Krakau: Schütze tötet sechs Menschen, Polizei findet drei Tote
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 10:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen nach dem Krakauer Angriff
- Die Polizei fand im Haus des 24-Jährigen in Ostrowiec Swietokrzyski drei weitere Tote.
- Unter den sechs Todesopfern waren vier Polen, ein Brite und eine weitere Ausländerin.
- Ein verletzter Polizist mit Blutgruppe AB Rhesus+ befand sich in Lebensgefahr.
Polizei findet drei Tote im Haus des Schützen
Nach den tödlichen Schüssen auf dem Marktplatz von Krakau hat die Polizei im Haus des 24-Jährigen drei weitere Tote entdeckt. Bei ihnen handelt es sich nach Angaben der Polizei um seine Eltern und seine Schwester.
Sechs Menschen sterben auf dem Marktplatz
Der Mann hatte am Vortag aus einem Auto heraus wahllos auf Passanten geschossen. Sechs Menschen starben, viele weitere wurden verletzt; die Polizei geht von einem Einzeltäter aus und dementierte Berichte über einen möglichen Komplizen.
Ermittler prüfen rechtsextreme Ideologie
Innenminister Marcin Kierwinski sagte, der Schütze habe möglicherweise sehr radikale Ansichten vertreten und sei vermutlich von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen. Die Hintergründe und das Motiv des Angriffs waren zunächst nicht geklärt.
Regierungschef Donald Tusk bezeichnete die Tat als Terrorismus und reiste nach Krakau. Am Sonntag galt in Polen Staatstrauer.
Auch Ausländer unter den Betroffenen
Unter den sechs Todesopfern waren vier polnische Staatsangehörige, ein Mensch aus Großbritannien und eine weitere Ausländerin. Die Toten waren nach Angaben der Woiwodschaft Kleinpolen zwischen 32 und 61 Jahre alt.
Fünf Menschen aus Deutschland, Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland wurden verletzt. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass sich darunter eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit befindet.
Polizei bittet um seltene Blutgruppe
Zu den 16 Verletzten zählen der mutmaßliche Täter und zwei Polizisten. Einer der Beamten erlitt drei Schussverletzungen und war in lebensgefährlichem Zustand.
Die Polizei rief wegen seiner Blutgruppe AB Rhesus+ dringend zu Blutspenden auf. Auch Armee und andere Behörden verbreiteten entsprechende Aufrufe.
Waffen und Munition sichergestellt
Der Täter verwendete nach Polizeiangaben eine halbautomatische Langwaffe, die einem Sturmgewehr des Typs AR-15 ähnelte. Außerdem führte er eine Pistole mit sich; in seinem Auto wurden weitere Waffen und Munition gefunden.
Auf der Flucht kollidierte sein Wagen mit einem anderen Auto. Der Mann sprang anschließend aus dem Fahrzeug und schoss auf Einsatzkräfte, die das Feuer erwiderten und ihn überwältigten.
Marktplatz bleibt für Spurensicherung gesperrt
Der Angreifer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krakauer Krankenhaus gebracht und mehrfach operiert. Mehrere Kutschfahrer wurden schwer verletzt, mehrere Pferde erlitten oberflächliche Verletzungen.
Die Polizei kündigte für Sonntag eine erneute Sperrung des gesamten Marktplatzes an. Bei Tageslicht sollten an den Zugängen und am Tatort weitere Spuren gesichert werden.
Der Angriff erschüttert Krakau an einem Ort, der zu den bekanntesten touristischen Zentren Polens gehört. Der Hauptmarkt ist von historischen Gebäuden geprägt und wird täglich von Einheimischen, Reisenden und Kutschern besucht. Schüsse aus einem fahrenden Auto trafen damit einen besonders belebten öffentlichen Raum.
Die Ermittler müssen nun mehrere Fragen parallel klären: Wie gelangte der 24-Jährige an die Waffen, wann entstand seine mutmaßliche Faszination für rechtsextreme Ideologien und ob es vor der Tat Warnzeichen gab. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus; zugleich werden die am Tatort und im Fahrzeug sichergestellten Waffen sowie die Abläufe der Flucht untersucht.
Folgen für Krakau und Polen
Für die Stadt stehen neben der Trauer auch umfangreiche Ermittlungen und die Wiederherstellung der Sicherheit im Zentrum. Die erneute Sperrung des Marktplatzes dient der Spurensicherung, während die Verletzten in Krankenhäusern behandelt werden. Besonders schwer wiegt der Zustand eines Polizisten, für den wegen seiner seltenen Blutgruppe zu Spenden aufgerufen wurde.
Die Tat hat zudem eine internationale Dimension: Unter den Verletzten befindet sich ein deutscher Staatsangehöriger, weitere Betroffene kommen aus mehreren Ländern. Für Angehörige, Touristen und die Stadtgesellschaft geht es zunächst um medizinische Hilfe, Aufklärung und die Frage, wie ein solcher Angriff verhindert werden konnte.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Focus: „Staatstrauer nach tödlichen Schüssen in Krakau“ (08.11.2026)
Der Artikel berichtet über die Staatstrauer und die sechs Todesopfer. Im Mittelpunkt steht damit die nationale Reaktion auf die Tat; das Motiv und die Hintergründe des Schützen bleiben offen.
Der Beitrag hebt die mutmaßliche rechtsextreme Ideologie des Täters und die ausländischen Opfer hervor. Damit setzt er einen anderen Schwerpunkt als der Focus-Artikel, während die Zahl der Todesopfer übereinstimmt.
Beide Beiträge bestätigen die tödlichen Schüsse auf dem Krakauer Marktplatz und die landesweite Reaktion. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von Staatstrauer, möglichem ideologischem Hintergrund und der internationalen Betroffenheit.
