Nebel in Deutschland: Brocken verzeichnete 330 Nebeltage
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNebel prägt Sicht und Sprachgebrauch
- Der DWD zählt den Brocken zu den nebelreichsten Orten Deutschlands.
- Auf der A9 waren 1990 rund 100 Fahrzeuge in die Massenkarambolage verwickelt.
- Der Ausdruck „Nacht und Nebel“ geht auf einen geheimen Erlass vom 7. Dezember 1941 zurück.
Nebel macht Sichtweiten gefährlich kurz
Der Morgen beginnt grau, Felder sind feucht und Straßenlaternen verschwimmen im Dunst: Nebel kann die Sicht in Deutschland auf weniger als einen Kilometer reduzieren. Das Wetterphänomen birgt Gefahren für den Verkehr, prägt Redewendungen und ist mit einer belasteten Geschichte verbunden.
Wasserdampf wird zu sichtbaren Tröpfchen
Nebel besteht aus winzigen Wassertröpfchen, die in Bodennähe schweben und die Sicht behindern. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes entsteht er unter anderem, wenn die Luft abkühlt, durch Verdunstung mehr Wasserdampf enthält oder feuchtwarme und kalte Luft aufeinandertreffen.
Der Brocken hält den Nebelrekord
Zu den nebelreichsten Orten Deutschlands zählt der Gipfel des Brockens im Harz. Dort wurden 1958 an 330 Tagen eines Jahres Nebeltage registriert.
Massenkarambolage auf der A9
Im Oktober 1990 bildete sich in der Münchberger Senke auf der A9 in Oberfranken plötzlich eine dichte Nebelwand. Rund 100 Autos waren in Unfälle verwickelt.
Die Katastrophe verschärfte sich, als ein fast 40 Tonnen schwerer Milchlaster mit zu hoher Geschwindigkeit in die Unfallstelle fuhr und Fahrzeuge zusammenschob. Zehn Menschen starben, 122 wurden verletzt, darunter 38 schwer. Weil der Nebel Hubschraubereinsätze verhinderte, mussten Verletzte mit Krankenwagen oder in Arztpraxen versorgt werden. Die Senke wurde später entschärft.
Flughäfen arbeiten mit Mindestwerten
Bei dichtem Nebel helfen Funksignale vom Boden Piloten bei der Orientierung zur Landebahn. Ob ein Anflug möglich ist, hängt von der Sichtweite und den jeweiligen Mindestwerten des Flughafens ab.
Ist die Sicht zu schlecht, können Flugzeuge zunächst kreisen. Reicht der Treibstoff nicht aus, wird zu einem Ausweichflughafen umgeleitet oder der Flug am Boden verschoben.
Nebel steckt in vielen Redewendungen
Das Wort Nebel lässt sich bis ins Althochdeutsche des 8. Jahrhunderts zurückverfolgen und ist mit dem lateinischen Begriff „nebula“ für Dunst, Nebel oder Wolke verwandt. Wer im Nebel stochert, sucht ohne klare Informationen nach einer Lösung; Nebelkerzen stehen für Ablenkung und Verschleierung.
„Nacht und Nebel“ bezeichnet im Alltag etwas Heimliches. Der Ausdruck geht jedoch auf einen geheimen Erlass Adolf Hitlers vom 7. Dezember 1941 zurück. Verdächtige aus den besetzten Gebieten wurden, wenn sie nicht rasch vor ein Sondergericht kamen, heimlich nach Deutschland gebracht und meist in Konzentrationslager eingewiesen. Ihre Familien blieben über ihr Schicksal im Unklaren.
Nebel entsteht, wenn Wasserdampf in bodennaher Luft zu winzigen Tröpfchen kondensiert und dadurch die Sichtweite unter einen Kilometer sinkt. Besonders häufig tritt das bei feuchter Luft, nächtlicher Abkühlung und schwachem Wind auf. Im aktuellen ruhigen Herbstwetter kann sich die Sicht deshalb regional stark unterscheiden: Während sich Nebelfelder tagsüber vielerorts auflösen, bleiben manche Gebiete länger trüb.
Für den Straßenverkehr ist vor allem die plötzliche Verschlechterung der Sicht gefährlich. Wer in eine Nebelbank fährt, muss die Geschwindigkeit anpassen, ausreichend Abstand halten und die vorgeschriebene Beleuchtung nutzen. Die Massenkarambolage auf der A9 von 1990 zeigt, welche Folgen eine dichte Nebelwand in Verbindung mit zu hohem Tempo haben kann. Dass die Münchberger Senke später entschärft wurde, verweist zudem auf die Bedeutung baulicher und verkehrlicher Konsequenzen nach schweren Unfällen.
Nebel beeinflusst Verkehr und Alltag
Auch die Luftfahrt arbeitet bei eingeschränkter Sicht mit festen Mindestwerten für Anflüge. Reichen die Bedingungen nicht aus, können Umleitungen oder Verzögerungen die Folge sein. Für den Alltag bedeutet die Wetterlage daher nicht nur graue Morgenstunden, sondern regional längere Fahrzeiten und eine erhöhte Aufmerksamkeitspflicht. Die aktuelle Vorhersage nennt nach der Nebelauflösung vielfach heitere oder sonnige Abschnitte, zugleich aber örtlich weiterhin zähen Nebel und Hochnebel.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: „Wetter - Nach Nebelauflösung heiter oder sonnig“ (05.11.2026)
Der Deutschlandfunk beschreibe für den 5. November örtlichen Nebel sowie dessen teils zähe Auflösung. Der Schwerpunkt liege auf der Wetterentwicklung mit heiteren Abschnitten und Temperaturen zwischen 5 und 11 Grad.
n-tv: „Nebel und Frost in Berlin und Brandenburg“ (05.11.2026)
Der Bericht ordne die Wetterlage regional für Berlin und Brandenburg ein und beschreibe Nebel, anschließende heitere Abschnitte sowie Frost in der Nacht. Anders als der Deutschlandfunk konzentriere er sich auf eine konkrete Region und die dortige Entwicklung bis zum Wochenende.
Beide Beiträge stimmten darin überein, dass Nebel regional begrenzt sei und sich tagsüber teilweise auflösen könne. Der Deutschlandfunk setze den Schwerpunkt auf die bundesweite Wetterlage, während n-tv die Auswirkungen für Berlin und Brandenburg konkretisiere.
