Berlin, Deutschland

Polizei beendet Geiselnahme in Berlin - Frau gerettet

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 12:07 Uhr, dpa.de

Kurz vor Feierabend bringt ein Mann in einem Supermarkt eine Frau in seine Gewalt. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg. Die Polizei verhandelt - dann stürmt sie das Gebäude.

  • Glücklicherweise sei niemand größer zu Schaden gekommen, erklärte ein Polizeisprecher. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Glücklicherweise sei niemand größer zu Schaden gekommen, erklärte ein Polizeisprecher. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Schusswaffen kamen beim Zugriff nicht zum Einsatz. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Schusswaffen kamen beim Zugriff nicht zum Einsatz. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Neben einem Spezialeinsatzkommando (SEK) waren zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr vor Ort. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Neben einem Spezialeinsatzkommando (SEK) waren zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr vor Ort. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Auch Scharfschützen der Polizei waren bei der Geiselnahme beteiligt. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Auch Scharfschützen der Polizei waren bei der Geiselnahme beteiligt. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Die Polizei erklärte, sie sei «professionell und zielgerichtet» vorgegangen. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Die Polizei erklärte, sie sei «professionell und zielgerichtet» vorgegangen. - Bild: Carsten Koall/dpa
  • Sowohl die Geisel als auch der Geiselnehmer kamen in ein Krankenhaus. - Bild: Carsten Koall/dpa
    Sowohl die Geisel als auch der Geiselnehmer kamen in ein Krankenhaus. - Bild: Carsten Koall/dpa
Glücklicherweise sei niemand größer zu Schaden gekommen, erklärte ein Polizeisprecher. - Bild: Carsten Koall/dpa Schusswaffen kamen beim Zugriff nicht zum Einsatz. - Bild: Carsten Koall/dpa Neben einem Spezialeinsatzkommando (SEK) waren zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr vor Ort. - Bild: Carsten Koall/dpa Auch Scharfschützen der Polizei waren bei der Geiselnahme beteiligt. - Bild: Carsten Koall/dpa Die Polizei erklärte, sie sei «professionell und zielgerichtet» vorgegangen. - Bild: Carsten Koall/dpa Sowohl die Geisel als auch der Geiselnehmer kamen in ein Krankenhaus. - Bild: Carsten Koall/dpa

Der Nervenkrieg dauert mehr als elf Stunden - dann erfolgt der Zugriff. Schwer bewaffnete Spezialeinsatzkräfte der Polizei stürmen am Samstagmorgen gegen 9.20 Uhr einen Supermarkt im Süden Berlins. «Der Täter ist überwältigt und die Geisel befreit», sagt Polizeisprecher Florian Nath wenig später. Nach ersten Angaben des Sprechers steht die Frau, laut Polizei eine Angestellte des Geschäfts, unter Schock.

Rettungskräfte der Feuerwehr brachten sie in ein Krankenhaus. «Die Frau ist wahrscheinlich durch ein Martyrium gegangen», so Nath. Weitere Angaben zu ihrem Zustand konnte er zunächst nicht machen. «Glücklicherweise ist hier niemand größer zu Schaden gekommen. Es gibt keine schwereren Verletzungen, die laut aktuellem Stand zu beklagen wären», ergänzte er. 

Mutmaßlicher Täter auch im Krankenhaus

Auch der mutmaßliche Geiselnehmer kam ins Krankenhaus. Er wurde nach Polizeiangaben bei dem Zugriff leicht verletzt. Schusswaffen kamen dabei nicht zum Einsatz, wie Nath sagte. Es sei ein sogenannter Taser eingesetzt worden. Solche Geräte sollen Menschen durch elektrische Impulse kurzzeitig bewegungsunfähig machen. 

Der Mann hatte die Frau kurz nach 22.00 Uhr am Freitagabend in dem Rewe-Markt im Stadtteil Marienfelde in seine Gewalt gebracht und bedroht. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Der Polizeisprecher machte zunächst keine Angaben zum Alter oder der Nationalität des mutmaßlichen Geiselnehmers. Die Identität und nähere Umstände müssten geklärt werden. Der Mann stehe im Krankenhaus unter Bewachung. 

Hintergründe der Tat unklar

Nach ersten Erkenntnissen sollen der Mann und die Geisel vor der Tat in keiner Beziehung zueinander gestanden haben. Der Mann habe verschiedene Forderungen gestellt, hieß es von der Polizei. «Das waren Impulsforderungen, die sich im schwer nachvollziehbaren Bereich abgespielt haben», so Nath. Sie hätten keinen «akribischen Tatplan widergespiegelt».

Die Situation wurde offensichtlich nach den vielen Stunden zunehmend kritisch. «Wir sind froh, dass wir professionell und zielgerichtet gegen den Tatverdächtigen hier schnell vorgehen konnten, weil ein Zugreifen hier jetzt unbedingt notwendig war», sagte Nath später in einem Statement, das die Polizei auf der Plattform X veröffentlichte. 

 

Mitarbeiter berichtet von Messer 

Ein Mitarbeiter des Rewe-Marktes schilderte, wie er die Geiselnahme am Freitagabend aus nächster Nähe miterlebt hat. «Ich bin geschockt», sagte der 22-Jährige zu mehreren Journalisten. Der Supermarkt sei am Freitagabend kurz vor der Schließung gewesen. Er habe die übrigen Kunden rausschicken wollen, als ein Mann ein Messer gezogen habe. «Das Messer war schon sehr groß», berichtete er.

Er arbeite als Minijobber in der Filiale, erklärte der junge Mann. «Ich habe nicht viel gesehen, es ist alles sehr schnell passiert. Man konnte auch nicht viel erkennen.» Das «funkelnde Messer» habe er aber gesehen. Er sei dann mit einer anderen Mitarbeiterin rausgelaufen und habe die Polizei gerufen. 

Supermarkt großräumig abgesperrt

Der Rewe-Supermarkt in der Hildburghauser Straße, an der Ecke zum Tirschenreuther Ring, war während der Geiselnahme großräumig abgesperrt, wie Reporter vor Ort berichteten. Neben dem Spezialeinsatzkommando (SEK) waren zahlreiche Polizeifahrzeuge, Rettungswagen und die Feuerwehr vor Ort. Am frühen Morgen stellten die Beamten eine Leiter ans Gebäude und verschafften sich einen Blick in den Markt, wie ein dpa-Reporter beobachtete. 

Eine Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, hieß es von der Polizei. Nachdem die Geiselnahme beendet war, sicherten Polizisten vor Ort Spuren. Mögliche Zeugen wurden befragt. Die Ermittlungen würden nun von der Staatsanwaltschaft Berlin übernommen, so Polizeisprecher Nath.

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