Künstliche Intelligenz, Ernährung 2040

KI in der Küche: Viele Menschen lehnen kochende Roboter ab

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Künstliche Intelligenz stößt beim Kochen und bei der Erfassung von Körperdaten auf Skepsis. Mehr Zustimmung gibt es für digitale Hilfe bei Ernährung, Gesundheit und Einkauf.

Kochende Roboter werden an einigen Stellen bereits eingesetzt. (Symbolbild) - Bild: Katharina Kausche/dpa
Kochende Roboter werden an einigen Stellen bereits eingesetzt. (Symbolbild) - Bild: Katharina Kausche/dpa

Viele Menschen in Deutschland stehen dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in Küche und Ernährung skeptisch gegenüber, während digitale Beratung auf mehr Zustimmung trifft.

Sorge vor Kontrollverlust

40 Prozent der Befragten befürchten nach einer Umfrage im Auftrag des Lebensmittelkonzerns Nestlé durch KI Kontrollverlust und Fremdbestimmung. 43 Prozent lehnen humanoide Roboter ab, die zu Hause selbstständig kochen könnten.

Eine solche Küchenhilfe können sich 21 Prozent gut vorstellen. Implantierte Sensoren, die dauerhaft Körperdaten erfassen, stoßen ebenfalls auf Zurückhaltung: 38 Prozent lehnen diese Möglichkeit ab, 26 Prozent könnten sie sich vorstellen.

Beratung stärker akzeptiert

Mehr Zustimmung erhält KI als persönlicher Ernährungsberater. 46 Prozent befürworten diesen Einsatz, wie Nestlé mitteilte.

Jüngere offener für Einkaufsagenten

34 Prozent nutzen KI den Angaben zufolge bereits bei ihrer Kaufentscheidung. Bei den Jüngeren können sich 33 Prozent einen KI-Agenten zum Einkaufen vorstellen, bei den Älteren sind es 17 Prozent.

Für die Befragung wurden im April 1.581 Menschen in Deutschland online befragt. Die Angaben zufolge repräsentative Erhebung entstand für eine «Zukunftsstudie zur Ernährung 2040».

Zwischen Assistenz und Kontrolle

Die Umfrage zeichnet ein klares Muster: Je stärker KI in den privaten Alltag eingreift, desto größer ist die Zurückhaltung. Eine digitale Empfehlung für Ernährung und Gesundheit akzeptieren mehr Befragte als einen humanoiden Roboter, der eigenständig kocht oder dauerhaft Körperdaten sammelt. Entscheidend ist damit nicht nur der technische Nutzen, sondern auch die Frage, wer über Daten, Entscheidungen und Abläufe im Haushalt verfügt.

Die Zustimmung zur Ernährungsberatung kann teilweise damit erklärt werden, dass Nutzerinnen und Nutzer einen konkreten Vorteil erwarten: Einkaufsentscheidungen, Essensplanung und Gesundheitsinformationen lassen sich bündeln. Zugleich berührt dieser Einsatz sensible Bereiche. Empfehlungen zu Ernährung und Gesundheit können von individuellen Daten abhängen und müssen nachvollziehbar bleiben, damit Nutzer nicht lediglich automatisierten Vorgaben folgen.

Jüngere als wichtiges Testfeld

Der Altersunterschied beim Interesse an Einkaufsagenten deutet auf unterschiedliche Gewöhnung an digitale Dienste hin. Jüngere Menschen nutzen digitale Entscheidungshilfen häufiger und sind eher bereit, Aufgaben an Systeme zu übertragen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch eine vorbehaltlose Akzeptanz: Auch bei ihnen bleiben Vertrauen, Datenschutz und die Möglichkeit zur menschlichen Kontrolle zentrale Bedingungen.

Für Unternehmen der Lebensmittel- und Haushaltsbranche eröffnet die Entwicklung neue Geschäftsmodelle – von personalisierten Empfehlungen bis zur automatisierten Bestellung. Die Ergebnisse zeigen zugleich eine Grenze: Technik dürfte dort leichter angenommen werden, wo sie unterstützt, als dort, wo sie eigenständig handelt oder intime Körperdaten erfasst.

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