Krefeld: Lkw mit 23 Tonnen Salpetersäure kippt um
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRettungseinsatz an der A57
- Der Gefahrguttransporter verunglückte gegen 3.00 Uhr an der Auffahrt Krefeld-Zentrum.
- Etwa 10 der insgesamt 23 Tonnen Salpetersäure liefen aus und sammelten sich in einer Straßensenke.
- Rund 200 Einsatzkräfte dichteten das Leck ab und pumpten den Lastwagen leer.
Gefahrgutunfall legt Teile Krefelds lahm
In Krefeld ist in der Nacht zum Freitag ein Lastwagen mit 23 Tonnen Salpetersäure umgekippt und auf der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum liegengeblieben. Die Behörden warnten wegen der ausgelaufenen ätzenden Flüssigkeit mit der höchsten Stufe „extreme Gefahr“ und forderten Menschen im Absperrbereich auf, in Gebäuden zu bleiben.
Feuerwehr dichtet Leck ab
Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr an der A57. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht; der genaue Unfallhergang war zunächst unklar.
Nach Angaben der Gefahrenabwehr liefen etwa 10 Tonnen Salpetersäure aus. Die Flüssigkeit sammelte sich in einer Senke an der Auffahrt, was die Arbeiten der Einsatzkräfte erleichterte.
Schulen und Bahnverkehr betroffen
Rund 200 Einsatzkräfte, darunter Spezialisten der Werkfeuerwehr aus dem Chempark, arbeiteten an der Unfallstelle. Sie näherten sich dem beschädigten Lastwagen in Schutzanzügen und mit Atemmasken, dichteten das Leck ab und pumpten den Tank leer.
Die Stadt schloss Schulen und Kitas im Umkreis von 1.000 Metern. Die Bahn unterbrach den Verkehr zwischen Krefeld und Duisburg; auch Busse und Stadtbahnen mussten wegen Sperrungen umgeleitet werden. Auf der A57 und den Ausweichstrecken bildeten sich lange Staus.
Akute Gefahr am Mittag vorbei
Gase zogen zeitweise in Richtung Stadtzentrum. Messungen ergaben nach Angaben der Feuerwehr, dass die wahrnehmbaren Dämpfe trotz des unangenehmen Geruchs keine Gesundheitsgefahr darstellten.
Gegen Mittag gab die Feuerwehr Entwarnung und erklärte die akute Gefahr für beendet. Die A57 wurde wieder freigegeben, während weitere Sperrungen und Einschränkungen im Bahnverkehr zunächst noch andauerten.
Der Unfall zeigt die besondere Gefahrenlage beim Transport industrieller Grundchemikalien durch dicht besiedelte Räume. Salpetersäure wird in großen Mengen für die Herstellung von Düngemitteln und Sprengstoffen eingesetzt; bei einem Leck können jedoch ätzende Flüssigkeiten und gesundheitsschädliche Gase freigesetzt werden.
Für die Gefahrenabwehr ist entscheidend, dass Einsatzkräfte zunächst Abstand halten, Messungen vornehmen und sich nur mit spezieller Schutzkleidung sowie Atemschutz nähern. Das erklärt, warum die Sicherung eines beschädigten Tankfahrzeugs deutlich länger dauern kann als die Beseitigung eines gewöhnlichen Verkehrsunfalls.
Folgen für die Region
Die Auswirkungen reichten über die Unfallstelle hinaus: Sperrungen auf der A57 und im Bahnverkehr beeinträchtigten Verbindungen zwischen Krefeld, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet. Geschlossene Schulen und Kitas sowie die Aufforderung, Wohnungen nicht zu verlassen, machten die Warnung für viele Menschen unmittelbar spürbar.
Nach der Entwarnung bleibt die Aufarbeitung des Unfalls. Dazu gehören die Ermittlungen zum Unfallhergang, die Prüfung der Schäden an Fahrbahn und Infrastruktur sowie die Klärung, wie die ausgelaufene Säure geborgen und entsorgt wurde. Für Anwohner und Pendler war damit zwar die akute Gefahr beendet, Verkehrsfolgen konnten jedoch länger anhalten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag habe die Eindämmung der Gefahr und die Wiederfreigabe der Bahnstrecke Krefeld-Duisburg hervorgehoben. Damit setze er einen Schwerpunkt auf die Entspannung der regionalen Verkehrslage.
Frankfurter Rundschau: „„Extreme Gefahr“: Säure-Lkw kippt um – Gift-Alarm, Schulen zu“ (06.11.2026)
Die Frankfurter Rundschau habe vor allem die Warnung der Bevölkerung und die Schließung von Schulen aufgegriffen. Gemeinsam sei beiden Beiträgen die Darstellung des Gefahrgutunfalls; der Deutschlandfunk richte den Blick stärker auf die anschließende Verkehrsentwicklung.
Übereinstimmend stehen der Gefahrgutunfall und die Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt zwischen Bevölkerungsschutz und regionalen Verkehrseinschränkungen.
