauern.
Weitere Unfälle auf dem Fest
Die historische Schiffsschaukel wird laut Oktoberfest-Homepage nicht durch Motoren, sondern durch Muskelkraft und die Schwerpunktverlagerung der Fahrgäste angetrieben. In den schiffsförmigen Gestellen können bis zu zwei Personen Platz finden; einige Anlagen können sich überschlagen.
Bereits am dritten Wiesn-Tag war ein 52 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter eines Freefall-Towers unter einer Gondel eingeklemmt worden und gestorben. Zudem starb eine 90-Jährige im Krankenhaus, nachdem sie auf der Oidn Wiesn beim Streicheln eines Kutschpferdes gestürzt war.
Ein Volksfest mit hoher Sicherheitsrelevanz
Das Oktoberfest zählt zu den größten Volksfesten der Welt und zieht innerhalb weniger Wochen Millionen Menschen auf die Theresienwiese. Die hohe Besucherzahl erhöht nicht automatisch das individuelle Risiko, stellt Rettungsdienste, Polizei und Betreiber von Fahrgeschäften aber vor besondere organisatorische Anforderungen.
Der aktuelle Unfall ereignete sich auf der Oidn Wiesn, dem historischen Bereich des Festes. Bei der dort eingesetzten Schiffsschaukel handelt es sich um ein Fahrgeschäft, das ohne Motoren durch Muskelkraft und Schwerpunktverlagerungen bewegt wird. Gerade bei traditionellen Anlagen müssen Sicherheitsabläufe, Arbeitsbereiche und die Bewegungen der Konstruktion eng aufeinander abgestimmt sein.
Ermittlungen sollen Ursache klären
Die Kriminalpolizei will Zeugen befragen und mögliche Videoaufnahmen auswerten. Entscheidend dürfte sein, ob der Mitarbeiter zum Unfallzeitpunkt im unmittelbaren Bewegungsbereich der Schaukel tätig war, welche Sicherungen galten und ob technische oder organisatorische Faktoren eine Rolle spielten. Belastbare Aussagen dazu sind erst nach Abschluss der Ermittlungen möglich.
Für Besucher wurde nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr gesehen; der Betrieb der betroffenen Schiffsschaukel wurde dennoch eingestellt. Nach dem tödlichen Unfall an einem Freefall-Tower am dritten Wiesn-Tag und dem späteren Tod einer Seniorin nach einem Sturz steht damit erneut die Sicherheit auf dem Festgelände im Mittelpunkt. Die Fälle sind nach den vorliegenden Angaben unterschiedliche Ereignisse und müssen jeweils separat bewertet werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Merkur: „'Schwerer Betriebsunfall' an Fahrgeschäft auf Oktoberfest: Mitarbeiter schwerst verletzt“ (04.10.2026)
Der Bericht bestätige den Unfall gegen 10.15 Uhr auf der Oidn Wiesn und schreibe, der 47-jährige Mitarbeiter sei reanimiert und in eine Münchner Klinik gebracht worden. Anders als die knappe Erstinformation stelle der Artikel zusätzlich die Perspektive einer Schaustellerin und die Betreuung von Zeugen heraus; die genaue Unfallursache bleibe Gegenstand der Ermittlungen.
Merkur: „So viele Besucher wie noch nie auf dem Oktoberfest: 7,4 Millionen Gäste bei Rekord-Wiesn“ (04.10.2026)
Der Bericht ordne den Unfall in eine Bilanz des Oktoberfests ein und schreibe, das Fest habe mit rund 7,4 Millionen Besuchern einen Rekord erreicht. Er bestätige die schwere Verletzung des Mitarbeiters, setze den Schwerpunkt jedoch auf die Größenordnung des Festes und stelle den Vorfall neben weitere Unfälle und Todesfälle.
Beide Berichte bestätigten den Unfall und die anschließende Reanimation; der erste konzentriere sich auf den Ablauf und die Ermittlungen, der zweite auf die Einordnung in die Gesamtbilanz der Wiesn. Die Ursache und der weitere Gesundheitszustand des Mitarbeiters blieben offen.
