Krakau: Polizei findet drei Tote im Haus des Verdächtigen
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 22:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Ermittlungen reichen bis ins Wohnhaus
- Donald Tusk bestätigte bei einer Krisenstab-Pressekonferenz drei Tote im Wohnhaus des festgenommenen 25-Jährigen.
- Bei den Toten handelt es sich wahrscheinlich um zwei Frauen und einen Mann aus dem engsten Familienkreis des Verdächtigen.
- Die Polizei prüft wegen eines möglichen Sprengstoffverdachts das Wohnhaus und arbeitet mit Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaft zusammen.
Drei Tote im Wohnhaus des Krakauer Verdächtigen
Im Wohnhaus des mutmaßlichen Schützen von Krakau sind drei Tote gefunden worden. Nach Angaben von Regierungschef Donald Tusk handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann, wahrscheinlich aus dem engsten Familienkreis des festgenommenen 25-Jährigen.
Polizei prüft möglichen Sprengstoff
Die Erkenntnisse stammen laut Tusk aus Drohnenaufnahmen, die bei der Durchsuchung des Wohnhauses entstanden. Zuvor hatte der Verdacht bestanden, dass sich in dem Gebäude Sprengsätze befinden könnten.
Der Regierungschef machte bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs zunächst keine näheren Angaben zu den Hintergründen. Polizei, Sicherheitsbehörden und Staatsanwaltschaft würden alles unternehmen, um möglichst schnell Informationen über die Motive des Schützen zu erlangen.
Hinweis auf rechtsextreme Ideologien
Innenminister Marcin Kierwinski sagte, der 25-Jährige sei von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen. Dieser Hinweis müsse noch näher überprüft werden.
Der polnische Staatsbürger stammt aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes. Bei der Schusswaffenattacke auf dem Hauptmarktplatz in Krakau kamen am Samstag sechs Menschen ums Leben, mindestens 15 weitere wurden verletzt, viele davon lebensgefährlich.
Ausländer unter den Opfern
Unter den Toten soll nach derzeitigem Stand ein ausländischer Staatsbürger sein. Unter den Verletzten befinden sich demnach fünf Ausländer.
Die tödlichen Schüsse auf dem Krakauer Hauptmarkt treffen einen zentralen Ort der südpolnischen Metropole und ereigneten sich nach Angaben der dpa am Samstag. Die Zahl von sechs Toten und mindestens 15 Verletzten macht den Angriff zu einem schweren Gewaltereignis mit weitreichenden Folgen für die Stadt.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den festgenommenen 25-jährigen polnischen Staatsbürger. Innenminister Marcin Kierwinski habe erklärt, der Verdächtige sei von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen; zugleich müsse dieser Hinweis noch näher überprüft werden. Damit stehen neben der Rekonstruktion des Tatablaufs insbesondere Motiv, mögliche politische Radikalisierung und die Herkunft der Waffen im Mittelpunkt.
Ermittlungen und Sicherheitsfragen
Die drei Toten im Wohnhaus des Verdächtigen erweitern den Ermittlungsort über den Hauptmarkt hinaus. Dass die Polizei dort auch einen möglichen Umgang mit Sprengsätzen berücksichtigen musste, zeigt die sicherheitsrelevante Dimension des Einsatzes.
Für die Angehörigen der Opfer und die Verletzten geht es zunächst um medizinische Versorgung, Identifizierung und Unterstützung. Für die Behörden folgen Spurensicherung, die Auswertung digitaler und waffenbezogener Beweise sowie die Klärung, ob der Verdächtige allein handelte und wie sich die Tat vorbereitete.
Politische Bedeutung
Regierungschef Donald Tusk kündigte eine schnelle Aufklärung an. Zugleich dürfte der mögliche rechtsextreme Hintergrund die Debatte über politische Gewalt und Radikalisierung in Polen verstärken. Eine endgültige Bewertung des Motivs bleibt den laufenden Ermittlungen und dem weiteren Verfahren vorbehalten.
