Lawine am Himlung Himal: Zwei Tote und 14 Vermisste in Nepal
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 14:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach einem Lawinenabgang im Himalaya sind in Nepal mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und 14 weitere werden vermisst.
Lawine trifft Basecamp auf 7.126 Metern
Die beiden geborgenen Toten seien Bergführer gewesen, teilte die Nepal National Mountain Guide Association auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Lawine ging am Sonntagmorgen am Basecamp des Himlung Himal nahe der Grenze zu Tibet ab.
Nach Angaben eines Polizeisprechers befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks mindestens 22 Menschen im Basecamp. Ein vierköpfiges Such- und Rettungsteam ist vor Ort im Einsatz, um nach den Vermissten zu suchen.
Vermisste unter den Schneemassen vermutet
Nach Angaben der Vereinigung nepalesischer Expeditionsveranstalter handelt es sich bei den Vermissten um Mitarbeiter zweier Expeditionsunternehmen. Der Leiter eines betroffenen Veranstalters sagte der dpa, man befürchte, dass viele von ihnen unter den Schneemassen lägen.
Wegen des frischen Schnees bestehe weiterhin Hoffnung, Überlebende zu finden. Die Suche wird jedoch durch die schwierigen Wetter- und Geländebedingungen erschwert.
Herbstsaison durch Unwetter beeinträchtigt
Starker Regen und Schneefall hatten in den vergangenen Tagen Straßen und Trekkingrouten in Nepal beeinträchtigt. Die Behörden setzten deshalb Trekking- und Kletteraktivitäten an mehreren Bergen vorübergehend aus.
Die ungünstigen Wetterverhältnisse treffen die laufende Herbst-Klettersaison. Nach Angaben der Tourismusbehörde haben 579 Bergsteiger aus 67 Ländern Genehmigungen für Besteigungen in dieser Saison erhalten.
Ungewöhnlich schwierige Bedingungen
Der Lawinenabgang trifft Nepal während der laufenden Herbstsaison, in der besonders viele internationale Expeditionen im Himalaya unterwegs sind. Nach Angaben der Tourismusbehörde liegen für die Saison 579 Genehmigungen von Bergsteigern aus 67 Ländern vor. Damit betrifft das Unglück nicht nur ein einzelnes Team, sondern eine Phase mit hoher Aktivität in abgelegenen Hochgebirgsregionen.
Die Wetterlage verschärft die Rettungsarbeiten unmittelbar. Starker Regen und Schneefall haben nach der dpa-Meldung Straßen und Trekkingrouten beeinträchtigt; zugleich wurden Kletter- und Trekkingaktivitäten an mehreren Bergen vorübergehend ausgesetzt. In einer Höhe von 7.126 Metern erschweren frischer Schnee, dünne Luft und die Gefahr weiterer Lawinen den Zugang zum Basecamp.
Bedeutung für Rettung und Bergtourismus
Für die Einsatzkräfte kommt es zunächst darauf an, die Suche nach den 14 Vermissten unter möglichst sicheren Bedingungen fortzusetzen. Die Hoffnung auf Überlebende bleibt nach Einschätzung des betroffenen Expeditionsveranstalters bestehen, solange Verschüttete in Schneehohlräumen Schutz gefunden haben könnten.
Das Unglück macht zugleich die Abhängigkeit des nepalesischen Bergtourismus von kurzfristigen Wetterfenstern sichtbar. Wenn Behörden Touren aus Sicherheitsgründen stoppen, schützt das zwar Bergsteiger und Beschäftigte, führt aber auch zu Verzögerungen, zusätzlichen Kosten und möglichen Einnahmeausfällen für Veranstalter, Träger und lokale Gemeinden. Für Reisende in der Region ist deshalb entscheidend, behördliche Sperren und Wetterwarnungen zu beachten; eigenständige Aufstiege können die Rettung zusätzlich erschweren.
