Krefeld, Salpetersäure

Krefeld: 23 Tonnen Salpetersäure treten nach Unfall aus

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 10:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Lastwagen mit 23 Tonnen Salpetersäure ist auf der A57 umgekippt, rund zehn Tonnen traten aus. Die Warnung vor extremer Gefahr führte zu einer Sperrzone und erheblichen Einschränkungen im Stadt- und Bahnverkehr.

Warnzone und Verkehrsstopp in Krefeld

  • Der Gefahrguttransporter verunglückte gegen 3.00 Uhr an der A57-Auffahrt Krefeld-Zentrum.
  • Rund 200 Einsatzkräfte arbeiteten an der Unfallstelle, darunter Spezialisten aus dem Chempark.
  • Die Bahn meldete Ausfälle und Umleitungen auf sechs Linien im Raum Krefeld, Düsseldorf und Ruhrgebiet.
  • Nur mit Atemschutz konnten sich die Einsatzkräfte dem Lastwagen nähern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa
  • Weil Salpetersäure so gefährlich ist, mussten die Einsatzkräfte äußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa
  • Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden Dämpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa
Nur mit Atemschutz konnten sich die Einsatzkräfte dem Lastwagen nähern. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mitten in der Nacht begann nach dem Gefahrgutunfall der Großeinsatz. - Bild: ----/Nonstopnews/dpa Weil Salpetersäure so gefährlich ist, mussten die Einsatzkräfte äußert vorsichtig vorgehen. - Bild: Henning Kaiser/dpa Mit Wasser versuchte die Feuerwehr, eine Ausbreitung der austretenden Dämpfe zu verhindern. - Bild: Henning Kaiser/dpa

Salpetersäure-Unfall legt Teile Krefelds lahm

Ein Gefahrguttransporter mit 23 Tonnen Salpetersäure ist in der Nacht zum Freitag auf der A57 in Krefeld umgekippt, anschließend trat Säure aus. Die Behörden warnten vor extremer Gefahr, schlossen Schulen und Kitas und forderten Menschen im Bereich der Unfallstelle auf, in Gebäuden zu bleiben.

Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr an der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, während rund 200 Einsatzkräfte versuchten, das Leck abzudichten und die ausgelaufene Säure aufzufangen.

Gefahrguttransporter bleibt auf der Seite liegen

Nach Angaben der Feuerwehr sammelte sich die Säure in einer Senke an der Auffahrt. Etwa zehn Tonnen waren nach Angaben des Leiters der Gefahrenabwehr der Stadt Krefeld ausgelaufen. Die Einsatzkräfte konnten sich dem Lastwagen nur in Schutzanzügen und mit Atemmasken nähern.

Salpetersäure ist stark ätzend und kann Haut, Augen und Atemwege schwer schädigen. Bei einem unkontrollierten Austritt können zudem gefährliche Gase entstehen. Der Wind trieb die Gaswolke in Richtung Stadtzentrum.

Schulen und Kitas bleiben geschlossen

Über die Warn-App Nina wurde die höchste Warnstufe „extreme Gefahr“ ausgelöst. Bewohner innerhalb eines Radius von 1.000 Metern sollten Fenster und Türen geschlossen halten sowie den Bereich weder betreten noch verlassen.

In der Sperrzone liegen vier Schulen und zwei Kitas. Die Einrichtungen blieben den gesamten Freitag geschlossen; auch zahlreiche Unternehmen und Wohnungen waren betroffen. Außerhalb des abgesperrten Bereichs bestand nach Angaben der Feuerwehr keine unmittelbare Gefahr, allerdings wurde für das übrige Stadtgebiet vor Geruchsbelästigung gewarnt.

A57 und Bahnstrecken gesperrt

Die A57 blieb stundenlang gesperrt, wodurch sich in Krefeld und auf Umleitungsstrecken lange Staus bildeten. Auch der Zugverkehr zwischen Krefeld und Duisburg wurde unterbrochen.

Betroffen waren unter anderem die Linien RE 7, RE 10, RE 42, RB 33, RB 35 und RB 37. Die Bahn verwies auf Zugausfälle und Umleitungen; auch Busse und Stadtbahnen konnten mehrere Innenstadtstrecken nicht regulär befahren.

Messwerte zunächst unter Toleranzgrenzen

Erste Messungen der Luft lagen nach Angaben des Leiters der Gefahrenabwehr unter den Toleranzgrenzen. Die Warnungen blieben dennoch zunächst bestehen, weil das Leck über viele Stunden nicht abgedichtet werden konnte und die Dauer der Verkehrsbehinderungen unklar war.

Der Unfall zeigt die besondere Bedeutung von Gefahrguttransporten für dicht besiedelte Städte. Salpetersäure wird industriell unter anderem für die Herstellung von Düngemitteln und Sprengstoffen genutzt, kann bei einem Austritt jedoch Haut, Augen und Atemwege schwer verätzen. Zusätzlich können sich gefährliche Gase bilden.

Die Behörden reagierten mit der höchsten Warnstufe über die Warn-App Nina, einer Sperrzone von 1.000 Metern und weitreichenden Einschränkungen für Schulen, Kitas, Straßen und den Bahnverkehr. Für Anwohner bedeutet das, dass sie amtliche Warnungen beachten, Fenster und Türen geschlossen halten und den abgesperrten Bereich nicht betreten oder verlassen sollen.

Auswirkungen über Krefeld hinaus

Die Sperrung der A57 und der Bahnstrecke zwischen Krefeld und Duisburg betrifft auch Pendler in Richtung Düsseldorf und Ruhrgebiet. Der Einsatz von rund 200 Kräften sowie die Unterstützung einer spezialisierten Werkfeuerwehr verdeutlichen den hohen technischen Aufwand bei einem solchen Leck.

Entscheidend für die weitere Lage sind die Abdichtung des Tanks, die sichere Aufnahme der ausgelaufenen Säure und die Messwerte in der Umgebungsluft. Außerhalb der Sperrzone bestand nach Angaben der Feuerwehr keine unmittelbare Gefahr; zugleich blieben Warnungen und Verkehrseinschränkungen zunächst bestehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Salpetersäure bei Unfall ausgelaufen: Mehrere Schulen und Kitas in Krefeld zu“ (06.11.2026)

Der Beitrag bestätige den Unfall, die Schließung von vier Schulen und zwei Kitas sowie die Sperrungen auf Straße und Schiene. Anders als die dpa-Meldung hebe er zusätzlich die mögliche Brandgefahr der Säure hervor.

Focus: „Lkw mit Salpetersäure kippt um — einige Schulen geschlossen“ (06.11.2026)

Der Artikel bestätige die Warnung vor extremer Gefahr, die Sperrzone und die regionalen Verkehrseinschränkungen. Er setze einen Schwerpunkt auf die Schutzanweisungen für die Bevölkerung und die Arbeiten am Leck.

Beide Beiträge stimmten beim Unfall, der Gefahr durch austretende Salpetersäure und den Folgen für Schulen und Verkehr überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung von Brandgefahr, Schutzmaßnahmen und Einsatzablauf.

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