Oktoberfest 2026, Wiesn-Halbzeitbilanz

Oktoberfest 2026: 3,8 Millionen Besucher zur Halbzeit – tödlicher Unfall überschattet Wiesn

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In der ersten Oktoberfest-Woche kamen rund 3,8 Millionen Menschen nach München – mehr als im Vorjahr. Die Stimmung blieb laut Festleitung friedlich, doch ein tödlicher Unfall an einem Fahrgeschäft überschattet die Bilanz.

  • Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Voll, voller, Oktoberfest.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Voll, voller, Oktoberfest. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Am Samstag herrschte dichtes Gedränge - aber es wurde nicht gefährlich.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Am Samstag herrschte dichtes Gedränge - aber es wurde nicht gefährlich. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Friedlich, fröhlich, entspannt: eine fast perfekte erste Wiesnwoche. - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Friedlich, fröhlich, entspannt: eine fast perfekte erste Wiesnwoche. - Bild: Felix Hörhager/dpa
Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Voll, voller, Oktoberfest.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Am Samstag herrschte dichtes Gedränge - aber es wurde nicht gefährlich.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Friedlich, fröhlich, entspannt: eine fast perfekte erste Wiesnwoche. - Bild: Felix Hörhager/dpa

Rund 3,8 Millionen Menschen haben in der ersten Woche des Münchner Oktoberfests gefeiert, etwa 300.000 mehr als im Vorjahr.

Mehr Gäste, entspannte Atmosphäre

Trotz des Zuwachses habe es keine gefährlichen Auslastungsspitzen gegeben, sagte Wiesnchef Christian Scharpf (SPD). Er sprach von einer friedlichen ersten Woche bei perfektem Volksfestwetter.

Die Besucherzahlen unter der Woche stiegen nach Angaben der Festleitung um 18,5 Prozent. An den Wochenenden lagen sie dagegen leicht unter dem Vorjahresniveau.

Neue Technik soll Menschenströme lenken

Als Grund für die gleichmäßigere Verteilung nannte Scharpf auch eine Kampagne für Besuche unter der Woche. Das neue Sicherheitskonzept mit KI-gestützten Videokameras und sogenannten Crowdspottern, die Menschenmengen beobachten und analysieren, habe sich bewährt.

Am Samstag wurden bei starkem Andrang zeitweise Eingänge geschlossen, um die Besucherströme umzulenken. Die Festleitung bewertete die technischen und organisatorischen Neuerungen als deutliche Verbesserung.

Tödlicher Unfall überschattet Fest

Überschattet wurde die Wiesn von einem tödlichen Unfall. Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Fahrgeschäfts starb, nachdem ihn eine herunterfahrende Gondel getroffen hatte.

Warum sich der Mann in dem Bereich aufhielt, in dem er sich nicht hätte befinden dürfen, wird ermittelt.

Saures Radler und fehlender Wiesnhit

Bei den Getränken griffen die Gäste auffällig häufig zu saurem Radler. Scharpf kündigte an, das Getränk selbst zu probieren. Der Konsum von Festbier ging leicht zurück.

Ein klarer Wiesnhit zeichnete sich zur Halbzeit nicht ab. Häufig gespielt wurde nach Angaben der Festleitung jedoch „Gute Laune“ von GroßstadtEngel.

Mehr Einsätze von Polizei und Sanitätsdienst

Mit den gestiegenen Besucherzahlen nahmen auch die Einsätze von Polizei und Wiesn-Sanitätsstation zu. Die größte Patientengruppe machten mit 35 Prozent wie jedes Jahr Menschen mit alkoholbedingten Problemen aus.

Daneben behandelten Ärzte und Helfer Verletzungen sowie Kreislaufzusammenbrüche. Die Polizei registrierte rund 470 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, darunter Körperverletzung, Diebstahl, sexuelle Belästigung und Upskirting, also das Filmen unter den Rock.

Zudem wurden erneut Drohnen gesichtet und teilweise vom Himmel geholt.

Besucherzuwachs ohne gefährliche Spitzen

Die Halbzeitbilanz zeigt, dass ein höheres Besucheraufkommen nicht automatisch zu kritischen Situationen führen muss. Rund 3,8 Millionen Menschen in der ersten Festwoche bedeuten gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von etwa 300.000 Gästen. Entscheidend für die Belastung des Geländes ist jedoch nicht nur die Gesamtzahl, sondern auch ihre Verteilung über Wochentage, Uhrzeiten und Eingänge.

Die stärkere Nachfrage an Werktagen spricht dafür, dass die Kampagne zur Entzerrung der Besucherströme Wirkung entfaltet. Zugleich bleibt das mittlere Wiesn-Wochenende ein Belastungstest: Am Samstag mussten die Haupteingänge wegen des Andrangs zeitweise geschlossen werden. Das Sicherheitskonzept soll solche Entwicklungen früher erkennen und Gegenmaßnahmen ermöglichen.

Sicherheit und Unfall werfen unterschiedliche Fragen auf

Die KI-gestützte Videoauswertung und die Crowdspotter erweitern die Möglichkeiten der Einsatzleitung, ersetzen aber weder Personal vor Ort noch klare Besucherführung. Für Gäste sind vor allem freie Flucht- und Rettungswege, verständliche Durchsagen sowie eine rechtzeitige Information über geschlossene Bereiche von Bedeutung.

Der tödliche Unfall eines Sicherheitsmitarbeiters überschattet die insgesamt friedliche Bilanz. Neben der laufenden Ermittlung zur Unfallursache rückt damit auch die Absicherung von Arbeitsbereichen an Fahrgeschäften in den Mittelpunkt. Die gestiegenen Einsatzzahlen bei Polizei und Sanitätsdienst zeigen außerdem, dass ein ruhiger Festverlauf erhebliche organisatorische Ressourcen erfordert.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Halbzeit beim Oktoberfest - Wiesn Sperrung wieder akut?“ (26.09.2026)

Der Bericht ordne die Halbzeit in das besonders besuchsintensive italienische Wochenende ein und erinnere an die Überfüllungen des Vorjahres. Er hebe hervor, dass die Stadt mit Kameras und KI-gestützter Auswertung gegen kritische Menschenansammlungen vorgehen wolle, während die dpa-Meldung den Schwerpunkt auf die insgesamt entspannte erste Woche und die Besucherbilanz lege.

BR24: „Großer Wiesn-Andrang – Haupteingänge kurzzeitig geschlossen“ (26.09.2026)

Der Artikel bestätige die zeitweise Schließung der beiden Haupteingänge am mittleren Samstag und beschreibe den Reservierungswechsel als zusätzlichen Faktor für die Enge. Anders als die dpa-Halbzeitbilanz konzentriere sich der Bericht auf die konkrete Besucherlenkung vor Ort und erläutere, wie das Frühwarnsystem mit Kameras, KI und Crowdspottern eingesetzt werde.

Beide Berichte bestätigten den starken Andrang und die zeitweisen Zugangssperren, setzten ihre Schwerpunkte jedoch unterschiedlich: Der Euronews-Beitrag betone den Vergleich mit dem Vorjahr und das bevorstehende Besucherwochenende, der BR-Bericht die Abläufe am Samstag. Offen bleibe, wie sich das Besucheraufkommen im weiteren Festverlauf verteile.

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