Höhlenforscher sitzt bei Urzulei in zehn Metern Tiefe fest
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Geröll versperrt den Höhleneingang
- Der 31 Jahre alte Italiener sitzt seit Sonntagnachmittag in einer Höhle bei Urzulei auf Sardinien fest.
- Ein Hangrutsch verschüttete den Zugang zu dem unterirdischen Hohlraum in zehn Metern Tiefe.
- Mehr als 30 Berg- und Höhlenretter arbeiten mit der Feuerwehr daran, das Geröll von Hand zu entfernen.
Ein Höhlenforscher sitzt nach einem Hangrutsch in einer Höhle bei Urzulei auf Sardinien in zehn Metern Tiefe fest.
Kontakt zum Eingeschlossenen hergestellt
Die italienische Bergrettung teilte mit, dass der Eingang durch die Geröllmassen verschüttet worden sei. Der 31 Jahre alte Italiener halte sich seit Sonntagnachmittag in der Höhle auf.
Die Einsatzkräfte konnten inzwischen Kontakt zu dem Mann aufnehmen. Er sei am Leben und bei Bewusstsein.
Rettung dauert die ganze Nacht
Die Arbeiten dauerten nach Angaben der Bergrettung die ganze Nacht an und wurden fortgesetzt. Die Helfer graben sich durch das Material, das den Zugang blockiert.
Die Bergungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig. Der Mann liegt vermutlich unter weiteren Trümmern unterschiedlicher Größe begraben.
Geröll wird von Hand entfernt
Mehr als 30 Einsatzkräfte der Berg- und Höhlenrettung arbeiten gemeinsam mit der Feuerwehr an der Befreiung des Forschers. Sie entfernen das Material von Hand, um zu ihm vorzudringen.
Der verschüttete Höhleneingang liegt bei Urzulei auf Sardinien. Angaben dazu, wann der Mann geborgen werden kann, lagen zunächst nicht vor.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Höhlenrettungen unterscheiden sich grundlegend von Einsätzen an der Oberfläche. Enge Zugänge, fehlendes Tageslicht und instabile Gesteinsmassen erschweren sowohl die Orientierung als auch den Transport von Material und verletzten oder eingeschlossenen Menschen.
Bei einem Hangrutsch besteht zudem das Risiko, dass sich weiteres Geröll löst. Deshalb müssen die Einsatzkräfte den verschütteten Zugang abschnittsweise und von Hand freilegen. Der Kontakt zu dem 31-Jährigen ist dabei ein wichtiger operativer Vorteil, weil sein Zustand und seine Position fortlaufend eingeschätzt werden können.
Sardiniens anspruchsvolles Gelände
Die Gegend um Urzulei liegt im gebirgigen Osten Sardiniens und ist für Karstlandschaften mit zahlreichen Höhlen und Schluchten bekannt. Solche natürlichen Hohlräume ziehen Höhlenforscher an, erhöhen bei Wetterumschwüngen oder Hangbewegungen aber auch die Anforderungen an die Rettungsplanung.
Für die Bergung kommt es nun auf die Stabilisierung des Zugangs und einen sicheren Weg durch die Trümmer an. Die Beteiligung von Berg- und Höhlenrettung sowie Feuerwehr bündelt dafür Spezialwissen und technische Unterstützung. Wie schnell der Mann aus der Höhle gebracht werden kann, hängt vor allem davon ab, wie stark der Eingang verschüttet ist und ob weitere Bewegungen des Hangs ausgeschlossen werden können.
