Katzenart, Bolivien

Neue Katzenart in Bolivien entdeckt: Leopardus tilcayo lebt in den Anden

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 22:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Forschende haben in den bolivianischen Anden eine neue Wildkatzenart beschrieben. Der Fund könnte auch Konsequenzen für den Schutz anderer Tigerkatzen haben.

Ein Leopardus tilcayo lebt im Tierheim «La Senda Verde». - Bild: Paola Nogales-Ascarrunz/dpa
Ein Leopardus tilcayo lebt im Tierheim «La Senda Verde». - Bild: Paola Nogales-Ascarrunz/dpa

Forschende haben erstmals seit rund 100 Jahren eine neue Katzenart beschrieben: Leopardus tilcayo lebt in den bolivianischen Anden.

Neue Wildkatze in den Anden

Die scheue Wildkatze gehört zu den Tigerkatzen und kommt in der Yungas-Region im Süden Boliviens vor. Die Wissenschaftler wählten den Namen nach der lokalen Bezeichnung Tilcayo, um die kulturelle und regionale Bedeutung zu erhalten.

Referenzexemplar stammt aus Bolivien

Als wissenschaftliches Referenzexemplar dient ein erwachsenes Männchen, das im September 2021 in der Region La Paz nahe dem Dorf Arapata auf 1.570 Metern Höhe lebend gefangen wurde. Die Forscher beschreiben das Tier als kleine Raubkatze mit einer Körperlänge von 42,5 bis 50,5 Zentimetern und großen, leopardenartigen Flecken.

Genetische Analyse ordnet Art neu ein

Nach Angaben der Studie spaltete sich Leopardus tilcayo vor fast 1,4 Millionen Jahren von den nächsten Verwandten ab. Genomweite Analysen hätten geholfen, die Artenvielfalt innerhalb der Tigerkatzen neu zu bewerten.

Folgen für den Schutz

Die Neubewertung hat nach Darstellung der Forschenden Folgen für den Artenschutz. Weil Risikobewertungen und Schutzplanung für jede Art separat erfolgen, müsse jede identifizierte Tigerkatzen-Art als eigene Einheit betrachtet und geschützt werden.

Einordnung: Neue Art, alte Forschungslücken

Die Entdeckung von Leopardus tilcayo zeigt, dass selbst bei vergleichsweise gut untersuchten Säugetiergruppen noch unbekannte Arten beschrieben werden können. Besonders in schwer zugänglichen Regionen wie den Anden bleiben Verbreitung, Bestandsgröße und genetische Abgrenzung oft lange unklar.

Für den Artenschutz ist die wissenschaftliche Einordnung solcher Funde bedeutsam, weil Schutzmaßnahmen meist an einzelne Arten gekoppelt sind. Wird eine bislang zusammengefasste Population als eigene Art erkannt, kann das Folgen für Rote-Listen-Bewertungen, Schutzprioritäten und Managementpläne haben.

Der Fall verweist auch auf eine grundlegende Entwicklung in der Zoologie: Genomweite Analysen verändern zunehmend, wie Forschende Arten unterscheiden. Sichtbare Merkmale allein reichen bei scheuen Wildkatzen oft nicht aus, um verwandte Linien sicher zu trennen. Für Leser ist daran vor allem relevant, dass neue Artenfunde nicht nur die Biodiversität dokumentieren, sondern auch den Blick auf bedrohte Lebensräume und deren Schutzbedarf schärfen.

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