Hurrikane Polo und Nolo bedrohen Mexiko und Hawaii – Odalys bleibt auf dem Meer
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 18:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im Pazifik sind derzeit die drei Hurrikane «Polo», «Nolo» und «Odalys» unterwegs, wobei Mexiko und Hawaii von zwei der Stürme bedroht werden.
Polo bewegt sich auf Mexiko zu
«Polo» ist nach Angaben des US-Hurrikanzentrums NHC ein extrem starker Wirbelsturm der Kategorie 5. Der Hurrikan befand sich am Freitag rund 660 Kilometer südlich von Cabo San Lucas und erreichte anhaltende Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde mit stärkeren Böen.
Voraussichtlich Anfang der kommenden Woche soll «Polo» als abgeschwächter Hurrikan auf die Westküste der mexikanischen Halbinsel Baja California treffen. Die Entwicklung wird an der mexikanischen Pazifikküste eng beobachtet.
Hawaii erwartet heftigen Regen
Der Hurrikan «Nolo» hatte am Freitag die niedrigste Kategorie 1 und lag rund 355 Kilometer südlich der Südspitze von Hawaii. Nach Einschätzung der Meteorologen könnte der Sturm am Wochenende an Stärke gewinnen und an der Inselkette vorbeiziehen.
Der NHC warnte vor lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Erdrutschen, besonders in steilen Gebieten im Osten und Süden von Big Island und Maui. «Nolo» brachte am Freitag anhaltende Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde mit.
Odalys bleibt auf dem Meer
Zwischen Hawaii und Mexiko zieht «Odalys» mit Hurrikanstärke der Kategorie 4 über den Pazifik. Der Sturm befand sich rund 1.500 Kilometer westlich von Baja California und sollte sich am Wochenende abschwächen.
Für die mexikanische Küste galten nach Angaben des NHC keine Vorwarnungen oder Warnungen. Eine Gefahr für das Festland stellte «Odalys» demnach nicht dar.
El Niño prägt die Hurrikansaison
Das besonders starke Klimaphänomen El Niño sorgt in diesem Jahr für eine ungewöhnlich aktive Pazifik-Saison. Dort bildeten sich bereits neun Hurrikane, drei davon erreichten die höchste Kategorie 5.
Im Atlantik entwickelte sich dagegen bislang kein einziger Hurrikan. Die Hurrikansaison beginnt im Pazifik am 15. Mai und im Atlantik am 1. Juni; beide Saisons enden am 30. November.
El Niño verschiebt die Sturmaktivität
Die ungewöhnliche Verteilung der Wirbelstürme passt zu den großräumigen Auswirkungen eines starken El-Niño-Ereignisses. Überdurchschnittlich warmes Wasser kann die Entwicklung tropischer Wirbelstürme im östlichen Pazifik begünstigen, während starke Höhenwinde über dem Atlantik die Organisation von Stürmen erschweren. Dadurch können zwei normalerweise getrennt betrachtete Becken im selben Zeitraum ein deutlich unterschiedliches Aktivitätsniveau zeigen.
Für Mexiko und Hawaii ist nicht allein die Windstärke entscheidend. Auch ein Sturm, der nicht direkt auf Land trifft, kann durch große Niederschlagsmengen, hohe Wellen und Sturmfluten gefährlich werden. Besonders an steilen Küsten und auf vulkanisch geprägten Inseln steigt bei Starkregen das Risiko von Sturzfluten und Erdrutschen. Behördenwarnungen, Hafenschließungen und Einschränkungen des Schulbetriebs dienen deshalb auch dann dem Schutz der Bevölkerung, wenn der vorhergesagte Kurs knapp vor der Küste verläuft.
Gefahrenlage bleibt dynamisch
Die Pazifik-Hurrikansaison dauert bis zum 30. November. Vorhersagen zu Zugbahn und Intensität können sich innerhalb weniger Stunden ändern, weil tropische Wirbelstürme stark auf Wassertemperatur, Windscherung und ihre Entfernung zu Land reagieren. Für Reisende und Bewohner in betroffenen Regionen sind daher aktuelle Warnungen der örtlichen Behörden und des US-Hurrikanzentrums maßgeblich. Für Deutschland ergibt sich aus den genannten Stürmen keine unmittelbare Wettergefahr; die Bedeutung liegt vor allem in der internationalen Extremwetterlage und in möglichen Folgen für Reiseverbindungen sowie die Küsteninfrastruktur.
