Meerschweinchenrennen in Ecuador: Salcedo feiert 107. Jubiläum mit «Luchito» und Eisverkäufer-Kostüm
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 18:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Gemeinde Salcedo im zentralen Hochland von Ecuador hat ihr 107. Jubiläum mit einem Meerschweinchenrennen und weiteren Wettbewerben gefeiert.
Rennen auf schmalen Holzbahnen
Bei dem Wettbewerb rannten die pflanzenfressenden Nagetiere in schmalen Holzbahnen um die Wette. Solche Rennen gehören in mehreren Regionen Ecuadors zu den Volksbräuchen.
Zu den Feierlichkeiten in Salcedo gehörten außerdem Musik, Tanz und Stierkämpfe.
Schwerstes Tier wiegt fast drei Kilogramm
Bei einem weiteren Wettbewerb wurde «Luchito» mit einem Gewicht von fast drei Kilogramm zum schwersten Meerschweinchen gekürt. Den Kostümwettbewerb gewann ein als Eisverkäufer verkleidetes Tier.
Wirtschaftliche Bedeutung der Zucht
Die Meerschweinchenzucht ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft der mehr als 2.600 Meter hoch gelegenen Region. Das Fleisch der Tiere ist proteinreich und wird in traditionellen Gerichten verwendet.
In der indigenen Medizin werden lebende Meerschweinchen zudem zur spirituellen Reinigung über den Körper erkrankter Menschen gestrichen.
Tradition im Andenhochland
Salcedo liegt in der ecuadorianischen Provinz Cotopaxi im zentralen Andenhochland. Die Gemeinde befindet sich auf mehr als 2.600 Metern Höhe. Landwirtschaft und Tierhaltung prägen die Region; Meerschweinchen, in Ecuador meist „cuy“ genannt, gehören dabei sowohl zur Ernährung als auch zu lokalen Festbräuchen.
Die Wettbewerbe verbinden Unterhaltung mit wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Das Gewicht eines Tieres, seine Präsentation oder ein Kostüm machen sichtbar, welchen Stellenwert die Zucht für viele Familien hat. Bei Festen treten solche praktischen Aspekte neben Musik, Tanz und religiös oder gesellschaftlich geprägten Bräuchen auf.
Zwischen Küche und Volksmedizin
Meerschweinchenfleisch gilt in Ecuador als proteinreich und wird traditionell zubereitet, insbesondere bei Festen und besonderen Anlässen. Die Haltung ist für viele Züchter eine zusätzliche Einnahmequelle und kann zur Versorgung ländlicher Haushalte beitragen.
Auch die indigene Medizin bewahrt Praktiken, in denen lebende Meerschweinchen zur spirituellen Reinigung eingesetzt werden. Diese Bräuche stehen neben modernen medizinischen Angeboten und sind Teil eines kulturellen Erbes, dessen Bedeutung regional unterschiedlich bewertet wird. Für Besucher zeigt das Jubiläum damit nicht nur einen ungewöhnlichen Wettbewerb, sondern auch die enge Verbindung von Landwirtschaft, Festkultur und lokaler Identität.
