Jeffrey Archer mit 86 Jahren gestorben: Bestsellerautor hinterlässt Millionenpublikum
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 06:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer britische Bestsellerautor Jeffrey Archer ist im Alter von 86 Jahren am Montag plötzlich und friedlich in seinem Zuhause gestorben.
Mehr als 300 Millionen verkaufte Bücher
Sein Verlag teilte den Tod am Montagabend mit. Nach Angaben der BBC wurden von Archers Büchern mehr als 300 Millionen Exemplare verkauft.
Sein letztes Buch „Adam und Eva“ hatte Archer noch fertiggestellt; es soll am Dienstag offiziell erscheinen. Der Verlag HarperCollins würdigte ihn als meisterhaften Geschichtenerzähler, dem seine Leserinnen und Leser alles bedeutet hätten.
Politische Karriere in Großbritannien
Der in London geborene Schriftsteller war auch politisch aktiv. Für die Konservative Partei saß er zunächst im britischen Unterhaus und wurde zeitweise deren stellvertretender Vorsitzender. Bis 2024 gehörte er dem britischen Oberhaus an.
Gefängnisstrafe wegen Meineids
Unterbrochen wurde seine politische Laufbahn 2001 durch eine Gefängnisstrafe. Archer hatte 14 Jahre zuvor in einem Rechtsstreit mit der Zeitung „Daily Star“ über ein Alibi gelogen. Wegen Meineids und der Behinderung der Justiz wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt, von denen er zwei Jahre verbüßte.
Erfolge mit „Kain und Abel“
Seinen literarischen Durchbruch erzielte Archer mit 34 Jahren mit dem Roman „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Das Buch erschien innerhalb eines Jahres in 17 Ländern und verkaufte sich knapp 30 Millionen Mal.
Als sein bekanntestes Werk gilt „Kain und Abel“ aus dem Jahr 1979. Das Epos über zwei ungleiche Männer, die am selben Tag geboren werden, wurde in 42 Sprachen übersetzt und in mehr als 100 Ländern veröffentlicht. Mehr als 100 Millionen Menschen lasen den Roman.
Vom Bestseller zum internationalen Publikum
Jeffrey Archer gehörte zu den Autoren, die den klassischen Spannungsroman mit weit ausgreifenden Familien- und Gesellschaftsgeschichten verbanden. Besonders „Kain und Abel“ machte ihn weltweit bekannt. Die hohe Zahl verkaufter Bücher zeigt, dass seine Bedeutung nicht nur auf den britischen Buchmarkt begrenzt blieb.
Archers Laufbahn verlief zugleich ungewöhnlich widersprüchlich. Er verband literarischen Erfolg mit einer politischen Karriere in der Konservativen Partei und einem späteren Sitz im Oberhaus. Die Verurteilung wegen Meineids und Behinderung der Justiz unterbrach diesen Weg und prägte die öffentliche Wahrnehmung seiner Person nachhaltig.
Letztes Buch erscheint nach seinem Tod
Mit „Adam und Eva“ liegt nun ein Werk vor, das Archer noch selbst fertigstellte. Die Veröffentlichung unmittelbar nach seinem Tod verleiht dem Buch eine besondere Aufmerksamkeit und dürfte das Interesse an seinem Gesamtwerk erneut erhöhen. Für Leserinnen und Leser steht damit neben der Würdigung seiner Biografie auch die Frage im Mittelpunkt, wie sein erzählerisches Vermächtnis abgeschlossen wird.
