Oktoberfest 2026, Wiesn-Halbzeit

Oktoberfest-Halbzeit: 3,8 Millionen Besucher trotz zwei Unglücken

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 16:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Zur Halbzeit des Oktoberfests werden rund 3,8 Millionen Besucher gezählt – mehr als im Vorjahr. Trotz guter Stimmung und verbessertem Sicherheitskonzept überschatten zwei tödliche Unglücke das Fest.

  • Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Voll, voller, Oktoberfest.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Voll, voller, Oktoberfest. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Friedlich und entspannt feiern Gäste auf der Wiesn.    - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Friedlich und entspannt feiern Gäste auf der Wiesn. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Innenminister Dobrindt stößt mit sein italienischen Kollegen Piantedosi an.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Innenminister Dobrindt stößt mit sein italienischen Kollegen Piantedosi an. - Bild: Felix Hörhager/dpa
Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Voll, voller, Oktoberfest.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Friedlich und entspannt feiern Gäste auf der Wiesn.    - Bild: Felix Hörhager/dpa Innenminister Dobrindt stößt mit sein italienischen Kollegen Piantedosi an.  - Bild: Felix Hörhager/dpa

Zur Halbzeit des Oktoberfests haben nach Schätzung der Festleitung rund 3,8 Millionen Menschen die Wiesn besucht – etwa 300.000 mehr als im Vorjahr.

Mehr Gäste, entspannte Atmosphäre

Bei sonnigem Wetter und Temperaturen um 20 Grad oder darüber verlief die erste Woche nach Angaben von Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) friedlich und entspannt. Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sprach von einer harmonischen Atmosphäre.

Polizei und Wiesn-Sanitätsstation verzeichneten zwar mehr Einsätze, zogen aber ebenfalls eine positive Zwischenbilanz. Gefährliche Auslastungsspitzen wie im Vorjahr habe es nicht gegeben. Unter der Woche kamen nach Angaben der Festleitung 18,5 Prozent mehr Besucher, während die Wochenenden leicht unter dem Vorjahresniveau lagen.

Zwei Unglücke überschatten das Fest

Überschattet wurde die Wiesn von zwei Unglücksfällen. Bei Buchloe im Ostallgäu kippte ein Reisebus auf der Autobahn 96 um. Zwei Menschen starben, zahlreiche weitere wurden teilweise schwer verletzt. Die Reisegruppe aus Italien wollte auf dem Oktoberfest feiern.

Am dritten Wiesntag starb zudem ein 52 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter eines Fahrgeschäfts, nachdem ihn eine Gondel getroffen hatte. Warum er sich in dem abgesperrten Bereich aufhielt, ist Gegenstand der Ermittlungen. Bei einem traditionellen Gottesdienst gedachte die Wiesn-Gemeinde des Mannes.

Technik soll Menschenströme lenken

Das optimierte Sicherheitskonzept setzt auf KI-gestützte Videokameras und einen Crowdspotter, der die Lage beobachtet und bei Bedarf per Durchsage eingreift. Am Samstag wurden wegen starken Andrangs zeitweise Eingänge geschlossen. Laut Scharpf entstanden dabei jedoch keine Menschentrauben wie im vergangenen Jahr.

Radler, Souvenirs und Fundsachen

Beim Getränkekonsum war saures Radler ein auffälliger Trend. Der Festbierkonsum ging leicht zurück, Weißbier war dagegen beliebter. Zu den meistbestellten Speisen gehörten Käsespätzle, Bratwürste, halbe Hendl und Ochsen.

Lebkuchenherzen und Pins blieben beliebte Souvenirs, während der Hendlhut weniger gefragt war. Die Fundsachen gingen um 40 Prozent zurück; abgegeben wurden unter anderem ein Bildband über Tibet und ein Rollator.

Polizei zählt rund 470 Verstöße

Rund 600 Polizisten und eine vierstellige Zahl von Ordnern sind im Einsatz. Auf dem Gelände überwachen 56 Polizeikameras das Geschehen. Die Polizei registrierte bislang rund 470 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, darunter Körperverletzungen, sexuelle Belästigung und Upskirting. Drogendelikte nahmen nach den Angaben um fast 50 Prozent zu, häufigste Droge war Kokain.

