Matthias Reim, Musikalbum Flashback

Matthias Reim legt mit „Flashback“ ein Rückblick-Album auf Karrierebeginn vor

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Matthias Reim verarbeitet auf seinem neuen Album „Flashback“ Motive aus eigenen Klassikern und blickt zugleich auf seine wechselvolle Karriere zurück. Inspiriert wurde das Projekt durch alte Demos und die kritische Sicht seines Sohns Julian.

  • Der Sänger bringt ein neues Album heraus. (Archivbild)  - Bild: Michael Matthey/dpa
    Der Sänger bringt ein neues Album heraus. (Archivbild) - Bild: Michael Matthey/dpa
  • Seine Tour war für ihn erfolgreicher als erwartet. (Archivbild)  - Bild: Malte Krudewig/dpa
    Seine Tour war für ihn erfolgreicher als erwartet. (Archivbild) - Bild: Malte Krudewig/dpa
  • Das Album erscheint an diesem Freitag.  - Bild: -/Sony Music/dpa
    Das Album erscheint an diesem Freitag. - Bild: -/Sony Music/dpa
Der Sänger bringt ein neues Album heraus. (Archivbild)  - Bild: Michael Matthey/dpa Seine Tour war für ihn erfolgreicher als erwartet. (Archivbild)  - Bild: Malte Krudewig/dpa Das Album erscheint an diesem Freitag.  - Bild: -/Sony Music/dpa

Matthias Reim blickt mit seinem neuen Album „Flashback“ auf die Anfänge seiner Karriere zurück und greift dabei bewusst Motive aus seinen frühen Songs wieder auf.

Album „Flashback“ als musikalischer Rückblick

Für die Platte, die an diesem Freitag erscheint, hat der Sänger nach eigenen Angaben tief in seiner Vergangenheit gekramt. Elemente seiner größten Hits tauchen in neuen Kompositionen wieder auf und sollen den Bogen von seinem Durchbruch bis in die Gegenwart spannen. Die Idee zu diesem Konzept kam aus der Familie: Sein Sohn Julian hörte sich alte Songs und Demos an und gab Anregungen, welche Stücke ein Revival verdienen.

Alte Zeilen in neuem Gewand

Reim berichtet, Julian habe einzelne frühe Aufnahmen deutlich kritisiert, während sein erster veröffentlichter Song, den man heute erst weit unten bei YouTube findet, große Zustimmung fand. Aus dieser Rückmeldung entstand der Gedanke, ein typisches Achtziger-Jahre-Stück mit erzählender Story noch einmal neu zu produzieren. Auf Konzerten habe Reim erlebt, wie stark die alten Lieder weiterhin beim Publikum ankommen. Je älter er werde, desto mehr würden die Fans seine „Uraltsongs“ feiern, beschreibt er seine Beobachtungen.

Selbstzitate aus frühen Erfolgen

In den neuen Stücken tauchen Zeilen wie „groß wie ein Planet“ oder „Verdammt, ich lieb’ dich immer noch“ wieder auf, die aus seinem früheren Schaffen stammen. Reim sagt, er habe bewusst mit solchen Formulierungen gespielt, weil sie eine plakative Wirkung entfalten, wenn er seine eigenen Zeilen von vor rund 35 Jahren erneut singt. Musikalisch bleibt er seinem Mix aus Rock und Schlager treu. Insgesamt 15 Lieder stehen auf „Flashback“, vier Songs wurden bereits vorab veröffentlicht.

Features und Vorgeschichte des Stars

Im April erschien mit „Keine Freunde bleiben“ ein Feature mit Ballermann-Sängerin Mia Julia, das bereits einen Vorgeschmack auf das neue Album gab. Der große Durchbruch des Sängers kam 1990 mit „Verdammt, ich lieb’ dich“, das zum Nummer-eins-Hit wurde und ihm zunächst viel Geld und Ruhm einbrachte. Später geriet Reim in finanzielle Schwierigkeiten, musste 2006 Insolvenz anmelden und kämpfte sich in den Jahren danach mit neuen Veröffentlichungen zurück.

