Krefeld, Salpetersäure

Krefeld: Lkw mit 23 Tonnen Säure kippt auf A57 um

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Gefahrguttransporter verunglückte in der Nacht auf der A57. Nach stundenlangem Großeinsatz konnten Feuerwehr und Spezialkräfte die akute Gefahr eindämmen; die Folgen für Verkehr und Betreuungseinrichtungen reichten jedoch weit über die Unfallstelle hinaus.

Auswirkungen der Säure-Freisetzung

  • Der Lastwagen verunglückte gegen 3.00 Uhr in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum.
  • Etwa 10 der insgesamt 23 Tonnen Salpetersäure liefen aus und sammelten sich in einer Senke.
  • Rund 200 Einsatzkräfte dichteten das Leck ab und pumpten den Tankwagen leer.
  • Nur mit Atemschutz konnten sich die Einsatzkräfte dem Lastwagen nähern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa
  • Weil Salpetersäure so gefährlich ist, mussten die Einsatzkräfte äußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden Dämpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
Nur mit Atemschutz konnten sich die Einsatzkräfte dem Lastwagen nähern. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa Weil Salpetersäure so gefährlich ist, mussten die Einsatzkräfte äußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden Dämpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa

Gefahrgutunfall auf der A57 legt Krefeld teilweise lahm

In Krefeld ist in der Nacht zum Freitag ein Lastwagen mit 23 Tonnen Salpetersäure auf der A57 umgekippt. Wegen der austretenden ätzenden Flüssigkeit warnten die Behörden vor extremer Gefahr und forderten Menschen in der Nähe auf, in Gebäuden zu bleiben.

Feuerwehr gibt nach Stunden Entwarnung

Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht; wie es zu dem Unfall kam und wodurch die Verletzungen entstanden, war zunächst unklar.

Etwa 10 Tonnen der Ladung liefen durch ein Leck aus. Rund 200 Einsatzkräfte, darunter Spezialisten der Werkfeuerwehr aus dem nahegelegenen Chempark, rückten an. Sie arbeiteten in Schutzanzügen und mit Atemschutz, dichteten das Leck ab, pumpten den Tankwagen leer und saugten die ausgelaufene Säure auf.

Warnung erreicht höchste Stufe

Wegen aufsteigender Gase und des Windes in Richtung Stadtzentrum galt die höchste Warnstufe. Die Feuerwehr forderte die Bevölkerung im Absperrbereich auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Bereich weder zu betreten noch zu verlassen.

Am Unfallort liegen vier Schulen und zwei Kitas im Umkreis von 1.000 Metern. Sie blieben ebenso geschlossen wie weitere Einrichtungen in der Nähe. Auch die Müllabfuhr fiel stadtweit aus, weil der Betriebshof im Sperrbereich liegt.

Sperrungen beeinträchtigen Verkehr

Die A57 blieb stundenlang gesperrt, wodurch sich in Krefeld und auf Umleitungsstrecken lange Staus bildeten. Busse und Stadtbahnen mussten ihre Routen ändern. Im Bahnverkehr war die Verbindung zwischen Krefeld und Duisburg unterbrochen, mit Auswirkungen bis nach Düsseldorf und ins Ruhrgebiet.

Im Laufe des Vormittags stuften die Behörden die Warnungen schrittweise herab. Nach Messungen erklärte die Feuerwehr, die akute Gefahr sei vorüber; der unangenehme Geruch in Teilen der Innenstadt sei nicht gesundheitsgefährdend gewesen.

Verkehr kehrt nur langsam zurück

Gegen Mittag wurde die A57 in einer Fahrtrichtung wieder freigegeben. Die betroffenen Bahnlinien fuhren nach und nach wieder, nachdem Züge während der Sperrung umgeleitet worden oder ausgefallen waren.

Schulen und Kitas in der Nähe der Unfallstelle öffneten an diesem Tag nicht mehr. Für die übrigen Sperrungen lag zunächst keine Prognose vor.

Der Unfall zeigt die besonderen Risiken, die vom Transport konzentrierter Säuren auf stark genutzten Straßen ausgehen. Salpetersäure ist eine zentrale Grundchemikalie für die Herstellung von Düngemitteln und wird auch in industriellen Prozessen eingesetzt. Ihre ätzende Wirkung und die mögliche Bildung gefährlicher Dämpfe machen Leckagen besonders aufwendig.

Für die Gefahrenabwehr entscheidet bei solchen Ereignissen die Kombination aus Stoffmenge, Wetterlage, Bebauung und Zugänglichkeit der Unfallstelle. Dass sich die ausgelaufene Säure in einer Straßensenke sammelte, begrenzte nach Angaben der Einsatzleitung die Ausbreitung. Gleichzeitig erforderte das Vorgehen Schutzanzüge, Atemschutz und Spezialtechnik.

Folgen für Stadt und Region

Die Warnung betraf nicht nur Anwohner im unmittelbaren Umfeld. Sperrungen, geschlossene Schulen und Kitas sowie die Unterbrechung des Bahnverkehrs zeigten, wie schnell ein Gefahrgutunfall die Infrastruktur einer dicht besiedelten Region beeinträchtigen kann. Besonders relevant war die Verbindung zwischen Krefeld, Duisburg, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet.

Nach der Entwarnung blieb die Rückkehr zum Normalbetrieb schrittweise. Einsatzstelle, Verkehrswege und Bahnstrecken müssen bei solchen Lagen getrennt bewertet und freigegeben werden. Für Anwohner bedeutete das: Die akute Gefahr war vorbei, Einschränkungen bestanden jedoch zunächst weiter.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Gefahrgutunfall auf der A57: Lkw mit Salpetersäure kippt um - vier Krefelder Schulen bleiben zu“ (06.11.2026)

Der Beitrag bestätigt den Unfall auf der A57 und hebt die Auswirkungen auf vier Krefelder Schulen hervor. Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf den Folgen für Bildungseinrichtungen als auf der technischen Bergung.

Deutschlandfunk: „Gefahr durch ausgelaufene Salpetersäure eingedämmt - Bahnstrecke Krefeld-Duisburg wieder freigegeben“ (06.11.2026)

Der Bericht bestätigt, dass die Gefahr eingedämmt wurde, und richtet den Blick auf die schrittweise Wiederaufnahme des Bahnverkehrs. Damit setzt er einen anderen Akzent als der stärker auf Warnung und Einsatzablauf konzentrierte dpa-Bericht.

Übereinstimmend stehen der Gefahrgutunfall, die ausgelaufene Salpetersäure und die erheblichen Verkehrseinschränkungen im Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung von Schulschließungen und der Freigabe von Verkehrswegen.

Disclaimer...
de | unterhaltung | 70469436 |