Hamburg, Deutschland

Verteidigung beantragt Aussetzung des Block-Prozesses

19.11.2025 - 10:42:39 | dpa.de

Im andauernden Ermittlungsverfahren wegen der Entführung der Block-Kinder hat die Staatsanwaltschaft einen wichtigen Beschuldigten außerhalb des Prozesses vernommen. Die Verteidiger sind verärgert.

Ingo Bott, der Verteidiger von Christina Block, hat die Aussetzung oder Unterbrechung des Prozesses beantragt. - Bild: Marcus Brandt/dpa-POOL/dpa
Ingo Bott, der Verteidiger von Christina Block, hat die Aussetzung oder Unterbrechung des Prozesses beantragt. - Bild: Marcus Brandt/dpa-POOL/dpa

Wegen der Vernehmung eines wichtigen Zeugen zur Entführung der Block-Kinder hat die Verteidigung die Aussetzung des Prozesses beantragt. Die Anwälte müssten Gelegenheit bekommen, die 229 Seiten lange Aussage des Chefs einer israelischen Sicherheitsfirma gründlich auszuwerten, sagte Christina Blocks Verteidiger Ingo Bott zum Auftakt des 23. Verhandlungstages.

Die Kammer zog sich zur Beratung zurück. Anschließend verkündete die Vorsitzende Richterin, die Entscheidung werde erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen. Der Prozess gehe bis dahin erst einmal weiter.

Die Tochter des Gründers der Steakhouse-Kette «Block House», Eugen Block, ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung ihre beiden jüngsten Kinder in der Silvesternacht 2023/24 erteilt zu haben. Sie bestreitet das.

Der damals zehnjährige Sohn und die 13-jährige Tochter waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft von der israelischen Sicherheitsfirma ihrem Vater gewaltsam entzogen und nach Deutschland gebracht worden. Einer der sechs Mitangeklagten, ein in Untersuchungshaft sitzender Israeli (36), hat das Tatgeschehen umfangreich gestanden.

Inzwischen hat der Firmenchef, der als tatverdächtig gilt, bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt. Die Ermittlungsbehörde hat ihm nach Angaben von Bott eine Strafmilderung in Aussicht gestellt. David Rieks, der Verteidiger von Blocks Lebensgefährten Gerhard Delling (66), zeigte sich darüber verärgert, dass Medien bereits am Dienstag unter Berufung auf Justizkreise über die Aussage des israelischen Firmenchefs berichtet hätten.

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