Oktoberfest 2026, Besucherrekord

Oktoberfest 2026: 7,4 Millionen Gäste machen die Wiesn zur Rekord-Wiesn

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 15:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das Münchner Oktoberfest hat 2026 mit 7,4 Millionen Gästen einen Besucherrekord erreicht. Die Stadt meldet zugleich mehr Bierkonsum und Einsätze – überschattet wurde die Wiesn von mehreren schweren Unglücksfällen.

  • Millionen Besucher zog es auch in diesem Jahr wieder auf die Wiesn. - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Millionen Besucher zog es auch in diesem Jahr wieder auf die Wiesn. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Perfektes Wiesn-Wetter dürfte zu den hohen Besucherzahlen beigetragen haben.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Perfektes Wiesn-Wetter dürfte zu den hohen Besucherzahlen beigetragen haben. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Wiesn gilt als das größte Volksfest der Welt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Wiesn gilt als das größte Volksfest der Welt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Schon nach einer Woche hatte es mit 3,8 Millionen Besuchern einen Halbzeit-Rekord gegeben. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Schon nach einer Woche hatte es mit 3,8 Millionen Besuchern einen Halbzeit-Rekord gegeben. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • An der Schiffsschaukel wurde ein Mitarbeiter schwer verletzt.  - Bild: Christian Kunz/dpa
    An der Schiffsschaukel wurde ein Mitarbeiter schwer verletzt. - Bild: Christian Kunz/dpa
Millionen Besucher zog es auch in diesem Jahr wieder auf die Wiesn. - Bild: Felix Hörhager/dpa Perfektes Wiesn-Wetter dürfte zu den hohen Besucherzahlen beigetragen haben.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Wiesn gilt als das größte Volksfest der Welt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Schon nach einer Woche hatte es mit 3,8 Millionen Besuchern einen Halbzeit-Rekord gegeben. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa An der Schiffsschaukel wurde ein Mitarbeiter schwer verletzt.  - Bild: Christian Kunz/dpa

Das Münchner Oktoberfest hat 2026 mit 7,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern den bisherigen Rekord von 7,2 Millionen aus dem Jahr 2023 übertroffen.

Stadt spricht von Rekord-Wiesn

Der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Christian Scharpf bezeichnete das Fest als bislang meistbesuchtes in seiner Geschichte. Oberbürgermeister Dominik Krause sprach mit Blick auf sein erstes Oktoberfest in diesem Amt von einer friedlichen und entspannten Wiesn.

Nach Angaben der Stadt bewährte sich auch das nachgeschärfte Sicherheitskonzept. Kritische Überfüllungssituationen habe es trotz der Rekordzahl nicht gegeben. Der Versuch, Besucher stärker auf die Wochentage zu verteilen, sei aufgegangen.

Schwere Unfälle überschatten das Fest

Am Morgen des letzten Festtages wurde ein 47 Jahre alter rumänischer Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel schwer verletzt und musste reanimiert werden. Nach Angaben der Polizei hatte er sich in einem Bereich aufgehalten, in dem er nicht hätte sein dürfen. Das für Betriebsunfälle zuständige Kommissariat 13 ermittelt.

Bereits am dritten Wiesntag war ein 52 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter an einem Freefall-Tower ums Leben gekommen. Er wurde unter einer Gondel eingeklemmt. Auch in diesem Fall dauern die Ermittlungen zu den Umständen an.

Todesfälle auch außerhalb der Fahrgeschäfte

Eine über 90 Jahre alte Frau stürzte auf der Oidn Wiesn, als sich ihr Rollstuhl beim Versuch, ein Kutschpferd zu streicheln, im Geschirr verfing. Sie starb sechs Tage später im Krankenhaus. Zudem verunglückte ein Reisebus mit einer aus Italien kommenden Reisegruppe auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu; zwei Menschen starben, weitere wurden verletzt.

Mehr Straftaten und Kokain-Delikte

Die Polizei registrierte 1.851 Einsätze und festgestellte Straftaten, nach 1.748 im Vorjahr. Die Zahl der Straftaten stieg von 748 auf 845. Nach Angaben des Polizeisprechers nahmen insbesondere Betäubungsmitteldelikte, vor allem im Zusammenhang mit Kokain, zu.

80 Sexualdelikte wurden angezeigt, darunter 52 Fälle sexueller Belästigung. In fünf Fällen wird wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt; diese Zahl entsprach der des Vorjahres.

6,7 Millionen Maß Bier ausgeschenkt

Auf der Wiesn wurden 6,7 Millionen Maß Bier getrunken, 2,7 Prozent mehr als 2025. Die Wirte meldeten beim Essen ein Plus von zwei bis drei Prozent. 447.000 der 7,4 Millionen Gäste besuchten die Oidn Wiesn.

Die Aicher Ambulanz versorgte bis Sonntagmittag 8.409 Patienten – knapp 300 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023. 40 Prozent der Behandlungen standen ausschließlich im Zusammenhang mit einer Alkoholvergiftung; der höchste gemessene Wert lag bei 3,8 Promille.

Kuriose Fundsachen

Im Fundbüro wurden unter anderem 1.050 Kleidungsstücke, 700 Geldbeutel und 400 Handys abgegeben. Zu den ungewöhnlicheren Fundstücken gehörten eine Knirschschiene, ein Gebiss, eine 1,80 Meter große Figur eines Imbissstands und ein Bildband über Tibet.

Rekord durch starke Wochentage

Der Besucherrekord fällt trotz einer kürzeren Festdauer als im bisherigen Spitzenjahr 2023. Besonders stark war der Zulauf unter der Woche: In der ersten Festwoche nahm die Zahl von Montag bis Donnerstag gegenüber dem Vorjahr deutlich zu, in der zweiten Woche nochmals stärker. Das entlastet die traditionell besonders dicht besuchten Wochenenden und erklärt, warum das Sicherheitskonzept nach Angaben der Stadt auch bei 7,4 Millionen Gästen ohne kritische Überfüllung funktionierte.

Internationaler Publikumsmagnet

Das Oktoberfest bleibt zugleich ein bedeutender internationaler Anziehungspunkt. Ein wachsender Anteil der Gäste reist aus dem Ausland an; soziale Netzwerke und persönliche Empfehlungen verstärken die weltweite Sichtbarkeit des Festes. Für München bedeutet das zusätzliche Umsätze bei Wirten, Schaustellern, Hotellerie, Gastronomie und Verkehrsbetrieben.

Rekord und Belastungsgrenzen

Die Rekordzahl hat jedoch eine Kehrseite: Mehr Besucher führen zu mehr Rettungseinsätzen, Straftaten und Belastungen für die Infrastruktur. Die beiden tödlichen Arbeitsunfälle sowie der schwere Unfall am letzten Tag rücken zudem die Sicherheit von Beschäftigten in den Mittelpunkt. Für die weitere Festplanung dürfte deshalb entscheidend sein, ob die Verteilung auf Werktage dauerhaft gelingt und wie Kontrollen, Betriebsabläufe und Rettungsstrukturen an die wachsende Größenordnung angepasst werden.

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