Mehr Barrierefreiheit in Echtzeit: KI stärkt Gebärdensprache in Live-Streams und digitalen Medien
24.02.2026 - 14:25:45 | presseportal.deDie Technologie übersetzt gesprochene Inhalte in Deutsche Gebärdensprache und integriert sie unmittelbar in Live-Streams. So wird ein gesetzlich verankerter Anspruch endlich praktikabel umsetzbar.
Echte Inklusion beginnt, wo Untertitel enden
Untertitel vermitteln Inhalte, erreichen jedoch nicht die emotionale Tiefe, Mimik und Dynamik einer visuellen Sprache und setzen zudem eine sichere Lesekompetenz voraus. Insgesamt wird die Deutsche Gebärdensprache von etwa 200.000 Personen dauerhaft oder gelegentlich genutzt. Für einen relevanten Teil dieser Gruppe ist sie die zentrale Alltagssprache.
Gesetzlich anerkannt, praktisch oft schwer umsetzbar
Die DGS ist seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt. Daraus ergibt sich ein Anspruch auf Kommunikationshilfen, während die Barrierefreiheits-Verordnung BITV Anforderungen an digitale Angebote definiert. In der Praxis bestehen dennoch deutliche Lücken. Neben wenigen in Gebärdensprache verfügbaren Nachrichten- oder Unterhaltungsformaten bleibt der Großteil von Angeboten in Kultur, Information und Bildung schwer zugänglich. Die Vielzahl digitaler Inhalte übersteigt die personellen Kapazitäten menschlicher Dolmetschung.
Hier setzt die neue Lösung an: Sie bietet eine skalierbare Option, die Gebärdensprache auch dort ermöglicht, wo zeitliche, organisatorische oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen bislang Grenzen setzen.
Fotorealistische KI-Technologie mit Live-Fähigkeit
Der neue Ansatz basiert auf einer Technologie, die bereits in Großbritannien im Einsatz ist. Anders als rein synthetische Avatare wurde das Modell auf Grundlage umfangreicher Videoaufnahmen einer professionellen Gebärdensprachdolmetscherin aus den Reihen der Royal Association for Deaf People entwickelt.
Der Digital Signer ist unter anderem im landesweiten Bahnnetz National Rail im Einsatz, wo er Informationen zu Verspätungen und Gleisänderungen in Britischer Gebärdensprache (BSL) liefert. Das System wird aktuell auf die Amerikanische Gebärdensprache (ASL) ausgeweitet und in Kürze bei einem großen Streamingdienst implementiert. Signapse wurde mehrfach für seine Lösung ausgezeichnet.
"Die Umsetzung des Digital Signers für die British Sign Language hat eindrucksvoll gezeigt, wie leistungsfähig und praxistauglich diese Technologie bereits ist", sagt G&Ls CEO Alexander Leschinsky. "Wir freuen uns darauf, die Alleinstellungsmerkmale der Lösung von Signapse nun auf die Deutsche Gebärdensprache zu übertragen. KI so einzusetzen, dass sie einen spürbaren Mehrwert für Menschen schafft und einen konkreten Mangel lindert, ist für uns bei diesem Produkt eine hohe Motivation."
Ergänzung, nicht Ersatz für menschliche Fachkräfte
Die Einführung der KI-gestützten Lösung soll qualifizierte DolmetscherInnen ausdrücklich nicht ersetzen. In medizinischen, juristischen oder politisch besonders sensiblen Kontexten bleiben sie unverzichtbar. Ziel ist es vielmehr, die bestehende Versorgungslücke verantwortungsvoll zu schließen.
"Unsere Mission ist es, unsere Modelle in enger Partnerschaft mit gehörlosen Gebärdensprachnutzenden zu entwickeln und dabei sicherzustellen, dass Sprache, Ausdruck und kulturelle Integrität der Community in jeder Phase gewahrt bleiben", so Sally Chalk, Co-Founder von Signapse. "Wenn Partner wie G&L den Schritt vom Proof of Concept hin zu einer marktreifen Lösung gehen, steht das für mehr als nur ein einzelnes Projekt: KI-gestützte Gebärdensprache ist kein Experiment mehr - sie ist bereit für den realen globalen Einsatz."
Streaming Kompetenz mit gesellschaftlichem Anspruch
Das Kölner G&L Systemhaus wurde vor über 25 Jahren im Umfeld der ARD Serie "Lindenstraße" von Hans W. Geißendörfer und Alexander Leschinsky gegründet, mit dem Ziel, Fernsehen ins Internet zu bringen. Heute entwickelt das Unternehmen Streaming-Lösungen für öffentlich-rechtliche Sender und weitere Auftraggeber wie das Goethe Institut, die Deutsche Telekom, Städte und Landtage. Zu den Projekten zählen die weltweite Live-Auslieferung parlamentarischer Sitzungen des Europäischen Parlaments in bis zu 32 Sprachen sowie KI generierte Echtzeit-Untertitel für kommunale Versammlungen, etwa in der Landeshauptstadt Potsdam.
Die Einführung eines livefähigen digitalen DGS-Übersetzers ist der nächste konsequente Schritt. Die Lösung wird derzeit für den deutschen Markt vorbereitet und soll ab Herbst verfügbar sein. Parallel entwickelt G&L eine vollständig unter europäischer Souveränität betriebene Variante. Institutionen, die eine Integration prüfen möchten, können sich ab sofort an G&L wenden.
Pressekontakt:
G&L Systemhaus
Natalie Philippi
Head of Content & Marketing Communications
0151 25079592
natalie.philippi@gl-systemhaus.de
www.gl-systemhaus.de
Original-Content von: G&L Systemhaus übermittelt durch news aktuell
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