Frankfurt, Malaria

Ungewöhnliche Malariafälle Frankfurt: Gesundheitsamt weitet Mückenmonitoring und Hotline aus

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 11:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach neuen Malariafällen nahe dem Frankfurter Flughafen intensiviert das Gesundheitsamt sein Mückenmonitoring und informiert besorgte Bürger über eine Hotline. Die Erkrankungen betreffen auch Anwohner im Stadtteil Schwanheim, die nicht im Ausland gewesen sind.

Ende August waren sechs Malariafälle bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. Nun sind auch zwei Anwohner erkrankt. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
Ende August waren sechs Malariafälle bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. Nun sind auch zwei Anwohner erkrankt. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa

Nach neuen Malariafällen im Umfeld des Frankfurter Flughafens dehnt das Frankfurter Gesundheitsamt seine Untersuchungen und das Mückenmonitoring aus.

Hotline des Gesundheitsamtes stark gefragt

Die erst am Dienstagabend freigeschaltete Hotline des Gesundheitsamtes wird nach Behördenangaben rege genutzt. Pro Stunde gingen fünf bis zehn Anrufe ein, teilte die Behörde in Hessens größter Stadt der Deutschen Presse-Agentur mit. Viele Bürgerinnen und Bürger erkundigen sich zu Prävention und Mückenschutz und äußern Sorgen angesichts der gemeldeten Erkrankungen.

Mückenmonitoring am Flughafen und in Schwanheim

Das Gesundheitsamt vermutet eine am Flughafen eingeschleppte, infizierte Mücke als Ursache der Fälle. Das aktive Mückenmonitoring am Airport wird deshalb ausgeweitet und nun ausdrücklich auch im nahegelegenen Stadtteil Schwanheim betrieben. Ziel ist es, mögliche Malaria-Überträger frühzeitig aufzuspüren und weitere Infektionen zu verhindern.

Neue Fälle bei Anwohnern ohne Auslandsreisen

Am Dienstag wurden zwei Malariaerkrankungen bei Bewohnern von Schwanheim bekannt. Beide befinden sich in medizinischer Behandlung und hatten nach Angaben des Gesundheitsamtes keine Auslandsreisen unternommen. Wie bei den bisherigen Betroffenen handelt es sich um Malaria tropica, die als gefährlichste Form der Krankheit gilt.

Seltene Konstellation – möglicher Zusammenhang wird geprüft

Ob ein direkter Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen bei Flughafenmitarbeitern besteht, wird derzeit untersucht. Eine Malariainfektion bei Anwohnern eines Flughafens sei in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nicht bekannt geworden, erklärte Behördenleiter Peter Tinnemann. Die Situation gilt daher als ungewöhnlich und wird eng begleitet.

Verhaltenshinweise für Bürgerinnen und Bürger

Die Behörde betont, Bürgerinnen und Bürger sollten sich nicht generell sorgen, bei ungewöhnlichen Symptomen jedoch einen Arzt aufsuchen. Malaria wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern durch Mückenstiche. Für Fragen hat das Frankfurter Gesundheitsamt eine Hotline unter der Nummer 069/212-30030 eingerichtet.

Frühere Fälle und Todesopfer am Flughafen

Bereits Ende August waren sechs Malariaerkrankungen bei Mitarbeitern des Frankfurter Flughafens bekannt geworden. Zwei der Betroffenen starben, einer Anfang Juli und ein weiterer im August. Die neuen Erkenntnisse aus Schwanheim fließen nun in die laufenden Untersuchungen der Gesundheitsbehörden ein.

Seltene Autochthon-Infektionen werfen Fragen zum Mückentransport auf

Die neuen Malariafälle im Umfeld des Frankfurter Flughafens sind aus Sicht der öffentlichen Gesundheit deshalb besonders bedeutsam, weil die Betroffenen keine Auslandsreisen unternommen haben. In Deutschland werden Malariaerkrankungen üblicherweise als Reise-Mitbringsel diagnostiziert, autochthone Infektionen gelten als äußerst selten. Die Vermutung einer eingeschleppten infizierten Mücke am Flughafen verweist auf besondere Risiken internationaler Drehkreuze, an denen Mensch und Ware aus unterschiedlichsten Klimazonen zusammentreffen.

Belastung für Flughafen, Stadtteil und Gesundheitsbehörden

Für den Flughafenbetreiber und den Stadtteil Schwanheim bedeutet die Häufung der Fälle eine erhebliche Belastung. Beschäftigte und Anwohner sehen sich mit einer Tropenkrankheit konfrontiert, die bislang vor allem mit Fernreisen in afrikanische oder asiatische Länder verbunden wurde. Das Gesundheitsamt reagiert mit intensiviertem Mückenmonitoring und einer Hotline, um Informationsdefizite zu verringern und Ängste zu adressieren. Solche Instrumente dienen auch dazu, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und Behandlungsketten zu beschleunigen, was bei Malaria tropica für den Krankheitsverlauf entscheidend ist.

Prävention und Kommunikation als Schlüssel für die Bevölkerung

Für die Bevölkerung im Raum Frankfurt steht nun im Vordergrund, wirksame Präventionsmaßnahmen zu verstehen und umzusetzen. Dazu gehören konsequenter Mückenschutz, Aufmerksamkeit für ungewöhnliche Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost sowie eine niedrige Schwelle, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Hinweis der Behörde, dass Malaria nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, soll zugleich Panik entgegenwirken und den Fokus auf den Vektor Mücke lenken. Langfristig dürfte der Fall dazu beitragen, Monitoring- und Sicherheitskonzepte an großen Verkehrsknotenpunkten zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70109925 |