Medienpolitik, Jugendliche

Jünger, diverser: WDR will junge Radiowellen neu aufstellen

27.03.2026 - 16:05:05 | presseportal.de

Köln - Der WDR will seine jungen Radiowellen strategisch neu aufstellen, um gezielt jüngere Menschen, vor allem mit internationalen Biografien, zu erreichen. Der gesetzliche Auftrag des WDR sieht vor, dass eines der Programme weiterhin das interkulturelle Zusammenleben als Schwerpunkt hat.In Nordrhein-Westfalen haben über 40 Prozent der unter 30-Jährigen eine Einwanderungsgeschichte. Darüber hinaus will der WDR auch diejenigen ansprechen, die die WDR-Angebote bislang kaum oder wenig nutzen. Die jungen Angebote sollen zudem als digitale Medienmarken konsequent weiterentwickelt werden. Der umfassende Relaunch der drei jungen Programme ist schrittweise ab Anfang 2027 geplant. Das Vorhaben bedarf noch der Befassung und Zustimmung der WDR-Gremien.

Jünger, diverser: WDR will junge Radiowellen neu aufstellen - Foto: presseportal.de
Jünger, diverser: WDR will junge Radiowellen neu aufstellen - Foto: presseportal.de

Bündelung unter Dach von 1LIVE

Die bisherigen drei jungen Programme 1LIVE, 1LIVE DIGGI und COSMO sollen künftig unter dem Dach von 1LIVE gebündelt werden. Neben der bekannten jungen Welle 1LIVE soll das bisherige COSMO zu einem Programm für die kulturell diverse und urbane Community weiterentwickelt werden, bei der die weltweit größte und verbindende Jugendkultur HipHop eine zentrale Rolle spielt. Das neue dritte Programm, das wie bisher 1LIVE DIGGI online und über DAB+ empfangbar ist, soll sich an die wachsende Gruppe junger Menschen richten, die sich in einer digital überreizten Medienwelt nach Ruhe, Sicherheit und einer unaufgeregten Medienumgebung sehnen.

Mehr Perspektivenvielfalt

„Diese Neuausrichtung unserer jungen Radiowellen ist ein mutiger und konsequenter Schritt“, sagt Andrea Schafarczyk, WDR-Programmdirektorin für NRW, Wissen und Kultur. „Junge Menschen mit ihren vielfältigen Bedürfnissen nutzen Radio und Audioangebote heute deutlich situativer und plattformübergreifender als noch vor einigen Jahren.“ Um sie mit öffentlich-rechtlichen Inhalten zu erreichen, brauche es deshalb Angebote, die das berücksichtigten und sich in ihrer Ansprache deutlich unterschieden. „Mit den drei jungen WDR-Programmen rund um 1LIVE haben wir das Potenzial, dieser Entwicklung zu begegnen“, sagt Schafarczyk.

Schiwa Schlei, Programmchefin von 1LIVE und COSMO, ergänzt: „Mit der Weiterentwicklung bilden wir die Realität in unserem Sendegebiet ab: Kulturelle Vielfalt prägt NRW. Indem wir diesen Alltag und diese Perspektivenvielfalt stärker in unsere Berichterstattung integrieren, werden wir der Tatsache gerecht, dass Migration schon längst Teil der Normalität unseres Publikums ist. Diese Normalität soll künftig alle drei Programme prägen.“

Die Ausgestaltung der jungen Radiowellen geschieht im Zuge der Anforderungen durch den Ende 2025 in Kraft getretenen Reformstaatsvertrag.

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