Mein Schiff 3 rammt in Bremerhaven zwei Containerschiffe
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für Schiff und Passagiere
- Die „Mein Schiff 3“ kollidierte beim Auslaufen in Bremerhaven mit zwei festgemachten Containerschiffen.
- Zum Unfallzeitpunkt waren 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord.
- Gegen den Kapitän läuft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen möglicher Verletzung der Sorgfaltspflicht.
Passagiere verlassen beschädigte „Mein Schiff 3“
Nach dem Unfall der „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven haben alle Passagiere das Kreuzfahrtschiff verlassen. Die mehrwöchige Reise zu den Kanaren wurde abgesagt, die Gäste erhalten den Reisepreis zurück.
Reisende berichten von dumpfem Schlag
Steffen Gerntke stand nach eigenen Angaben mit seiner Frau auf dem Deck, als er einen dumpfen Schlag hörte und Qualm sowie einen beißenden Geruch wahrnahm. Angst habe er nicht gehabt, sagte er; die Crew habe sich gut um die Passagiere gekümmert.
Auch andere Reisende schilderten den Moment des Zusammenstoßes. Rosemarie Hofmann bezeichnete die Fahrt nach 300 Metern als die kürzeste Kreuzfahrt ihres Lebens und berichtete von Funken, stürmischem Wetter und großer Unruhe an Bord.
Reise endet nach 300 Metern
Die Gäste zeigten sich enttäuscht, äußerten aber Verständnis für die Absage. Viele hofften zunächst, die Reise könne fortgesetzt werden, bevor sie das Schiff verlassen mussten.
Böe drückt Schiff gegen Containerschiffe
Die „Mein Schiff 3“ war am Sonntagabend beim Auslaufen in Bremerhaven bei stürmischem Wetter mit zwei Containerschiffen kollidiert. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde das Kreuzfahrtschiff von einer Böe erfasst und trieb auf die an der Stromkaje festgemachten Schiffe zu.
Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Fachleute untersuchen die beschädigten Schiffe; die „Mein Schiff 3“ soll zur Reparatur in eine Werft.
Polizei ermittelt gegen Kapitän
Zum Unfallzeitpunkt waren nach Angaben von TUI Cruises 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord. Verletzt wurde niemand.
Die Polizei leitete gegen den Kapitän ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Geprüft wird, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat.
Der Unfall der „Mein Schiff 3“ fällt in eine Phase, in der Kreuzfahrtschiffe beim Auslaufen auf enge Fahrwasser, Wind und den laufenden Hafenbetrieb treffen. In Bremerhaven entscheiden Kapitän und nautische Besatzung über den Zeitpunkt des Auslaufens; Schlepper unterstützen das Manöver, ersetzen aber nicht die Verantwortung der Schiffsführung.
Für die betroffenen Reisenden stehen zunächst praktische Folgen im Vordergrund. Die Kanarenreise ist beendet, die Passagiere erhalten den Reisepreis zurück und müssen ihre Heimreise organisieren. Die Absage verhindert zugleich, dass ein beschädigtes Schiff eine mehrwöchige Fahrt antritt. Für Urlauber bedeutet das dennoch verlorene Reisezeit und die kurzfristige Suche nach Ersatz.
Untersuchung und Reparatur
Die Ermittlungen sollen klären, wie es trotz Schlepperbegleitung und der Wetterbedingungen zum Zusammenstoß kommen konnte. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Sorgfaltspflichten beim Auslaufen eingehalten wurden. Parallel müssen Gutachter die Schäden an den drei Schiffen bewerten; die „Mein Schiff 3“ soll dafür in eine Werft.
Die Auswirkungen reichen über die Passagiere hinaus: Beschädigte Containerschiffe können den Güterverkehr und die Hafenlogistik belasten, während Reparaturdauer und Schadenshöhe über den weiteren Einsatz des Kreuzfahrtschiffs entscheiden. Für Reisende mit künftigen Buchungen ist deshalb vor allem relevant, wann TUI Cruises den Fahrplan der „Mein Schiff 3“ wieder verlässlich bestätigen kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
NDR: „Mein Schiff 3“ rammt Containerschiffe: Ermittlungen gegen Kapitän (26.10.2026)
Der Beitrag bestätige die Ermittlungen gegen den Kapitän und stelle die Verantwortung der Schiffsführung beim Auslaufen heraus. Zusätzlich beleuchte er Windstärke, Schäden an den Schiffen und die notwendige Reparatur in einer Werft.
Stern: „Nach Kollision in Bremerhaven: Kreuzfahrt für rund 2400 Passagiere abgesagt“ (26.10.2026)
Der Artikel bestätige die Absage der Kanarenreise, die Zahl der Gäste und die geplante Reparatur. Sein Schwerpunkt liege stärker auf den Folgen für die Reisenden und der Begründung des Veranstalters.
Einigkeit bestehe über die Kollision, die unverletzten Passagiere und den Werftaufenthalt. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung von Ermittlungen, Wetterbedingungen und Reiseabwicklung; offen blieben die genaue Unfallursache, die Schadenshöhe und die Reparaturdauer.
