Interpol nimmt 95 Verdächtige in 17 Ländern fest
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 21:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSInterpol meldet Festnahmen in 17 Ländern
Bei einem internationalen Einsatz gegen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Internet sind 95 Verdächtige festgenommen worden. Die vier Polizeioperationen liefen zwischen März und September in 17 Ländern Lateinamerikas und Europas; deutsche Behörden waren nicht beteiligt.
127 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt
Nach Angaben von Interpol vollstreckten die Ermittler insgesamt 127 Durchsuchungsbeschlüsse. Beteiligt waren unter anderem Brasilien, Kolumbien, Argentinien, Spanien und Italien.
Kind in Kolumbien in Sicherheit gebracht
In Kolumbien brachte die Polizei ein fünfjähriges Kind in Sicherheit und nahm einen Elternteil fest. Dieser soll Darstellungen des Kindes produziert und im Internet verkauft haben. Mithilfe einer Interpol-Datenbank ordneten Ermittler mehrere Dateien demselben Kind zu; einige entstanden demnach bereits, als es ein Jahr alt war.
Ermittler finden Tausende Dateien
In Ecuador fanden Ermittler bei einem Verdächtigen aus einer Chatgruppe mehr als 4.000 Dateien mit einem Gesamtumfang von rund 15 Gigabyte. In Panama wurde der Administrator einer Chatgruppe festgenommen, die laut Interpol mehr als 700 Nutzer hatte.
Vorwurf sexueller Erpressung in Argentinien
In Argentinien nahm die Polizei einen Verdächtigen fest, der mit mehr als 260 Mädchen aus verschiedenen Ländern Kontakt gehabt haben soll. Ihm wird vorgeworfen, Minderjährige sexuell erpresst zu haben. Er soll zunehmend explizitere Bilder und Videos verlangt und bei einer Weigerung gedroht haben.
Digitale Plattformen im Fokus
Interpol zufolge nutzen Täter digitale Plattformen zunehmend, um Kinder sexuell auszubeuten, Missbrauch zu koordinieren und mit illegalen Inhalten Geld zu verdienen. Interpol-Exekutivdirektor Stephen Fry erklärte, hinter jeder Datei stehe ein missbrauchtes Kind, das durch jede Weiterverbreitung erneut zum Opfer werde.
