Karl Bushby kehrt nach 28 Jahren nach Hull zurück
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBushbys Rückkehr nach Hull
- Bushby brach am 1. November 1998 in Punta Arenas zu seiner Weltreise auf.
- Bei seiner Ankunft in Hull empfingen ihn zahlreiche Menschen vor dem Rathaus.
- Beim Abschied von der Reise verglich Bushby den Übergang mit dem Eintritt in den Ruhestand.
Karl Bushby kehrt nach 28 Jahren nach Hull zurück
Der britische Abenteurer Karl Bushby ist nach 28 Jahren Weltreise in seine Heimatstadt Hull zurückgekehrt. Der 57-Jährige legte dabei rund 50.000 Kilometer ohne motorisiertes Transportmittel zurück.
Empfang vor dem Rathaus
Am Montag wurde Bushby in Hull von zahlreichen Menschen mit Jubel und Tränen begrüßt. Vor dem Rathaus scharten sich viele Bewohner um den Abenteurer, der sich überwältigt von dem Empfang zeigte.
Seine Reise hatte am 1. November 1998 im chilenischen Punta Arenas begonnen. Bushby ging oder schwamm auf seiner Route durch Dutzende Länder und zog dabei einen zweirädrigen Gepäckwagen hinter sich her, den er „The Beast“ nannte.
Heimkehr zur Mutter
Besonders emotional war das Wiedersehen mit seiner Mutter Angela vor dem Haus, in dem Bushby aufgewachsen war. Sie sagte, nun könne sie nachts wieder beruhigt schlafen; während der Reise sei ihr Blutdruck besonders bei der gefährlichen Überquerung der Beringstraße im Jahr 2006 stark gestiegen.
Damals wurde Bushby unter anderem von russischen Grenzbeamten festgenommen. Seine Familie musste lange ohne ihn auskommen. Seinen Sohn Adam sah er nur vereinzelt, seine Enkelin lernte Bushby erst bei der Rückkehr persönlich kennen.
Ein neues Leben beginnt
Bushby sagte, auf den Alltag nach der Reise könne man sich nur bedingt vorbereiten. Die letzten Routinen im Zelt und beim Packen der Ausrüstung seien für ihn mit dem Gefühl verbunden gewesen, ein ganzes Leben hinter sich zu lassen.
Eine weitere Reise dieser Art schließt der Abenteurer aus. „Ich hatte meine Zeit“, sagte Bushby.
Karl Bushbys Rückkehr beendet ein außergewöhnliches Langzeitprojekt, das 1998 mit einem Aufbruch im chilenischen Punta Arenas begann. Sein Vorhaben bestand nicht nur darin, eine große Strecke zurückzulegen, sondern die Route ohne motorisiertes Verkehrsmittel fortzusetzen. Dadurch wurden natürliche Hindernisse, Grenzregeln, Visaauflagen und politische Veränderungen zu wiederkehrenden Bestandteilen der Reise.
Die rund 50.000 Kilometer verteilen sich auf Jahrzehnte, weil Bushby nicht durchgehend unterwegs war. Wartezeiten, Behördenverfahren, Wetter und pandemiebedingte Einschränkungen verlängerten das ursprünglich deutlich kürzer geplante Unternehmen. Besonders riskant war die Überquerung der Beringstraße im Jahr 2006, bei der Bushby von russischen Grenzbehörden festgenommen wurde.
Zwischen Abenteuer und Familienleben
Die Heimkehr hat deshalb eine persönliche Bedeutung, die über das Ende einer Expedition hinausgeht. Bushby trifft Angehörige wieder, die während großer Teile seines Lebens nur aus der Ferne mit ihm verbunden waren, darunter seine Enkelin. Zugleich muss er nach 28 Jahren einen Alltag bewältigen, der nicht mehr von Etappen, Ausrüstung und dem nächsten Grenzabschnitt bestimmt wird.
Für die Öffentlichkeit steht die Reise beispielhaft für Ausdauer und den Umgang mit scheinbar unüberwindbaren Hindernissen. Für Bushby selbst beginnt nun eine neue Phase: Er will seine Erfahrungen weitergeben, schließt eine weitere Reise dieser Art aber aus. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von der Fortbewegung zur Verarbeitung eines Lebensabschnitts, der einen Großteil seines Erwachsenenlebens geprägt hat.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Der Lauf des Lebens - In 28 Jahren zu Fuß um die Welt“ (02.11.2026)
Der Beitrag bestätige die Rückkehr nach Hull und stelle die 50.000 Kilometer sowie Bushbys Regel, ohne Verkehrsmittel voranzukommen, in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung beleuchte er ausführlich die Hindernisse der Expedition, darunter Visa- und Grenzprobleme sowie die geplante Dokumentation.
tagesschau.de: „Abenteurer Bushby kehrt nach 28 Jahren von Weltreise zurück“ (02.11.2026)
Der Bericht bestätige die Ankunft in Hull und rücke die persönlichen Folgen der langen Abwesenheit stärker in den Vordergrund. Er beschreibe außerdem die Regeln der Reise, die Schwierigkeiten an der russischen Grenze und Bushbys geplante nächste Schritte; offen bleibe vor allem, wie er den Übergang in den Alltag bewältige.
Beide Beiträge seien sich beim Ende der 28-jährigen Reise und der Ankunft in Hull einig. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während Euronews die globale Route und organisatorischen Hürden betone, stelle tagesschau.de Familie und Zukunftspläne stärker heraus.
