Isabel Allende erhält 1-Million-Euro-Preis in Barcelona
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 10:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAllendes Roman führt Alba Trueba zurück
- Felipe VI. überreichte Isabel Allende den Preis bei einer Gala in Barcelona.
- Der Premio Planeta wird seit 1952 jährlich für einen unveröffentlichten spanischsprachigen Roman vergeben.
- Sergio Hernández erhielt für «La añoranza» den mit 200.000 Euro dotierten zweiten Preis.
Isabel Allende gewinnt Literaturpreis in Barcelona
Die chilenische Bestsellerautorin Isabel Allende hat für ihren neuen Roman «La hora antes del alba» den mit einer Million Euro dotierten 75. Planeta-Preis erhalten. Der Preis wurde der 84-Jährigen bei einer Gala in Barcelona vom spanischen König Felipe VI. überreicht.
Roman knüpft an «Das Geisterhaus» an
«La hora antes del alba» soll Anfang November auf Spanisch erscheinen und an Allendes Debütroman «Das Geisterhaus» von 1982 anknüpfen. Im Mittelpunkt steht Alba Trueba, die nach Folter unter Augusto Pinochets Diktatur in ihr Elternhaus zurückkehrt und zur Chronistin einer turbulenten Ära wird.
Deutsche Ausgabe noch ohne Termin
«Das Geisterhaus» erzählt die Geschichte einer wohlhabenden Familie in einem als Chile erkennbaren lateinamerikanischen Land und wird dem magischen Realismus zugeordnet. Wann der neue Roman auf Deutsch erscheint, war zunächst nicht bekannt.
Allende hat weltweit laut «El País» mehr als 80 Millionen Bücher verkauft und gilt als erfolgreichste lebende spanischsprachige Autorin der Gegenwart. Ihr neuer Roman erscheint bei Planeta, nachdem sie zuvor überwiegend beim spanischen Verlag Plaza & Janés veröffentlicht hatte.
Zweiter Preis für Sergio Hernández
Der 32-jährige Manga-Autor Sergio Hernández aus Valencia erhielt für sein Werk «La añoranza» den mit 200.000 Euro dotierten zweiten Preis.
Preis wird seit 1952 vergeben
Der Premio Planeta wird seit 1952 jährlich für den besten unveröffentlichten Roman in spanischer Sprache vergeben. Die Teilnehmer reichen ihre Manuskripte unter Pseudonym ein, damit auch unbekannte Autoren eine Chance erhalten.
Zu den früheren Gewinnern zählt der spätere Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, der den Preis 1993 erhielt.
Der Premio Planeta gehört zu den wichtigsten Literaturpreisen im spanischsprachigen Raum. Er wird seit 1952 vom Verlag Editorial Planeta für einen unveröffentlichten Roman in spanischer Sprache vergeben; die Bewerbung unter Pseudonym soll auch weniger bekannten Autorinnen und Autoren Chancen eröffnen.
Für Isabel Allende ist die Auszeichnung zugleich eine Rückkehr zu einem zentralen Stoff ihres literarischen Lebens. «Das Geisterhaus» machte die chilenische Familiengeschichte international bekannt und verband politische Gewalt, Erinnerung und Elemente des magischen Realismus. Der neue Roman setzt mit Alba Trueba eine Figur aus diesem Erzählkosmos ins Zentrum und führt sie in die Zeit nach der Folter unter Augusto Pinochet zurück.
Literarische Auszeichnung mit großer Reichweite
Die mit einer Million Euro verbundene Ehrung unterstreicht Allendes anhaltende Bedeutung im internationalen Buchmarkt. Der Preis könnte dem neuen Roman zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen, bevor er Anfang November auf Spanisch erscheint. Für deutschsprachige Leser bleibt der Termin einer Übersetzung zunächst offen.
Bemerkenswert ist außerdem der Verlagswechsel: Allendes neuer Roman erscheint bei Planeta, während ihre Bücher bislang überwiegend beim zur Bertelsmann-Gruppe gehörenden Verlag Plaza & Janés herauskamen. Neben der prominenten Preisträgerin rückt der zweite Preis den Manga-Autor Sergio Hernández in den Blick und zeigt die Bandbreite des Wettbewerbs.
