Schleswig-Holstein, Deutschland

Nur kurze Zeit in Freiheit: Buckelwal-Tour erneut gestoppt

28.03.2026 - 17:02:22 | dpa.de

Nach tagelangem Bangen konnte sich der gestrandete Buckelwal vor Timmendorfer Strand befreien. Lange war er aber nicht frei in der Ostsee unterwegs.

Umweltschützer und Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei waren am Samstag mit Booten auf der Ostsee unterwegs.  - Foto: Philip Dulian/dpa
Umweltschützer und Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei waren am Samstag mit Booten auf der Ostsee unterwegs. - Foto: Philip Dulian/dpa

Die Freiheit dauerte nicht lange. Nachdem der Buckelwal in der Nacht zum Freitag von einer Sandbank bei Timmendorfer Strand losgekommen war, ist er erneut gestrandet. Der Meeressäuger liegt nun auf einer Sandbank in der Wismarbucht, wie eine Greenpeace-Sprecherin bestätigte.

Landesumweltminister: Wal möglichst in Ruhe lassen

«Nachdem er sich aus seiner misslichen Lage befreien konnte, wurde der Wal heute am Mittag in der Wismarbucht in der Nähe der Insel Walfisch erneut gesichtet», hatte ein Sprecher des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern zuvor bestätigt.

«Bereits gestern wurden neben der Wasserschutzpolizei auch die staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt sowie das Nationalparkamt Vorpommern in Bereitschaft versetzt, um im Falle einer erneuten Strandung des Tieres schnell handeln zu können», sagte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) laut einer Mitteilung. Seine Hoffnung, dass der Wal auf Nahrungssuche den Fischschwärmen folge und seinen Weg zurück in die Nordsee und den Atlantik finde, sei bisher leider nicht erfüllt worden.

«Ich bitte darum, das sicher geschwächte und gestresste Tier möglichst in Ruhe zu lassen, damit sich sein Zustand nicht weiter verschlechtert. Fachleute sind vor Ort und werden der Situation angepasst entscheiden, was zu tun ist», sagte Backhaus.

Suche mit Booten

Ein Boot der Wasserschutzpolizei war seit dem frühen Morgen die Küste abgefahren, wie ein Sprecher dieser Polizei auf Nachfrage sagte. Das Polizeiboot «Walfisch» war demnach zudem auf Streife unterwegs gewesen und hatte die Suche dadurch indirekt unterstützt.

Auch Greenpeace war laut einer Sprecherin der Organisation am Samstag mit zwei Booten an der Suche beteiligt gewesen. Man wolle zu dem Wal gelangen, um ihn weiter in tieferes Wasser der Ostsee zu drängen, hieß es. Im Idealfall finde der junge Wal von dort den Weg zurück in den Atlantik. 

Tier befreite sich vor Timmendorfer Strand

Der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger war am Montagmorgen (23. März) auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt worden. Nach tagelangen Bemühungen zahlreicher Helfer hatte sich das Tier in der Nacht zum Freitag selbst von der Sandbank durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne befreit.

Nach der überraschenden Rettung war der Wal am Freitagnachmittag aus der Lübecker Bucht in Richtung Mecklenburg geschwommen, allerdings in Küstennähe. Zeitweise sei er wieder auf dem Weg ins flachere Wasser gewesen, sagte ein Sprecher der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. Zusammen mit Mitarbeitern von Greenpeace hatte Sea Shepherd das Tier mit Schlauchbooten begleitet. Nach mehreren Stunden wurde die Beobachtung beendet. 

Warum der Wal vor Timmendorfer Strand aufgetaucht war, ist bislang unklar. Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Sie können nach Expertenangaben auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und in der Ostsee landen. Auch Unterwasserlärm könne eine Rolle spielen.

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