Mein Schiff 3, Bremerhaven

Mein Schiff 3 rammt in Bremerhaven zwei Containerschiffe

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 16:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem Zusammenstoß im Bremerhavener Hafen muss das Kreuzfahrtschiff zur Reparatur in eine Werft. Die 20-tägige Kanarenreise mit 2428 Gästen wurde abgesagt; die Polizei prüft nun das Verhalten des Kapitäns.

Folgen für drei Schiffe und 2428 Gäste

  • Die Wasserschutzpolizei leitete gegen den Kapitän ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen möglicher Verletzung der Sorgfaltspflicht ein.
  • Am Unfall waren am Sonntagabend in Bremerhaven die „Mein Schiff 3“ und zwei Containerschiffe beteiligt.
  • An Bord befanden sich 2428 Gäste und 922 Crewmitglieder; weitere Reisen der „Mein Schiff 3“ blieben zunächst offen.
  • Die beschädigte «Mein Schiff 3» muss in eine Werft. - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Die Passagiere konnten nach dem Unfall zunächst auf dem Schiff bleiben. - Bild: Jörn Hüneke/dpa
  • Die Rettungsboote sind zerstört. - Bild: Jörn Hüneke/dpa
  • Am Morgen ankert die «Mein Schiff 3» wieder am Kreuzfahrterminal. - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Fachleute begutachten den Schaden. - Bild: Sina Schuldt/dpa
Die beschädigte «Mein Schiff 3» muss in eine Werft. - Bild: Sina Schuldt/dpa Die Passagiere konnten nach dem Unfall zunächst auf dem Schiff bleiben.  - Bild: Jörn Hüneke/dpa Die Rettungsboote sind zerstört. - Bild: Jörn Hüneke/dpa Am Morgen ankert die «Mein Schiff 3» wieder am Kreuzfahrterminal. - Bild: Sina Schuldt/dpa Fachleute begutachten den Schaden. - Bild: Sina Schuldt/dpa

„Mein Schiff 3“ kollidiert in Bremerhaven mit zwei Frachtern

Beim Auslaufen in Bremerhaven ist die „Mein Schiff 3“ am späten Sonntagabend mit zwei Containerschiffen zusammengestoßen. Die Polizei leitete gegen den Kapitän ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, weil sie einen möglichen Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht prüft.

Windböe drückt Kreuzfahrtschiff auf Frachter

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei erfasste eine Windböe das von Schleppern unterstützte Kreuzfahrtschiff. Es trieb daraufhin auf zwei am Containerterminal Stromkaje liegende Containerschiffe zu.

Bei dem kleineren Containerschiff entstand ein leichter Schaden, beim größeren wurde die Backbordseite auf mehreren Metern aufgerissen und die Containerführungen wurden deformiert. Auch die „Mein Schiff 3“ wurde erheblich beschädigt; auf Bildern waren unter anderem Schäden an Rettungsbooten und der Brücke zu sehen.

Keine Verletzten und kein Wassereinbruch

Die Schäden lagen jeweils mehrere Meter über der Wasserlinie. Nach Angaben der Polizei drang bei keinem der drei Schiffe Wasser ein, und niemand wurde verletzt.

Die „Mein Schiff 3“ kehrte nach dem Unfall zum Kreuzfahrtterminal zurück. Alle drei Schiffe erhielten ein Auslaufverbot, was das Bremer Hafenressort als übliche Vorgehensweise bezeichnete.

Reise zu den Kanaren abgesagt

Technikexperten untersuchten das Kreuzfahrtschiff unmittelbar nach dem Unfall. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich sind.

Die ursprünglich für Sonntagabend geplante 20-tägige Reise zu den Kanaren wurde deshalb abgesagt. Die Reederei erklärte, dies sei die einzig verantwortungsvolle Entscheidung; die Sicherheit von Gästen und Crew habe höchste Priorität.

2428 Gäste waren an Bord

Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich nach Angaben der Reederei 2428 Gäste und 922 Crewmitglieder an Bord. Alle konnten zunächst auf dem Schiff bleiben.

Ob weitere in diesem Jahr geplante Reisen der „Mein Schiff 3“ nach der Reparatur stattfinden können, war zunächst unklar. Auf den Hafenbetrieb in Bremerhaven hatte der Unfall nach aktuellem Kenntnisstand zunächst keine Auswirkungen.

Der Unfall der „Mein Schiff 3“ fällt in eine besonders sensible Phase des Hafenbetriebs: Beim Auslaufen müssen große Kreuzfahrtschiffe auf engem Raum mit Schleppern, Wind und fest vertäuten Frachtern koordiniert werden. Eine einzelne Böe kann dabei erhebliche Kräfte entwickeln, weil ein Schiff dieser Größe nur verzögert auf Ruder- und Schleppermanöver reagiert.

Ermittlungen und Verantwortlichkeit

Das Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Kapitän klärt zunächst, ob die nautische Führung die erforderliche Sorgfalt eingehalten hat. Die Prüfung kann unter anderem Manöver, Kommunikation, Wetterbedingungen und den Einsatz der Schlepper betreffen; eine abschließende Bewertung liegt damit noch nicht vor.

Für die Passagiere hat der Unfall unmittelbare Folgen: Die 20-tägige Kanarenreise entfällt, während das Schiff zur Reparatur in eine Werft muss. Ob weitere geplante Reisen stattfinden können, hängt vom Umfang der Schäden, der Dauer der Reparatur und der anschließenden technischen Freigabe ab.

Bedeutung für Bremerhaven

Der Vorfall zeigt zugleich die wirtschaftliche und logistische Bedeutung eines Hafens, in dem Kreuzfahrt- und Containerverkehr unmittelbar nebeneinander stattfinden. Dass die drei beteiligten Schiffe zunächst nicht auslaufen dürfen, soll die Begutachtung und die Sicherung des Unfallorts ermöglichen. Für Reisende sind neben der Rückabwicklung der abgesagten Kreuzfahrt vor allem Informationen zu Ersatzleistungen, Umbuchungen und möglichen weiteren Ausfällen relevant.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Kreuzfahrtschiff rammt zwei Containerschiffe in Bremerhaven“ (26.10.2026)

Der Beitrag bestätige die Kollision und das Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Kapitän. Er stelle damit stärker die Ermittlungen in den Mittelpunkt, während die dpa-Meldung zusätzlich die abgesagte Kanarenreise und die Schäden an den drei Schiffen ausführlich beschreibe.

stern: „Zusammenstoß in Bremerhaven: Unfall von Kreuzfahrtschiff: Polizei ermittelt gegen Kapitän“ (26.10.2026)

Der Artikel bestätige ebenfalls das Verfahren gegen den Kapitän und die Kollision im Hafen. Der Schwerpunkt liege auf dem polizeilichen Ermittlungsansatz; offen bleibe demnach, worauf sich ein möglicher Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht konkret beziehe.

Übereinstimmend werde der Unfall als Kollision beim Auslaufen beschrieben. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung von Ermittlungen, Reiseabsage und Schadensfolgen.

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