Tourerfolg und Belastung

Heute füllt der Schlagerstar nach eigenen Angaben wieder große Hallen. Die aktuelle Tour zum 35. Jahrestag seines größten Hits sei so erfolgreich, dass sie ihm zeitweise beinahe zu viel geworden sei. Beim Interview zur neuen Platte zeigt er sich zwar entspannt, verweist aber darauf, dass andere Projekte derzeit auf Eis liegen, weil die intensive Konzertplanung viel Zeit beansprucht.

Privater Neuanfang am Bodensee

Parallel dazu stellt Reim sein Privatleben neu auf. Er beschreibt, er sei Ballast losgeworden und habe sich von mehreren Motorrädern und seinem Boot getrennt. Zudem steht seine rund 600 Quadratmeter große Villa mit zwei Schwimmbädern und 13 Zimmern in Stockach nahe dem Bodensee zum Verkauf, da sie für seine Frau und die gemeinsame Tochter zu groß geworden sei. Stattdessen lebt er inzwischen in einem Neubau mit Wärmepumpe am Bodensee, den er als besser passend für die Familie ansieht.

Bühnenpläne ohne Abschiedstour

Mit Blick auf die Zukunft betont Reim, er habe es nicht eilig und könne auch mit 70 noch Projekte verwirklichen. Auf der Bühne möchte er weiter präsent bleiben, eine Abschiedstour sei nicht geplant. Wann Schluss sei, solle „der liebe Gott“ entscheiden, sagt er. Im November wird der Musiker 69 Jahre alt und betont, er wolle das Hier und Jetzt genießen.

Erinnerung und Glücksgefühl

Reim beschreibt, er befinde sich in einem Alter, in dem man sich gerne erinnere und sich das auch erlaube. Er zieht Parallelen zu seinem Großvater, der häufig von früher erzählt habe. Wenn er selbst zurückblicke, denke er vor allem an das Glücksgefühl in den Jahren des großen Erfolgs. Dieses sei stärker gewesen als die Belastung durch Schulden, die abzubezahlen waren. Rückblickend spricht er davon, der enorme Erfolg und die späteren Erfahrungen seien notwendig gewesen, um ihn zu prägen.

Rückblick eines Ausnahmekünstlers

Matthias Reim gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Figuren im Grenzbereich zwischen Rock und Schlager. Sein neues Album „Flashback“ fügt sich in eine längere Entwicklung ein, in der etablierte Künstler ihre Karriere reflektieren und frühere musikalische Motive neu interpretieren. Gerade im deutschsprachigen Pop-Schlager ist diese Rückschau ein verbreitetes Stilmittel, das an die emotionale Bindung eines treuen Publikums anknüpft. Reims Biografie mit frühem Megahit, tiefem finanziellen Absturz und erfolgreichem Neustart bietet einen starken erzählerischen Rahmen für ein solches Projekt.

Generationenwechsel und Selbstzitat

Bemerkenswert ist die Rolle seines Sohns Julian, der nach Reims Darstellung den entscheidenden Impuls für „Flashback“ gegeben hat. Damit spiegelt sich ein Generationenwechsel innerhalb der Familie, zugleich aber auch ein verändertes Hörverhalten: Alte Demos werden über digitale Plattformen wiederentdeckt und mit heutiger Produktionstechnik neu aufbereitet. Dass Reim bewusst Zeilen und Motive aus eigenen Klassikern wie „Verdammt, ich lieb’ dich“ aufgreift, zeigt einen offenen Umgang mit Selbstzitaten. Für langjährige Fans entsteht ein Wiedererkennungseffekt, während neue Hörer einen Zugang zu seinem Frühwerk erhalten, ohne dass es lediglich nostalgisch kopiert wird.

Karriere, Privatleben und Ausblick

Die parallel laufende Tour zum 35-jährigen Jubiläum seines größten Hits verdeutlicht die anhaltende wirtschaftliche und künstlerische Bedeutung des Songs. Zugleich markiert die Verkleinerung seines privaten Umfelds – der Abschied von Boot, Motorrädern und einer großen Villa zugunsten eines moderneren, kleineren Hauses – eine Phase der Neuordnung. Reim betont, er wolle Projekte auch im höheren Alter angehen und habe keine Abschiedstour geplant. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Album „Flashback“ als Zwischenbilanz lesen: Ein Rückblick ohne Endpunkt, der die Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und weiterer Bühnenkarriere schlagen soll.

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