Joachim Meyerhoff beendet Proben am Burgtheater aus gesundheitlichen Gründen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 08:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJoachim Meyerhoff beendet aus gesundheitlichen Gründen seine Mitarbeit an den Proben für das Stück „König Ubu“ am Wiener Burgtheater.
Schauspieler zieht sich von „König Ubu“-Proben zurück
Der 59-jährige Schauspieler und Bestseller-Autor muss die Arbeit an der Produktion abbrechen, wie das Burgtheater mitteilt. „Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit an König Ubu abbrechen“, wird Meyerhoff von dem Haus zitiert. Er betont, er müsse sich der Tatsache stellen, derzeit nicht so arbeiten zu können, wie er es für sich brauche und wie es eine so vehemente Rolle verlange.
Frühere schwere Erkrankung verarbeitet er literarisch
Meyerhoff hatte im Alter von 51 Jahren einen Schlaganfall erlitten, der zeitweise zu Lähmungserscheinungen führte. Die Erfahrungen dieses Einschnitts verarbeitete er in seinem Buch „Hamster im hinteren Stromgebiet“, das wie seine weiteren, millionenfach verkauften Werke stark autobiografisch geprägt ist. Auch in anderen Büchern greift Meyerhoff zentrale Stationen seines Lebens auf.
Verfilmungen und jüngster Kinoerfolg
Zu seinen erfolgreichen Titeln gehört „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, das mit Senta Berger in einer Hauptrolle verfilmt wurde. Die Adaption lief in diesem Jahr im Kino und entwickelte sich zum Hit, wodurch Meyerhoffs Arbeit erneut ein größeres Publikum erreichte.
Burgtheater hält an Premiere und Spielplan fest
Das Wiener Burgtheater will ungeachtet des Probenabbruchs an der geplanten Premiere von „König Ubu“ am 16. Oktober festhalten. Für die Rolle des Vater Ubu, die ursprünglich Meyerhoff übernehmen sollte, springt nun Ensemblemitglied Stefanie Reinsperger ein, die bislang als Mutter Ubu vorgesehen war. Die Figur der Mutter Ubu übernimmt jetzt Sebastian Wendelin, sodass die Produktion mit veränderter Besetzung weiter vorbereitet wird.
Ein bedeutender Akteur pausiert
Der Rückzug von Joachim Meyerhoff von den Proben am Wiener Burgtheater trifft eine der prägenden Figuren des deutschsprachigen Gegenwartstheaters. Meyerhoff hat sich in den vergangenen Jahren sowohl als Ensemblemitglied großer Bühnen als auch als Bestseller-Autor mit autobiografisch geprägten Romanen einen Namen gemacht. Sein erneuter gesundheitlich begründeter Rückzug zeigt, wie stark körperliche Belastung und hohe Spielanforderungen im Theaterbetrieb miteinander verknüpft sind.
Gesundheit und Hochleistungsbetrieb Theater
Die Rolle des Vater Ubu in Alfred Jarrys „König Ubu“ gilt als physisch und emotional intensive Partie, die lange Probenzeiten, große stimmliche Präsenz und hohe Konzentration verlangt. Wenn Meyerhoff nun betont, er könne im Moment nicht so arbeiten, wie er es für sich brauche und wie es die Rolle erfordere, verweist das auf die Spannungen zwischen künstlerischem Anspruch und persönlicher Belastbarkeit. Sein früherer Schlaganfall und dessen Verarbeitung in mehreren Büchern haben bereits gezeigt, wie eng seine künstlerische Arbeit mit biografischen Brüchen und gesundheitlichen Themen verknüpft ist.
Auswirkungen auf Produktion und Publikum
Für das Burgtheater bedeutet der Wechsel der Besetzung eine doppelte Herausforderung: Die geplante Premiere am 16. Oktober soll gehalten werden, gleichzeitig müssen zentrale Rollen neu interpretiert und die Probenprozesse angepasst werden. Dass mit Stefanie Reinsperger und Sebastian Wendelin zwei profilierte Ensemblemitglieder einspringen, sichert die Spielbarkeit der Produktion und deutet auf Kontinuität im künstlerischen Anspruch hin. Für das Publikum bleibt die Premiere damit ein wichtiger Termin im Spielplan, auch wenn eine erwartet prominente Besetzung nun fehlt. Meyerhoffs Entscheidung markiert zugleich einen weiteren Schritt in seinem öffentlich sichtbaren Umgang mit der eigenen Gesundheit.
