NASA beendet Mars-Simulation nach 378 Tagen in Houston
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 01:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie vier Freiwilligen verlassen Mars Dune Alpha
- Ross Elder, Matthew Montgomery, James Spicer und Ellen Ellis beendeten die zweite CHAPEA-Mission der NASA.
- Das Experiment dauerte 378 Tage und fand auf einem fensterlosen Gelände in Houston statt.
- Die nächste Mission des Programms ist für 2027 vorgesehen.
Vier Freiwillige haben nach 378 Tagen eine Mars-Simulation der US-Raumfahrtbehörde NASA in Houston beendet. Die drei Männer und eine Frau verließen das fensterlose Testgelände unter Applaus und Jubel.
Alltag auf 160 Quadratmetern
Ross Elder, Matthew Montgomery, James Spicer und Ellen Ellis lebten mehr als zwölf Monate im Habitat Mars Dune Alpha. Die 160 Quadratmeter große Unterkunft wurde mit einem 3D-Drucker errichtet und durfte während der Mission nicht verlassen werden.
Zum Alltag gehörten der Anbau von Pflanzen, die Instandhaltung des Wohnbereichs und der Maschinen sowie Sport. In einem kleinen Außenbereich simulierten die Teilnehmer Einsätze auf der Marsoberfläche.
Nachrichten kamen zeitversetzt an
Kontakt zu Familie und Freunden war möglich, allerdings unter Bedingungen der simulierten Marszeit. Das Übermitteln einer kurzen SMS dauerte rund 22 Minuten.
Spicer berichtete nach dem Ende, er habe rund 4.000 E-Mails von Angehörigen und Freunden erhalten. Die Teilnehmer waren keine ausgebildeten NASA-Astronauten; für die Bewerbung galten unter anderem Alters-, Gesundheits- und Ausbildungsanforderungen.
Programm für künftige Missionen
Das CHAPEA-Programm soll Erkenntnisse für langfristige Aufenthalte auf dem Mond und später auf dem Mars liefern. Die NASA untersucht dabei auch, wie sich Isolation, begrenzte Ressourcen und die tägliche Arbeit unter simulierten Einsatzbedingungen auf Menschen auswirken.
Die erste Mission lief von 2023 bis 2024. Eine weitere Mission ist für 2027 geplant. Vergleichbare Isolationsexperimente gab es unter anderem bei Hi-SEAS auf Hawaii, beim internationalen Projekt Mars 500 und in Biosphere 2 in Arizona.
Auch Deutschland testete Isolation
In Köln beendeten die Europäische Weltraumorganisation ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt im August die Studie Solis100. Dabei verbrachten sechs Teilnehmer 100 Tage in Isolation.
Das CHAPEA-Programm untersucht, wie Menschen unter Bedingungen zurechtkommen, die eine künftige Marsmission möglichst realistisch abbilden sollen. Dazu gehören nicht nur die räumliche Enge und die lange Isolation, sondern auch begrenzte Ressourcen, festgelegte Arbeitsabläufe und verzögerte Kommunikation mit der Erde.
Die 3D-gedruckte Unterkunft in Houston umfasst nach Angaben der NASA rund 1.700 Quadratfuß, also etwa 158 Quadratmeter. Vier Crewmitglieder leben dort jeweils ein Jahr lang und absolvieren simulierte Außeneinsätze. Erfasst werden unter anderem körperliche Gesundheit, Verhalten und Leistungsfähigkeit – Daten, die bei der Planung langfristiger Flüge und Aufenthalte eine Rolle spielen.
Kommunikation als Belastung
Die rund 22-minütige Verzögerung für eine Nachricht entspricht der einfachen Laufzeit eines Signals zwischen Erde und Mars nur annähernd und bildet vor allem die psychologische Herausforderung verzögerter Kommunikation ab. Gespräche können dadurch nicht wie im Alltag geführt werden; die Bewohner müssen Informationen vorausschauend planen und stärker auf zeitversetzte Nachrichten setzen.
Für die Teilnehmer endet mit dem Ausstieg die Isolation, für die Forschung beginnt die Auswertung der gesammelten Daten. Die Ergebnisse sollen helfen, Risiken für Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei künftigen Missionen zu bewerten. Die nächste CHAPEA-Mission ist laut dpa für 2027 vorgesehen; die NASA verfolgt damit ein Programm, das zunächst Erfahrungen für langfristige Aufenthalte und später für bemannte Flüge zum Mars liefern soll.
