Gundelsheim, Kleinflugzeug-Absturz

Kleinflugzeug-Absturz bei Gundelsheim: Maschine aus Thüringen, Tote offenbar Vater und Sohn

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das in Gundelsheim abgestürzte Kleinflugzeug war in Arnstadt gestartet. Nach dpa-Informationen kamen bei dem Unglück Vater und Sohn ums Leben; ihre offizielle Identifizierung steht noch aus.

  • Das Flugzeug zerschellte in den Weinbergen. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Das Flugzeug zerschellte in den Weinbergen. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
  • Noch ist vieles unklar nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Noch ist vieles unklar nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
  • Vor dem Absturz hatte es einen Baum gestreift.  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Vor dem Absturz hatte es einen Baum gestreift. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
  • Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren mit vielen Kräften im Einsatz. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
    Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren mit vielen Kräften im Einsatz. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa
Das Flugzeug zerschellte in den Weinbergen. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa Noch ist vieles unklar nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa Vor dem Absturz hatte es einen Baum gestreift.  - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren mit vielen Kräften im Einsatz. - Bild: Marius Bulling/onw-images/dpa

Das im Landkreis Heilbronn abgestürzte Kleinflugzeug war in Arnstadt in Thüringen gestartet; nach dpa-Informationen kamen bei dem Unglück ein 38-Jähriger und sein Vater ums Leben.

Herkunft der Maschine geklärt

Die Maschine stürzte am Sonntag kurz nach 12.00 Uhr in einem Weinberg bei Gundelsheim ab. Sie war beim Landeanflug auf einen nahe gelegenen Flugplatz aus unbekannten Gründen durchgestartet, hatte einen Zaun gestreift und war anschließend mit einem Baum kollidiert.

Nach Angaben der Polizei stammt das zweisitzige Ultraleichtflugzeug aus Thüringen. Es brannte nach dem Absturz vollständig aus, das Registrierungskennzeichen war nicht mehr zu erkennen.

Identität der Toten wird geprüft

Der 38-Jährige soll die Maschine geflogen haben. Die Polizei bestätigte zunächst nicht, dass es sich bei den Toten um Vater und Sohn handelt. Die Identität müsse zweifelsfrei festgestellt werden.

Dafür sollen DNA-Proben abgeglichen werden. Möglicherweise werden auch Zahn-Schemata herangezogen. Die Polizei rechnet innerhalb dieser Woche mit Ergebnissen.

Wrack wird untersucht

Die Trümmerteile wurden am Sonntagabend eingesammelt und zum örtlichen Bauhof gebracht. Ein externer Sachverständiger soll das Wrack untersuchen und den Flugschreiber auswerten. Die Suche nach der Absturzursache könnte daher Wochen dauern.

Die Leichen waren am Sonntag geborgen worden. Ob die Unfallstelle zur Spurensicherung noch einmal begutachtet wird, war zunächst offen.

Rettungssystem hatte ausgelöst

Experten des Landeskriminalamtes stellten fest, dass ein pyrotechnischer Satz zur Auslösung des Gesamtrettungssystems bereits detoniert war. Bei dieser Art von Kleinflugzeugen gibt es keinen Schleudersitz; die Maschine soll im Notfall durch eine gezielte Explosion nach oben gezogen werden.

Ob die Auslösung mit einer technischen Störung oder einem missglückten Rettungsversuch zusammenhing, blieb offen. Erst vor vier Wochen war nahe einem Flugplatz bei Weinheim ein Kleinflugzeug abgestürzt; auch damals starben zwei Menschen.

Ermittlungen zur Unfallursache

Bei Ultraleichtflugzeugen können mehrere Faktoren zusammenwirken: Wetter, Sicht, technische Mängel, Flugvorbereitung und die anspruchsvolle Phase des Landeanflugs. Der in Gundelsheim beschriebene Ablauf – Durchstarten, Kollision mit einem Zaun und anschließendem Aufprall – erlaubt für sich genommen noch keine belastbare Aussage über die Ursache.

Für die weitere Aufklärung sind deshalb die Untersuchung des Wracks, die Auswertung des Flugschreibers und die Rekonstruktion der letzten Flugphase entscheidend. Auch das ausgelöste Gesamtrettungssystem kann ein wichtiger technischer Befund sein. Ein solches System soll das Flugzeug in einer Notsituation an einem Fallschirm zu Boden bringen; ob seine Auslösung im konkreten Fall Ursache, Folge oder Teil eines misslungenen Rettungsversuchs war, müssen die Sachverständigen klären.

Bedeutung für die Region

Der Absturz ereignete sich beim Anflug auf einen Flugplatz und damit in einer besonders sensiblen Flugphase. Für Anwohner und den Flugbetrieb stehen zunächst die Sicherung der Unfallstelle, die Identifizierung der Opfer und die Bergung der Trümmer im Mittelpunkt. Die zweifelsfreie Identifizierung ist zugleich Voraussetzung für die Benachrichtigung der Angehörigen und die weiteren Ermittlungen.

Dass die Ursache erst nach Wochen feststehen könnte, entspricht der Komplexität solcher Untersuchungen: Einzelne Bauteile müssen gesichert, Daten ausgewertet und Zeugenaussagen mit technischen Befunden abgeglichen werden. Der Absturz nahe Weinheim vor vier Wochen zeigt zudem, dass tödliche Unfälle mit Kleinflugzeugen in der Region zuletzt wiederholt Aufmerksamkeit erregt haben; aus zwei Ereignissen allein lässt sich jedoch kein allgemeiner Trend ableiten.

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