Italienischer Luftraum, Enav

Italien: Datennetz-Störung verzögert Dutzende Flüge stundenlang

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 16:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein Ausfall im Datennetz der italienischen Flugsicherung legte den Flugverkehr auf wichtigen Strecken teilweise lahm. Enav nahm im Tagesverlauf ein zweites Satellitennetz in Betrieb und meldete anschließend die Rückkehr zur vollen Leistungsfähigkeit.

Folgen für Italiens Luftverkehr

  • Die ersten Probleme wurden in der Nacht festgestellt, ab 6.00 Uhr galten Maßnahmen zur Verkehrsteuerung.
  • Betroffen waren Starts und Landungen in Italien sowie Überflüge über den italienischen Luftraum.
  • Enav wickelt pro Jahr etwa zwei Millionen Flüge ab und überwacht den italienischen Luftraum.
Am Nachmittag gab die nationale Flugsicherungsbehörde Enav Entwarnung. Die Leistungsfähigkeit sei jetzt wieder «zu 100 Prozent» erreicht. (Archivbild) - Bild: Luca Bruno/AP/dpa

Technische Störung legt Flugverkehr über Italien lahm

Wegen technischer Probleme im Datennetz der italienischen Flugsicherung sind im nationalen und internationalen Flugverkehr über Italien stundenlang Verbindungen ausgefallen oder verspätet gewesen. Betroffen waren unter anderem Flughäfen in Rom, Mailand und Bergamo sowie Flüge zwischen Italien und Deutschland.

Enav meldet Rückkehr zum Normalbetrieb

Am Nachmittag erklärte die nationale Flugsicherungsbehörde Enav, ihre Leistungsfähigkeit sei wieder zu 100 Prozent erreicht. Im Laufe des Tages nahm sie nach eigenen Angaben ein zweites Satelliten-Netzwerk in Betrieb, um den Verkehr zu stabilisieren.

Die Wiederherstellung der technischen Leistung beseitigte die Folgen jedoch nicht sofort. Im Luftverkehr dauert es üblicherweise mehrere Stunden, bis sich nach einer solchen Unterbrechung die Umläufe von Flugzeugen und Besatzungen wieder normalisieren.

Angriff und Sabotage ausgeschlossen

Was die massiven Probleme auslöste, blieb zunächst offen. Enav schloss einen Hacker-Angriff von außerhalb und Sabotage aus und erklärte, die Störungen seien nicht auf böswillige Handlungen zurückzuführen.

Streit über Zustand der Infrastruktur

Der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Aeroitalia, Gaetano Intrieri, machte eine veraltete Infrastruktur verantwortlich. Er sagte dem Fernsehsender Sky TG24, über die Jahre seien seiner Meinung nach nicht ausreichend Investitionen in die Modernisierung von Infrastruktur und Technologien geflossen.

Die Flugsicherung verwies dagegen darauf, dass der italienische Mobilfunkkonzern Tim für Verwaltung und Wartung des Datennetzes zuständig sei. Nach Angaben der Behörde wurden die ersten Probleme in der Nacht bemerkt; ab 6.00 Uhr galten deshalb Maßnahmen zur Verkehrsteuerung.

Weniger Flugzeuge im Luftraum

Durch die Maßnahmen konnten weniger Flugzeuge betreut und abgefertigt werden. Betroffen waren Maschinen, die in Italien starteten oder landeten, ebenso wie Flugzeuge, die den italienischen Luftraum lediglich überflogen.

Die Verspätungen betrugen teilweise mehrere Stunden. Enav ist für Überwachung, Kontrolle und Sicherung des italienischen Luftraums mit internationalen Flughäfen wie Rom und Mailand zuständig und wickelt pro Jahr etwa zwei Millionen Flüge ab.

Die Störung traf einen stark belasteten europäischen Luftraum, in dem nationale Flugsicherungen den Verkehr über großen Flughäfen und auf internationalen Überflugstrecken koordinieren. Technische Ausfälle in einem Datennetz wirken sich deshalb nicht nur auf Starts und Landungen im betroffenen Land aus, sondern können auch Flugzeuge auf Transitstrecken und grenzüberschreitende Verbindungen erfassen.

Dass Enav am Nachmittag die vollständige Leistungsfähigkeit meldete, beseitigte die technische Ursache nicht automatisch aus dem Tagesbetrieb. Flugzeuge, Besatzungen und Abfertigungspositionen geraten bei stundenlangen Verzögerungen aus dem vorgesehenen Umlauf; dadurch können Verspätungen auch nach der Wiederherstellung der Systeme fortwirken.

Infrastruktur bleibt im Fokus

Die Debatte über die technische Infrastruktur erhält durch den Ausfall zusätzliche Bedeutung. Während die Flugsicherung einen Angriff oder Sabotage ausschloss und ein zweites Satellitennetz zuschaltete, verwies der Aeroitalia-Manager auf aus seiner Sicht unzureichende Modernisierung. Zugleich liegt die Verwaltung und Wartung des Datennetzes nach Angaben der Flugsicherung beim Telekommunikationskonzern Tim.

Für Reisende bedeutet die Entwarnung daher vor allem, dass der reguläre Flugbetrieb wieder anlaufen kann; einzelne Verbindungen können wegen der Folgewirkungen weiterhin verspätet sein. Die Ursache der ursprünglichen Störung und die technische Verantwortung bleiben zentrale offene Punkte.

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