Dutzende Drohnen wurden gesichtet und teilweise vom Himmel geholt. Während des Oktoberfests gelten strenge Flugbeschränkungen. Ein 52-Jähriger wurde außerdem festgenommen, nachdem er einem 90-jährigen Besucher den Rollator gestohlen hatte.

4.242 Patienten in der Sanitätsstation

Die Wiesn-Sanitätsstation behandelte bislang 4.242 Patienten. 35 Prozent litten unter alkoholbedingten Problemen, 66 Menschen übernachteten zur Entlastung der Münchner Kliniken im sogenannten Hotel Aicher.

Weitere Fälle betrafen Verletzungen, Kreislaufzusammenbrüche und internistische Beschwerden. Ein Berliner brach sich beim Armdrücken den Arm. Erstmals konnten sich Besucher auf der Wiesn gegen Influenza oder Covid-19 impfen lassen.

Fest bis 4. Oktober

Ein eindeutiger Wiesnhit zeichnete sich zur Halbzeit noch nicht ab. Häufig gespielt wurde „Gute Laune“ vom Duo GroßstadtEngel. Das Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober.

Besucherandrang bleibt zentrale Sicherheitsfrage

Die Halbzeitbilanz zeigt ein Spannungsfeld: Mit rund 3,8 Millionen Gästen liegt das Oktoberfest über dem Vorjahreswert, zugleich soll sich der Andrang besser verteilt haben. Besonders die stärkeren Besucherzahlen unter der Woche sprechen dafür, dass die Kampagne der Festleitung zur Entzerrung der Besuchsströme Wirkung entfalten kann.

Das zweite Wiesn-Wochenende bleibt dennoch ein Belastungstest. Das sogenannte Italiener-Wochenende zieht traditionell besonders viele internationale Gäste an; kurze Anreisewege aus Norditalien und die hohe Bekanntheit des Festes verstärken den Zustrom. Die zeitweise Schließung der Haupteingänge am Samstag macht deutlich, dass auch ein verbessertes Konzept bei günstiger Witterung und hoher Nachfrage kurzfristig an Grenzen geraten kann.

Technik ergänzt Personal und Regeln

KI-gestützte Kameras, Crowdspotter, Lautsprecherdurchsagen und ein großes Aufgebot an Polizei und Ordnern sollen kritische Verdichtungen früher erkennen und Besucher lenken. Entscheidend bleibt, ob Warnungen rechtzeitig in konkrete Maßnahmen übersetzt werden und ob Gäste gesperrte oder volle Bereiche tatsächlich meiden.

Für Besucher bedeutet die Bilanz: Das Festgelände kann trotz hoher Gesamtzahlen zeitweise sehr dicht werden. Wer Wartezeiten und Einlassstopps vermeiden will, findet unter der Woche voraussichtlich bessere Bedingungen als an den traditionellen Spitzenwochenenden. Die tödlichen Unglücke erinnern zugleich daran, dass neben der Besuchersteuerung auch der Schutz von Beschäftigten und die Sicherheit einzelner Fahrgeschäfte zentrale Aufgaben bleiben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Großer Wiesn-Andrang – Haupteingänge kurzzeitig geschlossen“ (26.09.2026)

Der Bericht bestätige den zeitweisen Einlassstopp an den beiden Haupteingängen und beschreibe die hohe Verdichtung beim Reservierungswechsel. Anders als die Halbzeitbilanz stelle er die konkrete Samstagssituation und die mehrsprachigen Durchsagen in den Mittelpunkt; zugleich hebe er hervor, dass Kameras, KI-Auswertung und Crowdspotter kritische Staus früher erkennen sollten.

Euronews: „Halbzeit beim Oktoberfest - Wiesn Sperrung wieder akut?“ (26.09.2026)

Der Artikel ordne das Halbzeitwochenende als traditionell besonders besucherstarke Phase ein und verweise auf die Erfahrungen mit Überfüllung im Vorjahr. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf die internationale Dimension, die Unterstützung durch italienische Einsatzkräfte und die technische Überwachung; offen bleibe, wie sich die Besucherströme an den verbleibenden Festtagen entwickeln würden.

Beide Berichte bestätigten den hohen Andrang und die Bedeutung des überarbeiteten Sicherheitskonzepts. Während BR24 die konkrete Zugangssperre am Samstag hervorhebe, konzentriere sich Euronews stärker auf Vorgeschichte und internationale Besucherströme.

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