Menschliche Überreste bei Suche nach Kerstin Lee Langley gefunden
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 13:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei der Suche nach der seit 2007 vermissten Kerstin Lee Langley aus Regensburg sind in der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz menschliche Überreste gefunden worden.
Rechtsmedizin soll Identität klären
Die Polizei hatte nach einem konkreten Hinweis damit begonnen, in einem Gebiet nahe eines Flugplatzes zu graben. Ob die Überreste tatsächlich der vermissten Frau zuzuordnen sind, ist nach Angaben der Polizei noch unklar.
Rechtsmedizinische Untersuchungen sollen nun die Identität klären. Die 39-Jährige war im Sommer 2007 von ihrem Bruder als vermisst gemeldet worden.
Suche nach altem Freund blieb erfolglos
Der damalige Lebensgefährte hatte den Ermittlern zufolge angegeben, Kerstin Lee Langley habe sich von ihm getrennt und sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen weggefahren. Diesen Mann konnten die Ermittler bislang nicht ausfindig machen.
Ein Tatverdacht gegen den Lebensgefährten, zu dem die Frau einige Zeit zuvor nach Regensburg gezogen war, erhärtete sich nach Angaben der Polizei nicht. Für Hinweise hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung von 10.000 Euro ausgelobt.
Frühere Suche nach Hinweis aus Fernsehsendung
Bereits 2024 hatten Polizisten einen Teil des Paintner Forsts westlich von Regensburg durchsucht. Anlass war der Hinweis eines Mannes aus Nordrhein-Westfalen nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“.
Der Mann hatte sich selbst als Seher bezeichnet und per E-Mail Angaben zu einem möglichen Ablageort der Leiche gemacht. Bei der Suche mit rund 40 Kräften fanden die Ermittler damals lediglich Überreste, bei denen es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein totes Tier handelte.
Ein Cold Case nach 19 Jahren
Das Verschwinden Kerstin Lee Langleys gehört zu den ungeklärten Fällen in der Region Regensburg. Die Frau war 2007 im Alter von 39 Jahren als vermisst gemeldet worden. Seither ließ sich ihr Aufenthaltsort nicht klären; auch der von ihrem damaligen Lebensgefährten erwähnte alte Freund konnte nach Angaben der Ermittler bislang nicht ausfindig gemacht werden.
Die aktuellen Grabungen markieren deshalb einen neuen Ermittlungsansatz, sind aber noch kein Beleg für die Identität der gefundenen Überreste. Erst rechtsmedizinische Untersuchungen können klären, ob ein Zusammenhang mit dem Vermisstenfall besteht. Bis dahin bleibt auch offen, unter welchen Umständen die Frau verschwunden sein könnte.
Neue Hinweise, alte offene Fragen
Der Fall war bereits 2024 durch die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ erneut öffentlich bekannt gemacht worden. Damals führten Hinweise zu einer Suche im Paintner Forst westlich von Regensburg; die dort geborgenen Überreste wurden nach Einschätzung der Ermittler einem Tier zugeordnet.
Für die Angehörigen könnte die Identifizierung der Überreste eine lange ausstehende Gewissheit bringen. Für die Ermittlungen wäre sie zugleich ein wichtiger Ausgangspunkt: Neben der Identität müssten dann Fundort, Todesursache und mögliche Verantwortlichkeiten rekonstruiert werden. Das Bayerische Landeskriminalamt hält weiterhin eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise bereit.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „Vermisstenfall Kerstin Lee Langley: Grabung im Kreis Neumarkt“ (08.10.2026)
Der Bericht habe über die Grabungsarbeiten bei Kadenzhofen nahe Berg berichtet und den Schwerpunkt auf den konkreten Ablauf der Suche gelegt. Er habe dargestellt, dass zunächst keine Funde gemacht worden seien und die Suche fortgesetzt werden solle; der nun gemeldete Fund menschlicher Überreste gehe darüber hinaus.
Der Beitrag habe außerdem die Vorgeschichte des Falls zusammengefasst: die Vermisstenmeldung aus dem Jahr 2007, die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“, die frühere Suche im Paintner Forst und die weiterhin ausgelobte Belohnung. Offen geblieben seien darin insbesondere der Verbleib der Vermissten und die Identität des damals erwähnten alten Freundes.

